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„Kraftprotz“ lebt von Mais und Rüben

Sagard „Kraftprotz“ lebt von Mais und Rüben

Sagarder Biogasanlage wird um ein flexibles Blockheizkraftwerk erweitert

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Nicht größer als eine Fertiggarage ist das neue Blockheizkraftwerk (re.), das gegenwärtig an der Biogasanlage in Sagard entsteht.

Quelle: Foto: Maik Trettin

Sagard. Es ist klein, grün und sieht ziemlich unspektakulär aus. Was da gegenwärtig auf dem Gelände der Jasmunder Biogasanlage in Sagard entsteht, wirkt wie eine schlichte Fertiggarage, deren Äußeres durch eine Menge metallisch blitzender Rohre und Schächte aufgepeppt wird. Dabei ist es viel mehr: Hinter der unscheinbaren Fassade verbirgt sich ein kleines Kraftwerk.

Mais ist der Grundstoff

1600 Kubikmeter Rohbiogas werden in der Sagarder Anlage pro Stunde erzeugt. Das Gas entsteht in den drei so genannten Fermentern, die jeweils bis zu 4200 Kubikmeter Volumen haben. Grundstoff zur Biogasproduktion ist hauptsächlich Mais, zunehmend auch Zuckerrüben, die die Baltic Agrar GmbH vorwiegend auf den von ihr bewirtschafteten Flächen anbaut.

Die Jasmunder Biogas GmbH & Co. KG errichtet ein neues Blockheizkraftwerk. Mit dem will man flexibler und damit besser auf den Strombedarf reagieren können.

Nein, sagt Geschäftsführer Torben Pülsch, Strom sei eigentlich nicht das Hauptgeschäft der Anlage. Was an Gas in den Gärbehältern am Rande Sagards entsteht, bleibt größtenteils auch Gas – allerdings „veredeltes“. In einer separaten Anlage des Energieversorgers EWE wird das hier produzierte Biogas aufbereitet und in das Erdgasnetz der Insel eingespeist. Parallel dazu gibt es noch ein Blockheizkraftwerk (BHKW), in dem über einen Generator ein Bruchteil des Gases in Strom und Wärme umgewandelt wird. Nun soll noch ein zweites Blockheizkraftwerk installiert werden.

Setzen die Jasmunder Produzenten künftig verstärkt auf die Verstromung des Sagarder Biogases? Torben Pülsch verneint auch das. „Von der Energieleistung der Biogasanlage von 3,8 Megawatt gehen rund 3 Megawatt ins Erdgasnetz. Das wird auch in Zukunft so bleiben.“ Es sei auch keine Ausweitung der Kapazität geplant. Ein Blockheizkraftwerk an einer solchen Anlage sei sinnvoll, weil für die Prozesse bei der Biogasproduktion Strom und Wärme gebraucht werden. Die dafür benötigte Energie zweigt man praktisch aus dem Kreislauf der Biogasanlage ab. Das zweite Blockheizkraftwerk soll lediglich sicherstellen, dass zu Spitzenzeiten, wenn der Energiebedarf am höchsten ist, auch mehr Strom produziert und überschüssige Elektrizität ins Netz eingespeist werden kann. Vereinfacht gesagt bedeutet das, dass bei großem Strombedarf beide Motoren der BHKW laufen, außerhalb dieser Zeiten nur einer. Um Spitzenverbräuche besser aus regenerativen Energiequellen abdecken zu können, bietet der Staat für die Installation von flexiblen Blockheizkraftwerken finanzielle Förderung für die entsprechende Umrüstung an.

Das Jasmunder Biogas wird hauptsächlich durch die Fermentierung von Mais gewonnen. „Als wir die Anlage 2014 übernahmen, benötigten wir den Ertrag von 880 Hektar Mais pro Jahr“, sagt Torben Pülsch, der ebenfalls Geschäftsführer bei der Baltic Agrar ist. Mittlerweile habe man den Maisanteil auf den Ertrag von rund 600 Hektar Fläche reduziert und durch die Zuckerrübe ersetzt. Die war früher auf vielen Rügener Feldern zu Hause und wurde dann unter anderem durch den Mais verdrängt. Ein Schritt, den Pülsch und seine Kollegen zum Teil korrigieren wollen. Auch wenn der Energieertrag der Rübe schlechter als der von Mais sei: „Rüben wachsen hier besser und wir haben pro Hektar betrachtet einen höheren Gasertrag.“ In diesem Jahr wollen die Jasmunder sich auch im Anbau der „Durchwachsenen Silphie“, einem Korbblütler, der als Energiepflanze und Bienenweide gleichermaßen gilt, versuchen. Sie soll auf der Halbinsel auf einer Versuchsfläche wachsen und geerntet werden. Die Pflanze gilt als anspruchslos, wenn es um das Klima und die Wasserversorgung geht und soll weitgehend ohne Dünger und Pflanzenschutzmittel auskommen.

Maik Trettin

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