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Mehr Tempo beim Getreideumschlag

Mukran Mehr Tempo beim Getreideumschlag

Im Hafen Mukran wurde gestern eine neue Schüttgutentladestelle in Betrieb genommen

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In einen unterirdischen Bunker entleeren die Waggons das Schüttgut, das von dort nach oben befördert und in Lkw-Anhänger umgeladen wird.

Mukran. Der Umschlag brummt in Mukran – jedenfalls der von Agrargütern. Die Unternehmen Viela und Baywa verschiffen zunehmend mehr Getreide über den Rügener Industriehafen. Künftig soll das noch schneller gehen. Gestern wurde eine nagelneue Schüttgutentladestelle eröffnet. Dort können die Eisenbahnwaggons ihre Fracht noch schneller loswerden. „Statt 14 Stunden wie bisher können wir einen Zug jetzt in nur sechs Stunden abfertigen“, sagt Henning Bligenthal, Geschäftsführer der Viela GmbH aus Vierow und der Baywa in Mecklenburg-Vorpommern. Künftig, so Landes-Verkehrsminister Christian Pegel gestern bei der Eröffnung, könnten sich die Zahl der abgefertigten Züge auf bis zu drei pro Tag erhöhen.

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Im Hafen Mukran wurde gestern eine neue Schüttgutentladestelle in Betrieb genommen

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Und so blüht in Mukran inmitten des schwächelnden Fährverkehrs und des praktisch nicht mehr existierenden Russlandgeschäfts der Umschlag von landwirtschaftlichen Gütern auf. Dieser Zweig, der noch vor wenigen Jahren kaum eine Rolle spielte, macht mittlerweile die Hälfte des Umschlags im Mukraner Hafen aus, rechnete Pegel gestern vor. Dieser Bereich habe sich „zu einem wichtigen Bestandteil für den Hafen entwickelt“, ließ denn auch Geschäftsführer Harm Sievers anerkennend verlauten. Der Hafen verdient daran unter anderem durch Aufträge für seine Hafenbahn, die die Rangierarbeiten übernimmt.

Bligenthal ist sich sicher: „Wir werden in diesem Jahr die Millionengrenze beim Schüttgut knacken.“ 800000 Tonnen wurden bislang schon von Bahnwaggons und Lkw auf Züge gebracht und verschifft.

Der Großteil – Bligenthal schätzt ihn auf 85 Prozent – sei Getreide, das von Mukran aus per Schiff nach Nordafrika, in den Iran oder nach Saudi-Arabien gebracht wird. Zu rund 80 Prozent stammt die Fracht aus Deutschland, wo das Getreide in verschiedenen Lagern aufbewahrt wird. Aber auch ungarische oder tschechische Landwirte verschiffen einen Teil ihrer Ernte über Mukran in die weite Welt.

Auf die Insel kommt die körnige Fracht zu 70 Prozent per Bahn. Der Rest wird per Lkw angefahren. Etwa 12000 rollen im Auftrag von Baywa und Viela pro Jahr nach Mukran. „Aber das in der Regel nur, wenn die Fracht aus Lagern in der Gegend kommt“, sagt Bligenthal. Sonst lohne es sich nicht. Lieferungen aus Regionen südlich von Berlin würden immer per Bahn nach Mukran gebracht. Nicht zuletzt aus Kostengründen soll künftig noch stärker auf die Schiene gesetzt werden. „Da gibt es noch genügend Kapazitäten“, so der Viela-Geschäftsführer.

Bislang ist es vor allem ein deutsches Exportgeschäft, das über Mukran abgewickelt wird. Die Eisenbahnwaggons fahren fast immer leer wieder zurück. Wirtschaftlich sinnvoller wäre es natürlich, wenn auf dem Rückweg auch wieder Schüttgut von Rügen kommend aufs Festland transportiert würde. Eine solche Ladung sei im Moment aber nicht in Sicht, sagt Henning Bligenthal.

Dessen Unternehmen Viela hat die neue Umschlaganlage gemeinsam mit dem Fährhafen gebaut. Letzterer investierte 350000 Euro in die unterirdische Bunkeranlage und die Herrichtung des Gleisanschlusses. Die Viela errichtete auf der Fläche des Fährhafens die kleine Umschlaghalle und steuerte die Technik bei. Eine halbe Million Euro haben sich die Vierower das kosten lassen. Der komplette Zug wird durch die Halle gezogen und Waggon für Waggon „gemolken“: Über dem Bunkerschacht öffnet man die Luken im Boden des Eisenbahnwagens so lange, bis die Ladung vollständig herausgerieselt ist. Aus dem unterirdischen Zwischenlager wird das Getreide mit einer Art vertikalem Förderband an die Oberfläche geholt und über ein Rohr in die Lkw-Anhänger weitergeleitet. Die bringen die Fracht dann in die Lagerhallen unmittelbar an den Kaianlagen, von wo aus die Schiffe beladen werden.

Und auch die platzen bald aus allen Nähten. Künftig werde im Schüttgutbereich noch mehr Ladung statt über Häfen in Hamburg und Polen über Mukran umgeschlagen, prognostiziert der Viela-Chef. Bis Ende September wird deshalb eine der Getreidelagerhallen des Unternehmens zwischen den Liegeplätzen 4 und 5 auf die doppelte Kapazität vergrößert. Dann sollen dort bis zu 30000 Tonnen Getreide gelagert werden können.

Millionengrenze knacken

30 f estangestellte Mitarbeiter hat das Vierower Unternehmen Viela mittlerweile beim Schüttgutumschlag in Mukran beschäftigt. In der Saison sind es bis zu 45. Am Heimatstandort Vierow arbeiten rund 20 Mitarbeiter. Dort werden – wegen des geringeren Tiefgangs – vor allem kleinere Schiffe abgefertigt.

60 Schiffe wurden allein in diesem Jahr durch die Viela in Mukran mit Getreide beladen. Rund 800000 Tonnen haben die Vierower 2016 bisher verschifft. Bis zum Jahresende wird die Millionengrenze geknackt sein.

Maik Trettin

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