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Sassnitz Promenieren im ehemaligen Gleisbett

Sassnitz will stillgelegte Hafenbahntrasse für Fußgänger und Radfahrer ausbauen

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In der Nähe des so genannten Fährtrichters mündeten die Schienen der Hafenbahn in die Gleisanlagen des Stadthafens.

Quelle: Foto: Stadtarchiv Sassnitz

Sassnitz. Die Stadt Sassnitz will die Trasse der früheren Hafenbahn wiederbeleben. Statt der Waggons sollen auf der 800 Meter langen Piste Fußgänger und Radfahrer zwischen dem Stadthafen und dem früheren Kistenplatz in Dwasieden pendeln. Bereits im nächsten Jahr könnten die Arbeiten beginnen, kündigte Claudia Timm vom zuständigen Sanierungsträger BIG Städtebau vor Mitgliedern des Sassnitzer Bauausschusses an.

OZ-Bild

Sassnitz will stillgelegte Hafenbahntrasse für Fußgänger und Radfahrer ausbauen

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3,50 Meter breit soll die neue Zuwegung zum Hafen werden. Die ist im Normalfall Spaziergängern und Pedalrittern vorbehalten. Bei Großveranstaltungen wie den Hafentagen soll sie auch als Rettungszufahrt dienen und von Lieferfahrzeugen genutzt werden. Ansonsten sind Autos hier auch künftig tabu. Zugelassen werden hingegen Zubringerfahrzeuge, etwa kleine Busse oder Mini-Loks. Denn im Bereich des geplanten Terrassenparks sollen zwischen der Sporthalle Dwasieden und dem ehemaligen Kistenplatz neben Grünanlagen auch zahlreiche Parkplätze entstehen. Einen entsprechenden Bebauungsplan hat die Stadt Sassnitz schon vor geraumer Zeit aufgestellt. Gerade bei Großveranstaltungen sollen Hafenbesucher dort ihre Autos abstellen können. Weiter soll es dann zu Fuß oder mit einem Zubringer bis hinunter in den Hafen und wieder zurück zum Parkplatz gehen.

Die Trasse wird in Höhe des Hafenbahnhofs beginnen, bergan bis auf das Gelände der Turnhalle Dwasieden führen, deren Zuwegung kreuzen und weiter bis in Richtung Kistenplatz gezogen. Auf der Seeseite ist ein Geländer geplant, wie es auch schon an der Hafenstraßen-Serpentine montiert wurde. Auf dem Weg zwischen Kistenplatz und Stadthafen können die Spaziergänger und Radfahrer auf mehreren Bänken ausruhen, die unterwegs in Nischen platziert werden sollen. Außerdem sind zwei kleinere Plattformen vorgesehen, auf denen Informationstafeln und Spielgeräte Platz finden sollen. Am so genannten Sachsenblick oberhalb der früheren Bahntrasse will die Stadt in dem Zuge ein Kunstobjekt des Sassnitzers Helmut Senf installieren. „Fenster“ heißt das Stück, das sie bereits erworben hat und das gleich zu Beginn der Arbeiten aufgestellt werden soll.

Zuallererst aber wird man die Bahntrasse überhaupt wieder sicht- und begehbar machen müssen. Seit Jahren wird sie von der Bahn nicht mehr genutzt; die Gleise wurden zum Teil demontiert. Seitdem erobert sich die Natur die Verbindung zurück, die ursprünglich am Sassnitzer Bahnhof begann und sich zwischen Böschungen den Hang hinunter bis an die Hafenkante schlängelte. „Die Trasse ist völlig zugewachsen“, sagt Timm. Nicht einmal die Vermesser kämen mehr durch. Der allererste Schritt wird darum sein, dem Grün mit Säge und Schere zu Leibe zu rücken und es zurückzudrängen. Dabei ist Vorsicht geboten: Auf der früheren Eisenbahnstrecke liegt noch ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg. Die Fachleute vom Munitionsbergungsdienst werden die Bombe erst entschärfen und dann beseitigen, kündigten die Vertreter des Sanierungsträgers an.

1,9 Millionen Euro kostet das Vorhaben. Das Geld stehe bereit, das Ministerium habe dem Fördermittelantrag der Stadt zugestimmt, sagte Claudia Timm. Sassnitz könne das Geld aus der Städtebauförderung bekommen. Dass die Umsetzung des Projekts, das die Kommune seit Jahren in der Schublade hat, jetzt so ruckartig vorangeht, daran hat die Bahn einen gewissen Anteil. Um investieren zu können, musste die Stadt die notwendigen Flächen erst besitzen. Die Verhandlungen mit dem Konzern waren zäh und zogen sich über Jahre. „Wir haben inzwischen sämtliche Flächen im Stadthafen von der Deutschen Bahn erwerben können“, bestätigte Bürgermeister Frank Kracht auf OZ-Nachfrage. Jetzt könne man an die Umsetzung der Pläne gehen.

Darauf warten auch viele private Investoren, wie Claudia Timm deutlich machte. „Die Realisierung der Hafenbahntrasse ist wichtig für die Verwirklichung vieler anderer Bebauungspläne im Bereich des Stadthafens.“ Denn zur Erschließung vieler Flächen werde die Trasse in den Hafen gebraucht. Eine ganze Reihe von Grundstücken, die in der so genannten Oberstadt bebaut werden, können ihr Regenwasser nur nach unten, also in Richtung Hafen ableiten. Das trifft auch auf die Häuser zu, die am früheren Fährtrichter entstehen sollen. Sie alle leiten den anfallenden Regen in Rohre, die unter der Oberfläche der Hafenbahntrasse verlegt werden. „Auch die Böschung wird in diese Richtung entwässert“, machte Brigitte Wilken vom Stralsunder Planungsbüro „aiu“ klar.

Profitieren werden die Bewohner oberhalb des Hanges auch auf andere Weise von dem neuen Weg. Viele der Stichstraßen enden bislang an der Hangkante. Bei der Planung der Hafenbahntrasse habe man deshalb eingeplant, dass die Fußwege weiter bis auf die neue Verbindung in den Stadthafen geführt werden können.

Maik Trettin

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