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Kinder lernen waghalsige Film-Tricks

Vitte Kinder lernen waghalsige Film-Tricks

Brennende Menschen und handfeste Schlägereien: Bis Freitag erhalten Kinder auf Hiddensee Stunt-Unterricht.

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Simon Gerber (li.) und Johann Albrecht (re.) lernen unter der Anleitung von Manfred Kaufmann zu kämpfen wie im Film.

Quelle: Fotos: Katharina Ahlers

Vitte. Der Hiddenseer Simon Gerber stößt einen Schrei aus. Dann schlägt er die Holzlatte, die er fest in beiden Händen hält, in die Richtung von Johannes Albrecht. Der 15-Jährige blockt den Schlag ab, duckt sich und holt ebenfalls aus. „Ihr müsst die Hölzer weiter oben aneinanderschlagen“, ruft Stuntman und Schauspiellehrer Manfred Kaufmann ihnen zu. „Sonst schlagt ihr euch auf die Hände.“

OZ-Bild

Brennende Menschen und handfeste Schlägereien: Bis Freitag erhalten Kinder auf Hiddensee Stunt-Unterricht.

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Was aussieht wie eine handfeste Schlägerei, ist eine lang eingeübte Choreografie, die der 14-jährige Simon und der 15-jährige Johannes während des Ostercamps der Stuntschule „Movie Kids“ in Vitte auf Hiddensee gelernt haben. Seit Montag erhalten sieben Kinder zwischen zehn und fünfzehn Jahren Schauspielunterricht und entwickeln eigene Actionszenen.

„Es tut gut, seine Wut rauslassen zu können“, sagt Simon. „Wir dürfen uns gegenseitig auf die Schnauze hauen und verletzen uns nicht.“

Bevor die Schüler soweit waren, hat Kaufmann sie über die Tricks der Filmbranche aufgeklärt. „Die Kinder müssen verstehen, dass Gewalt in Filmen nur Show ist“, erklärt der 50-Jährige. „Sonst besteht die Gefahr, dass sie actionreiche Szenen, etwa Sprünge durch Fensterscheiben, nachmachen und sich verletzen.“ Daher sei es wichtig zu erklären, dass für solche Szenen „Crashglas“ verwendet wird.

Nach den Theorie-Einheiten trainieren die Schüler seit gestern intensiv praktische Übungen. Schlägereien werden zunächst in Zeitlupe nachgestellt, bis sich eine Routine eingespielt hat und die Trainingspartner aneinander gewöhnt sind. Ansgar Stark aus Kiel und Emma Schwandt aus Berlin vertrauen sich blind. „Wenn Emma einen Schlag andeutet, merke ich eine leichte Berührung“, erzählt der Zehnjährige. „Im Film sieht das immer viel brutaler aus, aber hier lerne ich, dass es ganz harmlos ist.“

Seit 1995 arbeitet Manfred Kaufmann bereits mit Kindern, 1997 gründete er seine Stunt- und Schauspielschule in Düsseldorf. Die Liebe zog ihn schließlich nach Hiddensee, wo er seit 2013 ebenfalls Workshops und Ferienkurse für Kinder anbietet. „Ein Stunt ist nicht gefährlicher als jede andere Sportart auch“, meint der Profi. „Die Kinder sind gut gesichert und ich bin immer dabei und passe auf.“ Der Schauspieler ist der Ansicht, dass schon kleine Kinder atemberaubende Stunts ablegen können. Auf dem Programm steht daher auch ein Feuer-Kunststück, bei dem die Teilnehmer einen speziellen Schutzanzug tragen und angezündet werden. Solche Übungen seien mit Eltern, Psychologen, der Feuerwehr und dem Jugendamt abgesprochen. „Da kann nichts passieren“, versichert Kaufmann. „Die Teilnehmer tragen nasse Anzüge. Darauf liegen kleine mit Benzin getränkte Lappen.“

Ansgar, der später einmal Stuntman werden möchte, hat sich für diese Übung bereiterklärt. „Ich hoffe, der Anzug hat nicht irgendwo ein Loch“, sagt der Junge, während er in sein Outfit schlüpft. Die Benzintücher werden angezündet und das Feuer verbreitet sich auf dem gesamten Anzug. Ansgar rennt, kniet sich auf eine nasse Decke und wälzt sich auf dem Boden. Das Feuer erlischt und der angehende Schauspieler springt lachend auf. „Das hat Spaß gemacht“, sagt er. „Anfangs hatte ich etwas Angst, aber von dem Feuer habe ich nichts gemerkt.“

Noch bis Freitag findet der Stunt-Kurs im Zeltkino in Vitte auf Hiddensee statt. Interessierte können morgen und Freitag noch spontan teilnehmen und sich Tipps vom Schauspieltrainer geben lassen.

„Die Kinder gucken zukünftig anders Filme“, meint der Profi. „Wenn sie Kampfszenen sehen, werden sie sich an manche Tritte erinnern können.“

Mehr Informationen unter:

☎ 01 57 / 88 25 23 09

Von Katharina Ahlers

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