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Mehr Platz für Rügens Kreide

Gummanz Mehr Platz für Rügens Kreide

Das Gummanzer Museum wird für eine halbe Million Euro um einen 140 Quadratmeter großen Anbau erweitert.

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Manfred Kutscher, ehrenamtlicher Geschäftsführer des Kreidemuseums, vor dem Modell eines Mosa-Sauriers.

Quelle: Holger Vonberg

Gummanz. Das Gummanzer Kreidemuseum kann vergrößert werden. Das Wirtschaftsministerium des Landes hat das dafür notwendige Geld zur Verfügung gestellt. Der Bund und Schwerin unterstützen das Vorhaben gemeinsam mit der Europäischen Union, die dafür Mittel aus dem Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (Eler) zur Verfügung stellt. Das verkündete Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) gestern in einer Pressemitteilung. „Das Museum hat sich zu einem beliebten Ausflugsziel entwickelt. Das Interesse der Gäste ist groß. Jetzt werden die Ausstellungsflächen vergrößert. Dies ist auch ein Ergebnis der gestiegenen Nachfrage, und das freut mich umso mehr“, wird der Minister zitiert.

Einer, den es ebenso freut, ist Manfred Kutscher. Er ist einer der beiden ehrenamtlichen Geschäftsführer des Hauses und Vorsitzender des Vereins der Freunde und Förderer des Nationalparks Jasmund, der das Museum aufgebaut hat und es besitzt. „Mit einer Erweiterung der Ausstellungsfläche beschäftigen wir uns schon lange“, sagt er. Notwendig ist das nicht allein wegen der Besucherzahlen, die mit durchschnittlich 25 000 pro Jahr deutlich über der einst angepeilten Marke von 15 000 Gästen liegen. Im Laufe der Jahre hätten sich auch einige Unzulänglichkeiten gezeigt, an die man bei der Einrichtung des Museums gar nicht gedacht habe oder die man damals noch nicht sehen oder ahnen konnte. „Wir können die von uns angestrebte Qualität nicht an jeder Stelle bieten“. Als Beispiel nennt Manfred Kutscher die verschiedenen Tonstationen, die einfach zu nahe beieinanderliegen. Wenn in einem Raum der Film über den historischen Kreideabbau läuft, gleichzeitig auf dem Fernsehbildschirm über die Kreidenutzung informiert wird und aus dem Nachbarzimmer dann noch eine Tonbandstimme die Plattentektonik erklärt, während sich am Eingang Besucher mit dem Museumspersonal unterhalten, kann sich der Besucher mitunter kaum noch konzentrieren, sagt Kutscher. „Diese Situation wollen wir entzerren und gleichzeitig mehr Informationen anbieten, vor allem mehr Kreide zeigen.“

Einen detaillierten Plan lassen die Gummanzer jetzt von einem professionellen Gestalter erarbeiten. Ideen haben sie in den vergangenen Jahren zur Genüge zusammengetragen. Eine davon ist, kleinste Kreidepartikel unter ein Mikroskop zu legen, das an einen Monitor angeschlossen ist. Möglich wäre auch, das Modell eines Kliffs zu zeigen und zu demonstrieren, wie Regenwasser an der Steilküste wirkt und wie ein solches Hochufer unter der Oberfläche aussieht. „Wir wollen zeigen, wie Rügen entstanden ist — und wie es wieder verschwindet.“ In 90 000 Jahren, schätzt Manfred Kutscher, werde es die Insel nicht mehr geben.

Bis dahin sollen sich in Gummanz noch einige Zehntausend Besucher über die Kreide informieren und dazu Knöpfe drücken und anderweitig selbst in der Ausstellung aktiv werden können. Geplant ist, das bestehende Gebäude vom Eingang aus gesehen links um einen Anbau zu ergänzen. Der soll sich äußerlich dem alten Kreidewerk des Dorfes anpassen und ebenfalls ein Klinkerbau sein. 140 zusätzliche Quadratmeter sollen dort für die Ausstellung zur Verfügung stehen. Unter anderem sollen die Vitrinen mit den Fossilien dorthin umziehen. Der jetzt von ihnen beanspruchte Platz wird dann unter anderem für Filmpräsentationen genutzt.

Auf mehr als eine halbe Million Euro werden die Kosten für den Anbau geschätzt. Dabei müssen die Gummanzer nur einen relativ geringen Teil selbst beisteuern. Den Löwenanteil können sie über die Förderung finanzieren, die sich auf 473 660 Euro beläuft. „Wir werden jetzt sofort anfangen und die Pläne konkretisieren“, kündigt der ehrenamtliche Geschäftsführer an. In den nächsten Wochen werden die an der Kreide interessierten Gäste noch nichts davon mitbekommen. Ganz ohne Störung wird der alltägliche Museumsbetrieb aber dennoch nicht ablaufen. Voraussichtlich Anfang nächsten Jahres wird die Einrichtung für mehrere Wochen geschlossen werden — um danach die Wiedereröffnung rechtzeitig zur neuen Saison zu feiern.

Schau im alten Werk
2005 wurde das Kreidemuseum in Gummanz eröffnet, und zwar in den Resten einer restaurierten Halle des alten Kreidewerkes. Das war ab 1854 in Betrieb, bis 1962 wurde dort noch gearbeitet. Der Verein der Freunde und Förderer des Nationalparks Jasmund ist mittlerweile Eigentümer des Geländes. Den Betrieb hat die gemeinnützige creta gGmbH übernommen, an deren Spitze die beiden ehrenamtlichen Geschäftsführer Manfred Kutscher und Dr. Peter Dietrich stehen. Neben der Fabrikhalle gehören auch eine Freilichtausstellung und ein Kreide- und Naturlehrpfad zu dem Gummanzer Museum.

 

 

Maik Trettin

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Gummanz
Manfred Kutscher, einer der ehrenamtlichen Geschäftsführer des Kreidemuseums in Gummanz auf Rügen, vor dem Modell eines Mosasauriers.

Nachdem die Ausstellung in einem ehemaligen Fabrikgebäude in Gummanz (Rügen) auf überraschend großes Interesse stößt, investiert das Land in einen Anbau.

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