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Rügen Neues Parkhaus: Sassnitzer fürchten Stau
Vorpommern Rügen Neues Parkhaus: Sassnitzer fürchten Stau
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02:25 22.03.2014
Sassnitz

Weg mit dem Blech von der Kaikante, freier Blick auf die Ostsee beim Promenieren — Sassnitz schafft Ordnung im Stadthafen. Die Autos sollen von Pier und Promenade verschwinden und „versteckt“ werden — in einem neuen Parkhaus. Doch Sassnitzer sehen trotzdem eine Autoschlange — schon vor dem Hafen. „In Stoßzeiten könnte die Zufahrt zum Parkhaus von der Serpentine aus zum Nadelöhr werden, die Autos sich womöglich in der Hafenstraße stauen“, fürchtet Klaus Schütt.

„Am kommenden Montag ist Baubeginn“, kündigte Siegfried Gerecke, Projektleiter der Deutsche Industrie- und Parkhausbau GmbH (dip), Klaus Schütt und rund 70 weiteren Sassnitzern am Donnerstagnachmittag an. Sie waren ins Rathaus gekommen, wo Planer, Architekten, Bauherren und -ausführende das Millionen-Projekt vorstellten. Der Bauzaun steht bereits an der Hafenstraße vis-á-vis der Fischhalle im Stadthafen. Ein großer Aufsteller unmittelbar an der Serpentine informiert: „Investition in Ihre Zukunft, Neubau einer Parkpalette für zirka 480 Pkw“. „Am Montag beginnen die Erdarbeiten, der alte Parkplatz auf dem Gelände an der historischen Stützmauer muss verschwinden“, sagt Gerecke. Er hat für die dip die Fäden in der Hand. Das Unternehmen aus Bad Honnef wird das Parkhaus zusammen mit der Gebrüder Karstens Bauunternehmung Waren errichten. Die Stadt investiert rund 4,6 Millionen Euro und damit etwa 1,1 Millionen Euro mehr als ursprünglich vorgesehen (die OZ berichtete).

„Aus Kostengründen hat sich die Stadt für ein Systemparkhaus entschieden“, informiert Hartmut Pieper vom gleichnamigen Architekturbüro. Um die Kosten halbwegs in den Griff zu bekommen, sei auf ein Dach verzichtet worden. Auf fünf Decks werden die rund 480 Stellplätze im 90-Grad-Winkel in dem mit feuerverzinkten Stahlgittern verkleideten Gebäude, das er als „Parkpalette“ bezeichnet, angeordnet sein. Von der Hafenstraßen-Serpentine aus erfolgt die Zufahrt über eine kleine Brücke, eine weitere Einfahrt sowie zwei Ausfahrten gibt es vom Stadthafen aus.

Carsten Schwarzlose von der BIG-Städtebau, treuhänderischer Sanierungsträger der Kommune, beamt dazu Entwurfsskizzen an die Wand. Stefan Grunau, Vorsitzender des Bauausschusses, reicht das nicht.

„Wir haben eine vernünftige Visualisierung gefordert. Die Leute müssen sich doch vorstellen können, wie sich das Parkhaus — immerhin 100 Meter lang und etwa 16 Meter hoch — in den Stadthafen integriert“, moniert er, dass die Planer dieser Forderung bis heute nicht nachgekommen sind.

Werner Stoppe sieht auch ohne Fotomontage die Autos „schon in meinem Vorgarten“ stehen. Er wohnt oberhalb der Stützmauer direkt am Stadthafen. „Wir und unsere Gäste werden den Lärm und die Abgase abbekommen“, fürchtet er einen Wertverlust für sein Grundstück. Die Abgase werden abgeleitet, zu einer Lärmbelästigung wird es nicht kommen, sagt ein extra für das Vorhaben angefertigtes Gutachten aus, entgegnet Carsten Schwarzlose.

Klaus Schütt sieht die Verkehrssicherheit auf der Zufahrt zum Stadthafen gefährdet. „Denn genau an der Serpentine der Hafenstraße wird es ja nicht nur die Zu- und Abfahrt zum Parkhaus, sondern noch eine zweite geben“, erinnert er an das Wohnprojekt „Villa Clara“. Das Deutsche Heim will das ehemalige Kasernengelände bebauen, zur Anlage soll es ebenfalls eine Zu- und Abfahrt von der Serpentine geben (OZ berichtete). „Deshalb wäre eine Geschwindigkeitsbegrenzung angebracht“, schlussfolgert Schütt. Das müsse mit der Verkehrsbehörde abgestimmt werden, sagt Carsten Schwarzlose. Den befürchteten Stau sieht er nicht. Einerseits passen drei Autos auf die Brücke zum Parkhaus. „Außerdem sollen Schilder schon an der Straße auf die zweite Parkhaus-Zufahrt im Stadthafen hinweisen.“ Mit dem Projekt werde einer der drei Entwicklungsschwerpunkte für den Stadthafen umgesetzt, die die Kommunalpolitiker im Ergebnis eines schon 2003 initiierten städtebaulichen Wettbewerbs manifestiert haben, betont er. Das erste Ziel, den Hafen an die Stadt anzubinden, sei mit der Umgestaltung des Rügenplatzes und dem Bau der Fußgängerbrücke bereits erreicht. Der Straßenausbau im Hafengelände sei weit fortgeschritten. „Jetzt wird als Drittes der ruhende Verkehr im Hafen mit dem Parkhaus zentralisiert.“

Dieses Ziel soll schon in wenigen Monaten erreicht sein, kündigt Siegfried Gerecke den Sassnitzern an. „Die Bauzeit ist von März bis Ende Oktober veranschlagt. Dann soll das Parkhaus fertiggestellt sein.“



Udo Burwitz

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