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Rügen Lietzow plant Steg für Angler und Fischer
Vorpommern Rügen Lietzow plant Steg für Angler und Fischer
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03:51 08.03.2013
Die Boote sollen aus dem Schilfgürtel des Spitzen Orts in Lietzow verschwinden und an einem Steg festmachen. Quelle: Maik Trettin

Zu sehen sind sie nicht. Nur schmale, unscheinbare Fußpfade am Schilfrand deuten darauf hin, dass irgendwo im Röhricht des Spitzen Ortes in Lietzow Boote liegen.

Freizeitangler haben sie hier am Ufer des Kleinen Jasmunder Boddens platziert, nur wenige Schritte von der Anlegestelle der Fischer entfernt. Die Petrijünger und Berufsfischer sollen künftig dichter zusammenrücken: Die Gemeinde will einen Bootssteg in den Kleinen Jasmunder Bodden und eine Boots-Slipanlage an seinem Ufer bauen. Einstimmig sprachen sich die Gemeindevertreter für die Idee aus, für die erst ein konkreter Plan erarbeitet werden soll.

„Noch wissen wir nicht genau, wie es aussehen kann und wo die Anlage genau entstehen soll“, sagte Bürgermeister Jürgen Böhnig. Er konnte vorerst nur grobe Zahlen nennen: So sollen an dem Steg ungefähr 14 Boote festmachen können, die der Fischer eingeschlossen. Die Kosten für den Bau der Anlegestelle schätzt er auf rund 21 000 Euro. Davon wären gut 17 000 Euro förderfähig. Geld zur Realisierung des Vorhabens erhoffen sich die Lietzower unter anderem aus dem Europäischen Fischereifonds. Ob sie diesen Fördertopf anzapfen können, soll sich in den nächsten Tagen entscheiden.

Fest steht offenbar, dass Angler und Fischer künftig nicht mehr vom Spitzen Ort aus in See stechen werden. Der bestehende Weg soll völlig für den Autoverkehr gesperrt werden und dann den Fußgängern vorbehalten sein, kündigte Böhnig an. Die vorhandenen Liegeplätze und Anlagen für die Fischer und Angler würden gestrichen. „Dann haben wir Ruhe auf dem Spitzen Ort.“

Die Bootsbesitzer sollen mit ihren Fahrzeugen umziehen. Ein paar hundert Meter weiter östlich an der so genannten Ladestraße, die am Stellwerk vorbei in Richtung Feuersteinfelder führt, möchten die Gemeindevertreter einen Platz für Steg und Slipanlage finden. Das haben sie gleich mit einem weiteren Beschluss untermauert: Sie stimmten dem Kauf einer 21 000 Quadratmeter großen Fläche von der Deutschen Bahn zu, die hauptsächlich die Ladestraße umfasst. Die soll mit etwas Schotter ausgebessert werden und als Zuwegung zur künftigen Slipanlage und zum Anleger dienen. Für den übrigen Verkehr werde sie gesperrt, kündigte Bürgermeister Böhnig an. Damit soll unterbunden werden, dass Angler mit dem Auto bis zur Mündung des Saiser Bachs fahren. Deren Hinterlassenschaften müsse die Kommune in der Angelsaison wenigstens einmal pro Woche beseitigen.

Mit dem vorgeschlagenen neuen Standort hat Fischer Thorsten Deggim kein Problem, ganz im Gegenteil: „Um ein Boot zu Wasser zu lassen, ist die Stelle eigentlich besser als die jetzige auf dem Spitzen Ort“, sagt er. Dort sei es nicht so flach und werde schneller tief. Deggim befürchtet aber, dass kaum jemand lange Freude an dem neuen Steg haben werde. Schon zu DDR-Zeiten wurden dicke Telefonmasten als Träger für Bootsstege in den Bodden-Boden gebuddelt. „Die hatte das Eis nach zwei, drei Wintern weggedrückt“, sagt er und prophezeit auch einem weiteren hölzernen Steg-Neubau ein kurzes Leben.

Dabei hat nicht nur die Gemeinde im Süden Jasmunds diese Idee. Sie könnte künftig auch über den Bodden hinweg „Kontakte“ nach Buschvitz knüpfen. Dort ist man in Sachen Steg-Planung deutlich weiter als in Lietzow. „Wir haben ein fertiges Projekt“, sagt Bürgermeister Malte Preuhs. Auch die Buschvitzer wollen die wilden Bootsliegeplätze aus dem Schilf verbannen und einen Anleger für etwa 22 Boote errichten. Noch fehlt ihnen aber das dafür notwendige Wassergrundstück, das sie erst erwerben müssen.

Die Lietzower drängen derweil zur Eile. „Unser Steg muss dieses Jahr noch kommen“, mahnt Jürgen Böhnig. Andernfalls würden die Bestimmungen für solche Bauten durch strengere Schutzbestimmungen für den Kleinen Bodden weiter verschärft.

Kaum noch Salzwasser
28,4 Quadratkilometer misst die Wasserfläche des Kleinen Jasmunder Boddens. Er wurde 1869 durch Aufschüttung des Dammes, über den die heutige Bundesstraße und die Bahnlinie verlaufen, von seinem „großen Bruder“ abgetrennt. Mit dem ist er nur noch über die Lietzower Schleuse verbunden. Dadurch gelangt kaum noch salzhaltiges Wasser in den kleinen Bodden, in dem unter anderem Zander geangelt wird.

Maik Trettin

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