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Sehlen Mehr Baumvielfalt für Rügener Wälder

Tag des Waldes: Förster und Bürger pflanzten in Sehlen 25 Bäume — aus der Aktion soll eine Tradition werden

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Försterin Ricarda Priest und Falco Bindernagel setzen einen Baum ein. Im Hintergrund beräumen Ires Hampel (v.l.n.r) , Axel Kasiske und Paul Raffel das Waldstück. Fotos (3): Kay Steinke

Sehlen. Waldarbeit kann richtig Spaß machen. Davon haben sich gestern rund 15 Bürger in Sehlen auf Rügen überzeugt. Zum Internationalen Tag des Waldes pflanzten sie gemeinsam mit Landesförstern, Bundesförstern, Vertretern des Pommerschen Forstvereins und des Biosphärenreservats Südostrügen 25 junge Bäume am Alten Bergener Landweg rund um ein Quellwasserbiotop.

Darunter: 15 Flatterulmen, fünf Silberweiden und fünf Winterlinden — diese Lindenart ist auch Baum des Jahres 2016.

„Die Linden haben wir auf den höheren Bereichen platziert“, sagt die Rügener Forstamtsleiterin Ricarda Priest. „Ulmen und Silberweiden stehen näher an der Wasserquelle.“ Wegen des Biotops wurde die erste Pflanzaktion dieser Art am Tag des Waldes auf der Insel auch in Sehlen durchgeführt — hier Grenzen die Wälder von Landes- und Bundesforst aneinander und es kann das diesjährige Motto „Wald und Wasser“ aufgegriffen werden. „Wir haben sehr schöne Wälder auf Rügen“, sagt Priest. „Das wollen wir den Einwohnern zeigen. Als Ökosystem sind sie für die unterschiedlichsten Dinge wichtig, zum Beispiel für die Grundwasser-Neubildung.“

Die Bäume sind in Sehlen nicht heimisch — sie sollen die Vielfalt des Waldes erweitern. „Wir haben Arten eingebracht, die hier noch nicht wachsen“, sagt Priest. „Wenn sie groß sind, können sie sich weiterverteilen.“ Heimisch in Sehlen: Buchen, Eichen, Fichten, Erlen, Küstentannen, Birken und Eschen. Jeder Baum hat dabei eine spezielle Funktion. „Die Weide ist ein Bienenbaum“, erklärt Priest.

„Ihre frühen Kätzchen sind bei Bienen beliebt.“

Mit den Bürgern wurde kurz nach 9.30 Uhr erst das Waldstück aufgeräumt. Anschließend wurden die Bäume eingepflanzt. Erst am Nachmittag bekam jeder Baum einen Wuchsschutz. Von der Beteiligung der Bürger war die Forstamtsleiterin positiv überrascht. „Der Montag ist für viele Insulaner ein ungünstiger Tag“, sagt Priest. „Dafür hatten wir eine hohe Beteiligung. Auch die Altersbreite war sehr groß, von Kind bis Rentner war alles dabei. Mehr kann man nicht wollen.“

Ähnlich sieht dies auch Falco Bindernagel, Mitarbeiter im Amt für das Biosphärenreservat Südostrügen. „So eine Gemeinschaftsaktion ist sehr wichtig“, sagt er. „Wir haben derzeit mehr Holzentnahme, als neue Bäume nachwachsen“, erklärt er. In anderen Regionen sei die Situation jedoch schlimmer als auf Rügen. „Der Erhalt der Wälder ist ein gesamtgesellschaftliches Anliegen“, so Bindernagel.

Ires Hampel nahm für die Pflanzaktion sogar Urlaub. „Es ist mein Wald“, sagt die 55-jährige Frau aus Sehlen. „Deshalb wollte ich unbedingt mitmachen.“ Ihre letzte Pflanzaktion ist schon ein paar Jahre her. „Mit der Schule haben wir in den 70er Jahren Kiefern gepflanzt“, sagt sie. Sie sei stolz, dass sich so viele Sehlener am Alten Bergener Landweg eingefunden haben. Es würde solche Aktionen auf Rügen jedoch noch zu selten geben.

„Holz ist mein Leben“, sagt Axel Kasiske von der Sehlener Holzmanufaktur. „Da ich mit Holz arbeite, habe ich die Pflanzaktion gern unterstützt,“, sagt Kasiske, der seit 17 Jahren in Sehlen wohnt.

Außerdem hätte er als Rentner auch an einem Montag Zeit dafür. „Ich war erstaunt, dass so viele Sehlener gekommen sind“, sagt Kasiske. Der Erhalt der Wälder sei wichtig — dafür müsse die Bevölkerung sensibilisiert werden. „Ich selbst habe in meinem Leben schon viele Bäume gepflanzt“, sagt er.

Nach dem Pflanzen der Bäume wurde angegrillt. Bei einer Bratwurst tauschten die Förster Informationen aus und beantworteten die Fragen der Einwohner. Dabei wurde auch eine Fortführung der Pflanzaktion beschlossen. Unklar ist noch der Ort, 2017 soll aber ein anderer Wald mit neuen Bäumen gestärkt werden.

So viel Wald betreut das Forstamt Abtshagen-Rügen

1971 hat die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen den Tag des Waldes erstmalig ausgerufen. Er ist eine Reaktion auf die globale Waldvernichtung. Das Ökosystem Wald spielt eine besondere Rolle für den Klimaschutz, trägt maßgeblich zur Sauerstofferzeugung und Kohlenstoffspeicherung bei und ist ein Faktor im gesamten Wasserkreislauf. 20 355 Hektar Waldfläche betreut das Forstamt Abtshagen-Rügen derzeit. Das Amt besteht aus einem Festlandteil und Rügen. 7 201 Hektar befinden sich auf dem Festland, 13154 Hektar auf der Insel. 20 Prozent der Bäume im Amtsbereich sind Buchen, dann folgen Kiefer (18 Prozent), Eiche (14 Prozent) und Fichte (14 Prozent). Rest: Andere Laub- und Nadelhölzer.

Von Kay Steinke

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