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Mukran: Spatenstich für die längsten Rohre der Welt

Mukran Mukran: Spatenstich für die längsten Rohre der Welt

Werk zur Produktion von Kunststoffrohren wird im Fährhafen gebaut / Erste Industrieansiedlung aus der Türkei in MV

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Der türkische Generalkonsul Achmed Basar Sen, Mir-Holding-Präsident Ibrahim Mirmahmutogullari und Dr. Stefan Rudolph, Staatsekretär im Wirtschaftsministerium MV (v.r.n.l.) greifen zum Spaten und schreiten mit weiteren Vertretern der türkischen Delegation im Beisein von Fährhafenchef Harm Sievers (im Hintergrund) in Mukran zur Tat.

Quelle: Udo Burwitz

Mukran. Auf der Insel Rügen sollen die längsten Kunststoffrohre der Welt hergestellt werden. Dafür wird im Fährhafen Mukran eine große Produktionsstätte gebaut.

 

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Der türkische Generalkonsul Achmed Basar Sen, Mir-Holding-Präsident Ibrahim Mirmahmutogullari und Dr. Stefan Rudolph, Staatsekretär im Wirtschaftsministerium MV (v.r.n.l.) greifen zum Spaten und schreiten mit weiteren Vertretern der türkischen Delegation im Beisein von Fährhafenchef Harm Sievers (im Hintergrund) in Mukran zur Tat.

Quelle: Udo Burwitz

Wir wollen in Mukran Rohre von bis zu zwei Kilometern Länge an einem Stück produzieren.“MIR-Holding-Präsident Ibrahim Mirmahmutogullari

Gestern wurde der Grundstein für das knapp 10000 Quadratmeter große Werk gelegt, das die Deutsche Bogenn GmbH, eine Tochter der MIR Technologie Holding mit Hauptsitz im türkischen Istanbul, betreiben wird. Bereits Ende dieses Jahres will das Unternehmen in Mukran die Produktion von Kunststoffrohren mit einem Durchmesser von bis zu 2,60 Metern für Trink- und Abwasser sowie Gas aufnehmen.

Mit der Inbetriebnahme des Werkes werden 65 neue Arbeitsplätze geschaffen.

„Das ist eine Premiere für Mecklenburg-Vorpommern“, betonte Dr. Stefan Rudolph, Staatssekretär im Wirtschaftsministerium MV. Die Deutsche Bogenn sei die erste Industrieansiedlung aus der Türkei in unserem Bundesland. Das lebe über seine Verhältnisse und könne aus eigener Kraft nicht das erwirtschaften, was verbraucht wird. „Allein durch den Tourismus ist das nicht zu schaffen. Wir brauchen dafür auch eine Industrialisierung“, so Rudolph.

„Der Fährhafen auf Rügen bietet uns die besten Voraussetzungen, um unsere Märkte in Osteuropa und Russland schnellstmöglich zu erreichen“, begründete MIR-Präsident Ibrahim Mirmahmutogullari die Ansiedlung in Mukran. „Unser Unternehmen exportiert in 80 Länder.“

31 Millionen Euro werden für die Produktion der Kunststoffrohre in Mukran investiert. Das Land fördert das Vorhaben mit neun Millionen Euro. Auftraggeber für den Bau ist die Fährhafengesellschaft.

Sie vermietet die Produktionsstätte an die Bogenn GmbH. Die zahlt Miete, mit der die Investition refinanziert wird. „Mit dieser Neuansiedlung bauen wir einen der wichtigsten Wirtschaftsstandorte in MV weiter aus. Dies erweitert das Portfolio an Ladungen im Hafen und somit dessen Attraktivität für Logistiker und Reedereien“, sagte Harm Sievers, Geschäftsführer der Fährhafengesellschaft. Die arbeitet bereits seit Jahren daran, dem einzigen Tiefseehafen auf Rügen ein neues Profil zu geben und ihn vom reinen Fähr- zu einem Industriehafen zu entwickeln, weil der Güterumschlag zurückgeht und auch die Zahl der beförderten Passagiere sinkt. Mukran hat sich inzwischen als Basis-Hafen für den Bau der Offshore-Windparks in der Ostsee profiliert.

Das neue Rohrwerk wird mit der Rostocker Niederlassung der Firma Goldbeck ein Unternehmen aus MV bauen. „Das ist ein Großauftrag“, freut sich Volker Huber, Leiter der Rostocker Geschäftsstelle. Bis zum Jahresende bleibe nicht viel Zeit, deshalb werden in Spitzenzeiten bis zu 100 Mitarbeiter in Mukran am Bau beschäftigt sein, kündigte er zur Grundsteinlegung an. Das Werk mit rund 9100 Quadratmeter Produktions- und Lagerfläche sowie einem zweigeschossigen Bürogebäude wird aus Fertigteilen aus Beton und Stahl im Gewerbegebiet an der Südstraße auf dem Areal errichtet, das zuvor zur Lagerung der in Mukran mit Beton ummantelten Rohre für die von Russland bis Deutschland in der Ostsee gebaute Nordstream-Gasleitung genutzt wurde.

„Wir werden in Mukran die längsten Rohre der Welt bauen“, kündigte Ibrahim Mirmahmutogullari an. Bis zu zwei Kilometer lange Spezialrohre, die einem Druck von 200 Bar standhalten, sollen in einem Stück in der neuen Produktionsstätte hergestellt werden. Dafür muss vom Werk aus noch ein Kanal gebaut werden, durch den das XXL-Rohr bis zur Kaikante gezogen werden kann, wo es dann von einem Schiff aus auf dem Seeweg zum Bestimmungsort befördert wird. Der Kanal werde höchstwahrscheinlich ein oberirdischer und mit Seewasser gefüllt. Die aufschwimmenden Rohre könne darin gut befördert werden, erläuterte Harm Sievers. Diese Spezialrohre werden zum Beispiel als Trinkwasserleitungen in Wüsten oder für Insellösungen gebraucht. Der Kanalbau und die Produktion der längsten Rohe der Welt sind als zweite Ausbaustufe in Mukran geplant.

Mukran Port — Fährhafen mit neuer Dachmarke

Die Fährhafen bekommt einen neuen Namen. Ab 1. Mai präsentiert sich die Fährhafengesellschaft mit der neuen Dachmarke „Mukran Port“ auf dem Markt. Sie wurde gestern bei den vom Fährhafen veranstalteten Wirtschaftsgesprächen vorgestellt. „Mit der neuen Marke vollziehen wir den logischen nächsten Schritt, der sich in unserem operativen Geschäft schon seit Jahren widerspiegelt. Somit wird auch für Außenstehende auf den ersten Blick ersichtlich, dass bei uns nicht ausschließlich Fährschiffe an- und ablegen, sondern es sich um einen Multifunktionshafen handelt“, begründete Thomas Langlotz, Leiter Marketing & Vertrieb. Zukünftig werden die Bereiche Offshore Wind, Sea Port (Schiffsverkehr und Umschlag), Dry Port Industry (Ansiedlungen) und Rail Port unter der neuen Dachmarke organisiert.

Von Udo Burwitz

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