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Ruhige Saison für Glowes Wasserretter

Glowe Ruhige Saison für Glowes Wasserretter

Der Badebetrieb lief in diesem Jahr ohne ernsthafte Zwischenfälle ab.

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Henrik Lietfien, Rettungsschwimmer und Bootsführer bei der DRK-Wasserwacht, auf Kontrollfahrt vor dem Glower Strand. Dort ging gestern für die Wasserretter die diesjährige Saison zu Ende.

Quelle: Paul Bräse

Glowe. Morgens um acht klingelt der Wecker in der Unterkunft der Rettungsschwimmer der DRK-Wasserwacht in Glowe. Für sie beginnt ein Arbeitstag, der gegen 18 Uhr beendet sein wird.

Das Wetter ist traumhaft, bereits jetzt zeigt das Thermometer 21 Grad im Schatten. „Das wird ein arbeitsreicher Tag“, ahnt Tilman Hascher. Der 24-Jährige ist stellvertretender Wachleiter der DRK-Wasserwacht in Zinnowitz auf Usedom. Auf Rügen ist er, um sich einen Eindruck von den anderen Wachtürmen in Mecklenburg-Vorpommern zu verschaffen. „Und zum Entspannen“, gibt der Retter zu. Denn im Vergleich zum Usedomer Wachdienst mit zwölf Rettungsschwimmern täglich verteilt auf vier Türme und jährlich etwa 300 Einsätzen, ist es in Glowe relativ ruhig. Dennoch wird es heute noch genug zu tun geben.

Ab um zehn ist der Wachturm am Glower Kurplatz besetzt. Vorher muss das Rettungsboot aus dem Hafen geholt werden. „Nur zur Sicherheit“, hofft Carolin Weßlowski. Denn im Ernstfall zählt jede Sekunde.

„Da ist ein Boot mehr als nur hilfreich.“

Doch glücklicherweise sind die meisten Einsätze nicht so ernst. „Meist müssen nur Pflaster geklebt werden, oder die Patienten wollen etwas zum Kühlen von Insektenstichen“, weiß die Greifswalderin.

11.48 Uhr: Plötzlich klingelt das Telefon. Ein Segler ist auf seinem Schiff unweit des Strandes gestürzt. Mit dem Boot sind die Rettungsschwimmer nicht einmal drei Minuten später am Ort des Geschehens. Zum Glück kann Entwarnung gegeben werden. Mehr als ein Stützverband war vorerst nicht nötig. Trotzdem raten die Helfer dem Pechvogel, sich von einem Arzt untersuchen zu lassen.

Zurück an Land gibt es gleich wieder etwas zu tun. Ein paar Kinder spielen auf den Buhnen, nutzen diese als Sprungturm. „Das ist nicht nur streng verboten, sondern auch extrem gefährlich“, weiß

Hascher zu berichten. „Zwar treten sich die meisten Badegäste dort nur einen Splitter ein, aber die Holzpfähle sind teilweise sehr rutschig und unten mit scharfen Muscheln bewachsen. Wer da abrutscht, kann sich schwer verletzen.“

Dass viele Urlauber diese Gefahren unterschätzen, ärgert ihn. Er musste sich sogar schon von Badegästen beschimpfen lassen, als er sie auf das Verbot hingewiesen hat. Warum er bei ihnen auf so viel Unverständnis trifft, weiß der Usedomer nicht. Das sei aber kein Problem, das es nur auf Rügen gebe. Doch die hohe Zahl an Badetoten der Saison bestätigt ihn darin, sie immer wieder auf die Gefahren am und im Wasser hinzuweisen.

Dann wieder Action: Eine Mutter sucht ihre Tochter. Während Weßlowski sie beruhigt und die Daten aufnimmt, ist der Rest der Besatzung am Strand und hält Ausschau nach dem Kind. Doch nach wenigen Minuten ist das Problem gelöst. Die Kleine hatte sich am Strand verlaufen, wo der Vater sie nach kurzer Zeit wiederfand. Auch das ist ein Teil der Arbeit eines Rettungsschwimmers.

Um 18 Uhr wird der Turm abgeschlossen, das Boot weggebracht. Doch an Feierabend ist noch nicht zu denken. Abends unterstützen die Rettungsschwimmer ab und zu die anderen Helfer des DRK bei der Absicherung der Störtebeker-Festspiele in Ralswiek. Um 23.30 Uhr sind sie dann wieder zurück in der Unterkunft. Seit gestern zum letzten Mal für diese Saison. Dass sie auch nächstes Jahr wieder ehrenamtlich tagtäglich an den Stränden sein werden, um für die Badegäste da zu sein, wissen Carolin Weßlowski und Tilman Hascher. Vielleicht sogar wieder in Glowe.

1500 Wachstunden
16 Jahre alt muss man mindestens sein, um Rettungsschwimmer zu werden. Voraussetzung ist, dass man bereit ist, einen nicht geringen Teil seiner Freizeit für diese ehrenamtliche Aufgabe zu opfern. Kurse bieten sowohl das Deutsche Rote Kreuz als auch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) an. Mehr als 20 Rettungsschwimmer arbeiteten dieses Jahr ehrenamtlich in Glowe, sie leisteten 2013 allein dort etwa 1500 Wachstunden.

 

 

Paul Bräse

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