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Lohmer schlagen Brücke für Wanderer

Lohme Lohmer schlagen Brücke für Wanderer

Neues Bauwerk an Karl Hagemeisters Lieblingsplatz beim Frühjahrsputz errichtet

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Als Brückenbaumeister beim Frühjahrsputz aktiv: Am Wanderweg, der von Lohme unten am Kliff in den Nationalpark führt, errichten Freiwillige der Gemeinde eine neue Brücke, die ein Bächlein genau an jenem Platz überspannt, an dem Landschaftsmaler Karl Hagemeister eins so gern verweilte.

Quelle: Foto: Guido Hoenig

Lohme. Wer in Lohme den Lieblingsplatz des Landschaftsmalers Karl Hagemeister aufsuchen will, hat schlechte Karten. Er hat den Hinweis vor Augen, dass der Weg dahin „bis auf Weiteres“ gesperrt ist und läuft Gefahr, zu stolpern oder sich nasse Füße zu holen. Doch die Lohmer sind dabei, das zu ändern. Dafür haben Freiwillige der Jasmunder Kommune beim traditionellen Frühjahrsputz diesmal nicht nur den Winterdreck ins Visier genommen und ihn beseitigt, sondern auch zu Säge und Hammer gegriffen. Sie betätigten sich als Brückenbaumeister und errichteten – direkt an Hagemeisters Lieblingsplatz – eine neue Brücke.

OZ-Bild

Neues Bauwerk an Karl Hagemeisters Lieblingsplatz beim Frühjahrsputz errichtet

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„Mehr als 30 Freiwillige haben am Frühjahrsputz teilgenommen“, sagt Torsten Rollin mit einem Lächeln auf den Lippen. Der Geschäftsführer der Touristik Lohme GmbH, die die traditionelle Putzaktion zusammen mit dem Tourismus- und anderen Vereinen der Gemeinde organisiert hat, ist mit der Resonanz zufrieden. Und vor allem mit dem Ergebnis: „Fast 20 Leute waren am Wanderweg im Einsatz, der unten am Kliff von Lohme aus in den Nationalpark führt. Sie haben im wahrsten Sinne des Wortes eine Brücke geschlagen und so ein neues Bauwerk an jenem Platz errichtet, den der Landschaftsmaler Karl Hagemeister bei seinem Rügen-Aufenthalt in Lohme besonders gern und oft aufgesucht hat. Das sei knapp 150 Jahre her. Weil der Künstler dort gern verweilte, wurde eine mächtige Buche, die genau an jener Stelle an dem schmalen Uferweg stand, nach ihm benannt. Der Baum stürzte im vergangenen Winter um und zerstörte eine Brücke, die dort über einen kleinen Bach führt. Den überspannt jetzt ein neues Bauwerk, das beim Frühjahrsputz errichtet wurde.

Dass der untere Wanderweg am Ufer beim diesjährigen Frühjahrsputz einen Einsatzschwerpunkt bildete, komme nicht von ungefähr, erinnert Torsten Rollin an massive Beschwerden in der letzten Sitzung der Gemeindevertretung. In der bemängelten Lohmer nicht nur den Zustand der Wanderwege. Sie übten auch harsche Kritik an der Sperrung des unteren Uferweges durch das Nationalparkamt. Das könne den Unterhalt von zwei Wegen personell nicht mehr leisten, entgegnete Bürgermeister Matthias Ogilvie. Am Kliff entlang führen zwei Wanderwege, einer unten und einer oben. Das Amt konzentriere sich auf den letztgenannten, schlussfolgerte Ogilvie: „Uns bleibt nur eins übrig: Wir müssen uns selbst mit um die touristische Infrastruktur in unserer Kommune kümmern.“

Diese Devise haben die Lohmer beim Frühjahrsputz in die Tat umgesetzt am unteren Uferweg, an dem Wanderer auf Hinweisschildern lesen: „Dieser Weg ist bis auf Weiteres gesperrt. Bitte nutzen sie den oberen Wanderweg.“ „Noch“, sagt Torsten Rollin. „Die Schilder sollen aber verschwinden.“ Der Weg soll wieder so hergerichtet werden, dass er genutzt werden kann, formuliert er für die Gemeinde das erklärte Ziel. Um das zu erreichen, habe es nach der letzten Sitzung der Gemeindevertretung inzwischen bereits einen gemeinsamen Vor-Ort-Termin von Bürgermeister und Vertretern des Nationalparkamtes gegeben. Das Ergebnis zeigte sich beim Frühjahrsputz. „Das Material für die Brücke hat das Nationalparkamt bereitgestellt. Die Lohmer haben es verarbeitet“, so der Chef des kommunalen Tourismusbetriebes. „Mit dem Frühjahrsputz sind wir dem erwähnten Ziel ein Stück näher gekommen.“

Beim Freiwilligeneinsatz betätigten sich Lohmer nicht nur als Brückenbaumeister. Sie legten an beiden Uferwegen versumpfte Stellen trocken, brachten Entwässerungsrohre ins Erdreich und Schotter auf. Darüber hinaus wurde geputzt, zum Beispiel am Sportplatz in Lohme und am Parkplatz in Hagen.

In Lohme bekam Landschaftsmaler Karl Hagemeister einen Ehrenplatz

1873 lernte der Maler Karl Hagemeister die Insel kennen. Ab dem Sommer des genannten Jahres unternahm der 1848 in Werder geborene und 1933 in der Havelstadt verstorbene Künstler, der in der Tradition der großen Landschaftsmaler steht, mehrere Studienreisen nach Rügen. In Lohme hat er dabei besonders gern und oft eine markante Stelle am schmalen Uferweg aufgesucht, der vom Dorf in die Stubbenkammer führt. An dieser Stelle stand eine mächtige Buche, die der Volksmund nach ihm benannte. Der Baum stürzte im vergangenen Winter um. Die Geschichte der Hagemeister-Buche wurde im Buch „Karl Hagemeister von Werder bis Lohme" von Autorin Anja Möller wiedergegeben: „Der alte Meister war fasziniert von den bizarren Wuchsformen der Buchen am Steilhang von Lohme, an denen der ,Kampf der Elemente’ besonders sichtbar wird... Dort am schmalen Uferweg in Richtung des Königsstuhls liegt Hagemeisters Lieblingsplatz Neben einer majestätischen Buche fließt ein kleiner Bach den Steilhang hinab. Dieser Baum ist als ,Hagemeisterbuche’ in das Gedächtnis der Lohmer eingegangen. Nachdem der alte Baum fast abgestorben ist... war ein Seitenast ausgetrieben und war wieder zu einer beeindruckenden Baumgestalt herangewachsen.“

Udo Burwitz

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