Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 13 ° Regenschauer

Navigation:
Königslinie: „Die Rechnung geht auf“

Mukran Königslinie: „Die Rechnung geht auf“

Stena lockt die Schweden mit deutschem Spargel / Busverbindung Berlin – Stockholm im Gespräch

Voriger Artikel
Sassnitz muss sich weiter verschulden
Nächster Artikel
Achtung Stolperfalle: Weg nach Klein Helgoland wird repariert

Die Fähre „Sassnitz“ bei der Einfahrt in den Mukraner Hafen. Die Königslinie ist vor allem bei schwedischen Touristen beliebt.

Quelle: Foto: Stefan Sauer/zb-Funkregio Ost

Mukran. Seit die Reederei Stena Line 2014 die „Trelleborg“ abgezogen hat, sorgt man sich auf Rügen und in Südschweden um den Fortbestand der kürzesten Fährverbindung zwischen der Bundesrepublik und dem Königreich. Die „Königslinie“ aufzugeben, stehe derzeit gar nicht zur Debatte. Ganz im Gegenteil: Das Unternehmen investiere und gehe auch bei Werbung und Vermarktung neue Wege, sagt Ron Gerlach, Geschäftsführer der deutschen Stena Line GmbH & Co. KG, im Interview mit der OSTSEE-ZEITUNG.

 

OZ-Bild

Ron Gerlach, Stena-Line

Quelle:

Sie haben heute die Kollegen in Mukran besucht. Sind Sie öfter auf Rügen?

Ron Gerlach: Selbstverständlich, mehrmals im Monat. Ich bin im Unternehmen für die Linien verantwortlich. Die sind nunmal unser Geschäft. Mit unseren Routen steht und fällt unser Erfolg.

Sehen Sie Erfolge auf der „Königslinie“?

Durchaus. Die Verbindung ist nicht unattraktiv, sonst hätte der Eigner sie nicht übernommen. Es ist nach wie vor die kürzeste Direktverbindung zwischen Deutschland und Schweden.

Aber auf der Linie war schon mal mehr los . . .

Wir befördern zurzeit 320000 Passagiere pro Jahr. Damit sind wir sehr zufrieden. Wir locken mit relativ niedrigen Preisen große Passagiermengen an. Diese Rechnung geht auf.

Und was ist mit der Fracht? Mit den Eisenbahnwaggons und den Lastkraftwagen?

Da kommen verschiedene Umstände zusammen, die uns das Geschäft erschweren. So hat die Deutsche Bahn nun mal beschlossen, ihren Güterverkehr von und nach Schweden vorwiegend über Rostock abzuwickeln.

Auf solche Entscheidungen haben wir keinen Einfluss.

Nehmen Sie das einfach so hin? Das hat doch gravierende Auswirkungen auf die Linie und damit auf Ihr Geschäft.

Natürlich. Deshalb engagieren wir uns und versuchen weiter, Frachtaufkommen auf die „Königslinie“ zu holen. Vergangenes Jahr wurde beispielsweise wegen Bauarbeiten ein Teil des Bahnverkehrs Richtung Skandinavien von Rostock nach Mukran umgeleitet. Parallel dazu haben wir Kontakt zu Privatbahnen aufgenommen, um Frachtvolumen auf die Eisenbahnfähre zu bekommen. Die Gespräche laufen noch. Was die Gewinnung von Frachtvolumen im Eisenbahngüterverkehr angeht, ist aber auch der Hafen gefragt.

Die Linie soll also weiter für den Bahnverkehr genutzt werden?

Ja, auch wenn das teuer ist.

Warum?

Die Infrastruktur, die man für den Waggonumschlag im Hafen vorhalten muss, ist aufwändig, muss gewartet und finanziert werden. Das treibt die Hafengebühren nach oben. Auch die für Eisenbahnen notwendige Technik an Bord ist umfangreicher, platzraubender und auch schwerer als die auf reinen Auto- oder Personenfähren. Eine Eisenbahnfähre verbraucht deshalb auch mehr Treibstoff.

Lediglich in den Sommermonaten werden noch Personenzüge über die Ostsee gefahren. Gibt es da vielleicht bald wieder eine regelmäßige Verbindung für Fernreisende?

Wir hoffen, dass wir im kommenden Jahr ein Angebot für Passagiere machen können, die von Berlin nach Stockholm und umgekehrt fahren wollen – und zwar mit dem Bus. Dazu laufen derzeit Gespräche mit „Flixbus“. Ein Ergebnis gibt es zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht.

Fest steht bereits, dass wir in diesem Jahr mehr Kurzreisen nach Rügen anbieten werden. Gemeinsam mit Anbietern vor Ort, wie Karls Erdbeerhof in Zirkow, haben wir erste Ausflugs-Pakete geschnürt.

Was werden die beinhalten?

Wir werden Tagesreisen zu verschiedenen Themen organisieren, zum Beispiel zu kulinarischen wie „Schokolade und Whisky“ oder „Spargel und Weißwein“. Dazu greifen wir auf die Angebote unseres Bordershops und regionaler Rügener Unternehmen zurück.

Ist das für die Schweden interessant?

Nach unseren Erfahrungen ja. Sie lieben zum Beispiel den deutschen Spargel. Und sie haben ein Faible für Rügen. Die Insel wird bei den Schweden ein immer beliebteres Ausflugsziel. Sie mögen die kulturellen Sehenswürdigkeiten, aber auch die Ostseebäder, die es in der Form in ihrem Land nicht gibt. Auf der „Königslinie“ fahren deutlich mehr Schweden in Richtung Süden als Deutsche nach Norden.

Das liegt vielleicht auch an dem Fahrplan. Der ist mit der Abfahrt am Morgen in Trelleborg schließlich so gestrickt, dass Schweden Tagestouren nach Rügen machen können, Deutsche, die nach Trelleborg fahren, aber dort übernachten müssten.

Wir haben unser Angebot der Nachfrage angepasst. Und für Tagestouren nach Trelleborg gibt es laut Informationen der Kurverwaltungen und Fremdenverkehrsämter so gut wie keinen Bedarf. Wir müssen Prioritäten setzen. Und die liegen derzeit eindeutig beim schwedischen Passagier.

Das bedeutet, dass es so schnell auch keine zweite Fähre auf der Linie und keinen Nachfolger für die „Sassnitz“ geben wird?

Dazu gibt es keinen Anlass. Die „Sassnitz“ ist gut in Form. In das Schiff haben wir in den zurückliegenden Monaten erst 1,1 Millionen Euro investiert. Letztes Jahr wurde die Möblierung erneuert, die Außendecks überholt und die Navigationsinstrumente ausgetauscht. Ein solches Schiff kann bei guter Pflege rund 40 Jahre fahren, bevor es ersetzt werden muss.

Wird „Stena“ dann noch auf der Königslinie fahren?

Davon gehe ich aus. Der Eigentümer der Reederei fühlt sich sehr der Tradition verpflichtet. Wir wollen, dass unsere Schiffe weiter auf der Linie verkehren und werden alles für ihren Erhalt tun.

Interview: Maik Trettin

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Apps, Navi und Co.
Einige Autoclubs liefern Informationen über Verkehrsbehinderungen direkt aufs Handy.

Die Mehrzahl der Autofahrer informiert sich im Radio über die aktuelle Verkehrslage. Doch so praktisch und einfach dieser Weg ist: Er kann auch in den nächsten Stau führen. Unterstützen lassen können sich Fahrer von neuen, ergänzenden Systemen.

mehr
Mehr aus Sassnitz
Verlagshaus Rügen

Markt 25
18528 Bergen auf Rügen

Öffnungszeiten:
Montag bis Donnerstag:
9.00 bis 12.30 Uhr und von 13.00 bis 18.00 Uhr

Leiter Lokalredaktion: Jens-Uwe Berndt
Telefon: 0 38 38 / 20 14 53
E-Mail: ruegen@ostsee-zeitung.de

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Termine, Events, Veranstaltungen Teaser der den User auf die Seite "Termine" führen soll image/svg+xml Image Teaser Termine 2015-09-23 de Veranstaltungen Aktuelle Termine Konzerte, Kino, Ausstellungen, Vorträge, Theater, Workshops, Tanz und noch vieles mehr. Alle Veranstaltungen und Freizeittipps in Ihrer Nähe finden Sie hier.
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
RSS-Feeds

Wissen, was in Rostock und der Welt los ist

Benjamin Barz Ostsee-Zeitung Ostsee-Zeitung Lererbriefe, Meinung, Teaser der den User auf die Seite "Leserbriefe" führen soll image/svg+xml Image Teaser „Leserbriefe“ 2015-09-23 de Meinung Ihre Leserbriefe Über unser Kontaktformular können Sie uns gern Lob, Kritik, Ideen oder andere Anmerkungen zu aktuellen Themen aus Ihrer Region, MV und der Welt zusenden. Wir freuen uns auf Ihre Meinung. Hier geht es zum Formular.