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Neue Urnenanlage auf Lietzower Friedhof

Lietzow Neue Urnenanlage auf Lietzower Friedhof

Gemeinde will eine Wiese als gemeinschaftliche Beisetzungsstätte herrichten und dort eine Stele aufstellen

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Auf der Friedhofs-Wiese, auf der Gemeindevertreterin Petra Ernst und Bürgermeister Jürgen Böhnig sitzen, soll die Lietzower Urnengemeinschaftsanlage entstehen.

Quelle: Maik Trettin

Lietzow. Gleich am Eingang liegt ein Haufen zertrümmerter Grabsteine. Die Menschen, an die sie erinnerten, sind schon vor vielen Jahrzehnten gestorben und auf dem Lietzower Friedhof bestattet worden. Doch obwohl der Anteil der älteren Menschen immer weiter steigt – die Zahl der Beisetzungen in Lietzow ist seit Jahren auf einem Tiefstand. Dem will die Gemeinde jetzt begegnen und auf dem Areal am Waldrand eine Urnengemeinschaftsanlage anlegen.

„Wir kommen damit dem Wunsch vieler älterer Einwohner des Dorfes nach“, sagt Petra Ernst. Die Gemeindevertreterin kümmert sich seit Jahren um die Seniorenbetreuung im Ort. Immer wieder sei sie auf eine solche Form der Bestattung angesprochen worden. „So etwas fehlt uns hier im Ort“, sagt auch Bürgermeister Jürgen Böhnig. Aus diesem Grund sucht man die Namen vieler Verstorbener aus Lietzow vergeblich auf dem dortigen Friedhof. „Einige werden in Sagard beigesetzt, viele andere auf See.“

Den Grund dafür glauben Petra Ernst und Jürgen Böhnig aus den Gesprächen deutlich herausgehört zu haben: Viele Ältere haben keine Angehörigen mehr vor Ort, die sich hier um die Grabpflege kümmern können. Wenn die Jüngeren aus dem Dorf oder ganz von der Insel weggezogen sind, sind die Wege zur Pflege der letzten Ruhestätte oft zu weit.

Doch auch im Süden Jasmunds ist man heimatverbunden – viele Bewohner wollen zu Hause beigesetzt werden. Mit einer solchen Urnenanlage schaffe man dafür die Möglichkeit, so Petra Ernst.

Zentraler Punkt der Urnenwiese wird eine Stele mit der Aufschrift „In stillem Gedenken“ sein. Sie soll in einem von Naturstein eingefassten Feld von Kieseln stehen. Auf diesem Areal können die Hinterbliebenen Blumen abstellen, auf der Wiese selbst wird das tabu sein. Dort erinnert eine kleine Grabplatte mit Inschrift über jeder Urne an den jeweiligen Toten. Diese Platten, so Ernst, werden ebenerdig in den Rasen eingelassen. „Dadurch ist der Pflegeaufwand für unsere Gemeindearbeiter minimal.“ Die Urnenwiese kann in einem Stück gemäht werden. Dadurch sei garantiert, dass es immer gepflegt aussehe. Ein Baum oder Busch soll in der Nähe der Stele Schatten spenden. Vom übrigen Friedhof wird die erhöht liegende Wiese durch niedrige Heckenpflanzen optisch abgegrenzt.

Im Sommer könnte dort die erste Urne beigesetzt werden. Was eine solche Grabstätte kostet, kann Bürgermeister Jürgen Böhnig noch nicht sagen. Im Zuge der Herrichtung der Urnenanlage sollen auch die Friedhofs- und die dazugehörende Gebührensatzung überarbeitet werden. Bestandteil ist eine Kostenkalkulation für die auf 20 Jahre angelegten Urnengemeinschaftsgräber. Auf jeden Fall werde es günstiger als ein Grab für einen Sarg, kündigt Petra Ernst an, die mit einem Preis zwischen 500 und 1000 Euro rechnet.

Damit wären dann auch schon sämtliche Nebenkosten abgedeckt, die für andere Gräber künftig kassiert werden sollen. Bislang kommt die Gemeinde für die Wasserentnahme auf dem Friedhof auf. Künftig soll dort „Wassergeld“ gezahlt werden. Wer dort eine Grabstelle gekauft hat, zahlt pro Jahr einen Pauschal-Betrag für den Wasseranschluss.

Dafür soll es demnächst auf dem Areal aufgeräumter aussehen. Die eingangs erwähnten alten Grabsteine will die Kommune entsorgen lassen. Zuvor sollen die abgelaufenen Grabstellen beräumt oder von den Hinterbliebenen neu gekauft und in Schuss gebracht werden. Aufgefrischt werden muss auch die Trauerhalle, deren Dachfirst durch einen Ast in Mitleidenschaft gezogen wurde. „Auch wenn das Geld knapp ist: Für die Reparatur werden wir im Haushalt etwas umschichten müssen“, sagt Jürgen Böhnig.

Platz für weitere Urnen

136 Grabstellen gibt es derzeit auf dem Lietzower Friedhof. Darunter sind auch 22 Kriegsgräber.

25 Urnen sollen auf der so genannten Urnengemeinschaftsanlage, der Urnenwiese, Platz finden. Sollte das nicht ausreichen, sei noch genügend Fläche vorhanden, um die Anlage zu erweitern, versichert Bürgermeister Jürgen Böhnig. Das jeweilige Urnengraub kaufen die Hinterbliebenen für 20 Jahre; anschließend kann der Vertrag verlängert werden.

Maik Trettin

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