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Krippenplatz wird bis zu 86 Euro teurer

Sassnitz Krippenplatz wird bis zu 86 Euro teurer

Kita-Beiträge steigen in Sassnitz/ „An der Brücke“ wird geschlossen

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So verwaist wird sich der Spielplatz auf dem Außengelände der Kindertagesstätte „An der Brücke“ in Sassnitz im nächsten Jahr ständig präsentieren. Die Einrichtung soll 2017 geschlossen werden.

Quelle: Udo Burwitz

Sassnitz. „Wenn wir wollen, dass nicht alle Erzieherinnen in den von der Volkssolidarität betriebenen Kitas gehen, müssen wir der Beitragserhöhung zustimmen.“ Norbert Benedict, SPD-Fraktionschef in der Stadtvertretung, sieht für die Sassnitzer Kommunalpolitiker keine Alternative, als die von den Trägern der Kindertagesstätten in der Hafenstadt vorgelegten, neuen Finanzierungsplänen für die Einrichtungen zu befürworten. Denen zufolge werden die Kita-Plätze in vielen Fällen teurer – um bis zu 86 Euro im Monat (siehe Übersicht).

Die neuen Beiträge sollen schon ab September fällig werden. „Erhoben werden die aber erst, wenn die Stadtvertretung ihr Einvernehmen erteilt hat“, sagt Diethard Pfeiffer. Laut Plan tagt die Volksvertretung erst am 18. Oktober. „Nach deren Entscheidung werden die Beiträge rückwirkend erhoben“, kündigt der Geschäftsführer des Kreisverbandes Rügen der Volkssolidarität (VS), der in Sassnitz gleich drei Kindertagesstätten betreibt, eine „Nachzahlung“ an. Die Beitragserhöhung begründet er unter anderem mit einer Lohnerhöhung: „Die Mitarbeiter in den von uns betriebenen Kitas bekommen mehr Geld. Wir haben eine Tarifanpassung um fünf Prozent vorgenommen.“

„Das hätte schon längst passieren müssen“, kritisiert Stadtvertreterin Else Lüdke (Linke) im Sozialausschuss, der am Dienstagabend die neuen Finanzierungspläne für die Kitas diskutierte. Jahrelang hätten die Beschäftigten in den Kitas der VS (in Sassnitz „An der Brücke“, „Lütt Matten“ und „Kunterbunt“) auf mehr Geld für gute Arbeit warten müssen. Obwohl die VS inzwischen Anpassungen vorgenommen hat, würden die Kita-Beschäftigten heute noch weniger verdienen, als ihre Kollegen in Einrichtungen anderer Betreiber. Die Folge: Zeitweise musste in VS-Kitas schon ein Aufnahmestopp für neue Kinder verhängt werden. Nicht etwa aus Gründen der Platzkapazität, sondern wegen Fachkräftemangel (die OZ berichtete).

Stadtvertreter Peter Kordes (FDP-Mandat) legt aktuell nach. Aus Kindertagesstätten der Volkssolidarität werden Erzieherinnen in die neue Kita wechseln, die Rügens Arbeiterwohlfahrt gegenwärtig in Sassnitz baut und zu Beginn des nächsten Jahres eröffnen will, wusste er im Ausschuss zu berichten. Ob abgeworben oder selbst beworben – „Ich möchte wissen, ob Herr Pfeiffer garantieren kann, dass nach der Eröffnung der Awo-Kita in denen der Volkssolidarität noch genügend Personal vorhanden ist“, forderte er zur Nachfrage auf. Der VS-Geschäftsführer bestätigte gegenüber OZ den Wechsel von Mitarbeiterinnen zur Awo, sieht aber keine Engpässe in den drei Sassnitzer Kitas. „Wir haben eine Erzieherin neu eingestellt. Im Oktober kommen zwei weitere hinzu“, so Pfeiffer.

Allein an den Gehältern macht Else Lüdke die Beitragserhöhung nicht fest. „In den Kitas herrscht Sanierungsstau. Das ’Kunterbunt’-Gebäude ist viel zu groß. Die Betriebskosten sind enorm hoch und die Preise für Strom und Gas stetig angestiegen.“ Kommentar von Norbert Benedict: „Auch wir haben geschlafen.“ Eigentümer der Immobilien ist nämlich die Stadt. Für das Gebäude der Kita „Lütt Matten“ hat sie einen Erbbaurechtsvertrag mit der VS geschlossen. Für den Zustand der anderen beiden Gebäude zeichnet die Kommune verantwortlich. „Eigentlich müssten wir in beide investieren“, räumte Norbert Benedict ein. Doch dafür fehle der Stadt das Geld. Die Lösung des Problems sei aber schon in Arbeit.

Das Motto der Lösung lautet: Aus drei mach’ zwei. Am Gebäude der Kita „Kunterbunt“ werden Instandsetzungs- und Modernisierungsarbeiten durchgeführt. „Am 5. des Monats wurde mit den Arbeiten begonnen, die eine Woche vor Weihnachten abgeschlossen werden sollen“, informierte Hauptamtsleiterin Gabriele Thiele und zählte unter anderem Dachklempner-, Maler-, Fußbodenleger- und Sanitärarbeiten für rund 460000 Euro auf. Danach sollen die Kinder aus der Kita „An der Brücke“ in die beiden anderen VS-Einrichtungen umziehen. „Die Kita ’An der Brücke’ wird nächstes Jahr geschlossen“, so Thiele. Der konkrete Fahrplan dafür soll mit der VS noch abgesprochen werden. „Dann könnten die Kita-Plätze bei der Volkssolidarität womöglich wieder günstiger werden“, schlussfolgerte Norbert Benedict.

Die höchsten Beitragsanhebungen gibt es mit 86 Euro monatlich für den Krippenplatz in der Kita „8. März“, dessen Träger ist die Evangelische Kirchengemeinde ist. Eine Begründung konnte OZ gestern nicht bekommen, die Leiterin war zu einer Tagung.

So viel müssen Eltern für die Betreuung ihres Nachwuchses zahlen

396,71 Euro müssen Eltern für den Krippenplatz in der Kita „8. März“ (Träger Kirchengemeinde) ab September im Monat zahlen (alt 310,08). 178,94 Euro kostet der Kindergartenplatz (alt 146,78) und 100,15 Euro der Hortplatz (alt 82,59). In der Kita „Kunterbunt“ werden folgende Beiträge erhoben: Krippe 295,89 Euro (alt 282,04), Kindergarten 139,85 Euro (alt 136,23), Hort 84,15 Euro/alt 85,89)

Kita „Lütt Matten“ : Krippe 277,89 Euro (alt 241,06), Kindergarten 151,33 Euro (alt 152,67), Hort 92,06 Euro (alt 109,66)

Kita „An der Brücke“ : Krippe 259,68 Euro (alt 244,95), Kindergarten 136,56 Euro (alt 145,28)

(Alle Angaben beziehen sich auf Ganztagsplätze.)

Udo Burwitz

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