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Rügener Seeleute feiern „Silberhochzeit“

Sassnitz Rügener Seeleute feiern „Silberhochzeit“

Vor 25 Jahren wurde in Sassnitz der Nautische Verein gegründet / Vor allem Seefahrts-Senioren der Insel sind hier aktiv

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Vorsitzender Erwin Krohn überbrachte den Mitgliedern eine gute Nachricht: 1100 Euro für die Vereinskasse stiftete die Sparkasse.

Quelle: Maik Trettin

Sassnitz. Sie kennen sich alle. Die rund 30 Männer, die an diesem Abend im ausgebauten Dachgeschoss des früheren Rettungsschuppens im Sassnitzer Hafen zusammensitzen, haben zum Teil jahrzehntelang zusammengearbeitet, manche kannten den einen oder anderen nur vom Sehen, bevor sie sich beim Nautischen Verein in Sassnitz trafen. Aktive Seeleute und Seemänner im Ruhestand kamen nach Feierabend auf der MS „Nordwind“ zusammen, um über die Entwicklung von Schifffahrt und Fischerei zu plaudern oder Seefahrergeschichten zu erzählen. Das ist 25 Jahre her.

Sassnitz liegt nicht am Rande der Welt, es ist immer wieder in aller Munde.“Dieter Holtz, früherer Bürgermeister

„Mensch, wie die Zeit vergeht!“, staunte denn auch der Vorsitzende Erwin Krohn, der am Dienstagabend bei einer kleinen Festveranstaltung in den Vereinsräumen die Entwicklung der vergangenen Jahre Revue passieren ließ. Einige „Vereins-Nautiker“ der ersten Stunde sind noch heute dabei, wie das Gründungsmitglied Wolfgang Neumann, der viele Jahre lang die Geschicke des Vereins leitete und mittlerweile zum Ehrenvorsitzenden ernannt wurde. Doch eine ganze Reihe von Mitgliedern lebt mittlerweile nicht mehr.

„Wir sind doch hauptsächlich so etwas wie ein Senioren-Verein“, sagt Vorstandsmitglied Hans-Joachim Kobelt. Die überwiegende Mehrzahl der Mitglieder sei Rentner oder zumindest im Vorruhestand. „Wer monatelang auf dem Schiff unterwegs ist, hat keine Zeit für regelmäßige Vereinstreffen an Land“, erklärt er das Fehlen der jüngeren Generation. Zu der halten sie dennoch die Verbindung: Die Kinder einiger Mitglieder sind in die Fußstapfen ihrer Väter getreten und haben sich der Seefahrt verschrieben. Dadurch bleiben auch die „Landratten“ auf dem Laufenden, was die Entwicklung in der Branche angeht. Gerade haben sie mit der Besatzung des Containerfrachters „Kuala Lumpur Express“ zusammengesessen und gefachsimpelt. Das Schiff lag zu Wartungsarbeiten vor der Sassnitzer Küste. Ein Teil der Besatzung und der Lehrlinge sprachen an Land mit dem Nautischen Verein über die Ausbildung in der Seefahrt heute.

Und nicht nur dadurch bleiben die Rügener Seebären am Ball. „Ihr habt hier regelmäßig aktuelle Themen auf der Pfanne“, zollte Bürgermeister Frank Kracht beim Treffen am Dienstagabend Respekt. Wer einmal zur See gefahren ist, den lässt das Meer nicht los. Vertreter des Fischereiwesens, der Wasserschutzpolizei, des Wasser- und Schifffahrtsamtes, aber auch dem Meer verbundene Schriftsteller und Bildende Künstler, haben in dem zurückliegenden Vierteljahrhundert Vorträge vor den Fahrensleuten gehalten. Die sind nicht nur dann ganz Ohr, wenn Gäste referieren. Die munter plappernde Truppe verstummt auch dann, wenn einer aus ihrer Mitte Geschichten aus der Fahrenszeit zum Besten gibt. „Wenn Volker Schnell und Reiner Lehfold von ihren Afrika-Fahrten berichten, wird es immer ganz still“, sagt der Vereinsvorsitzende Erwin Krohn.

Die Geschichten gehen den Vereinsmitgliedern nicht aus. Franz Plaep erinnerte sich während der Festveranstaltung noch daran, wo die Sassnitzer und die Rostocker Flotte seinerzeit überall gefischt habe. „Wir sind mit unseren Schiffen zu den Fangplätzen nach Island, Spitzbergen und sogar bis nach Südamerika gefahren.“ Von den Westdeutschen anfangs belächelt, später als Konkurrenten beschimpft und schließlich als Kollegen geachtet, hätten sich die Sassnitzer Fischer ihren Stand hart erarbeitet. Heute sei die Fischerei leider kein Thema im bundesweiten ständigen Fachausschuss. „Deshalb haben wir uns da auch zurückgezogen“, begründet der Ehrenvorsitzende Neumann. Den Kontakt dorthin hält man aber trotzdem aufrecht, zum Teil auch über die Stralsunder Kollegen, von denen sich der Nautische Verein, anfangs eine eigenständige Sektion des Stralsunders, vor 16 Jahren selbstbewusst abnabelte.

„Auch hier am Ende der Welt haben wir es geschafft, eine solche Institution zu gründen“, sagt der frühere Vorsitzende Wolfgang Neumann sichtlich zufrieden. Dieter Holtz, der als Ehrengast zur Feierstunde geladen war, widersprach zum Teil: „Sassnitz liegt nicht am Rande der Welt, es ist immer wieder in aller Munde“, sagte der ehemalige Bürgermeister. Dafür, dass der Name der Stadt seinen Ruf überall an der Ostsee behalte, sorge auch der Nautische Verein.

Von Maik Trettin

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