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Sagard will sich „Gehweg der Nationen“ pflastern lassen

Sagard Sagard will sich „Gehweg der Nationen“ pflastern lassen

Ausbau der August-Bebel-Straße beginnt nächste Woche / Straße wird voll gesperrt

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Kopfsteinpflaster adé: Nächste Woche beginnt der Ausbau der August-Bebel-Straße in Sagard.

Quelle: Udo Burwitz

Sagard. Die Sagarder wollen sich die große, weite Welt vor die Haustür holen. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Wer künftig den Bürgersteig in der August-Bebel-Straße unter die Füße nimmt, soll auf Pflastersteinen aus aller Herren Länder laufen. Die Idee: „Wir haben vor, in der Straße einen ,Gehweg der Nationen‘ anlegen zu lassen“, sagt Bürgermeister Sandro Wenzel.

Großinvestition

215 Meter lang ist der Abschnitt der August-Bebel-Straße von der Brücke bis zur Kreuzung Schulstraße/Brunnenaue, der ab der kommenden Woche ausgebaut wird.

780000 Euro sind für das Verlegen neuer Schmutz-, Regenwasser- und Trinkwasserleitungen sowie den Straßenausbau geplant.

Die Tage der alten, vorhandenen Pflastersteine auf dem Gehweg in der Bebelstraße sind gezählt. Dort werden bereits in der kommenden Woche Straßenbauer anrücken. „Am 1. März soll der Ausbau der Bebelstraße beginnen“, kündigte Thomas Ulrich, Bauamtsleiter im Amt Nord-Rügen, am Donnerstagabend in einer Versammlung an, in der Anliegern der Straße über den Ablauf der schon lange von der Gemeinde geplanten Maßnahme informiert wurden. Nicht nur die Bewohner müssen sich auf Einschränkungen einstellen, auch Verkehrsteilnehmer. „Denn die Straße wird während der Bauzeit für den Verkehr voll gesperrt“, kündigte Ulrich an, dass die Arbeiten bei einem Bauablauf ohne Komplikationen im Oktober abgeschlossen sein sollen. Nicht nur die Tage der Gehwegsteine, sondern auch die des historischen Kopfsteinpflasters auf der Fahrbahn in der Bebelstraße sind gezählt. Letztere sollen durch ein 5,50 Meter breites Asphaltband auf dem Abschnitt von der Brücke bis zur Kreuzung Schulstraße/Brunnenaue ersetzt werden. Der Knotenpunkt wird mit ausgebaut. Der vorhandene Gehweg wird neu angelegt und soll insgesamt 2 Meter breit werden.

Vor den Straßen- werden zunächst die Kanalbauer anrücken, kündigte Projektplaner Hans-Joachim Prabel vom Büro Merkel an. „Die werden neue Leitungen für Schmutz-, Regen- und Trinkwasser verlegen.“ Mit diesen Arbeiten werde an der Brücke begonnen. Für die Kanalbauer ist am Knotenpunkt Bebel-/Schulstraße/Brunnenaue aber nicht Schluss. „Schmutz- und Trinkwasserleitung werden im Auftrag des Zweckverbandes Wasserversorgung und Abwasserbehandlung Rügen auch auf dem Abschnitt dahinter und bis zum Grundstück mit der Hausnummer 43 verlegt“, so Prabel. Auf diesem Teilstück werde die Straße anschließend allerdings nur wieder instandgesetzt und nicht ausgebaut. Mit dem Leitungsbau werden auch jene Anwohner der Bebelstraße, die bislang ihr Abwasser noch in private Kleinkläranlagen leiten, an das zentrale Abwassernetz angeschlossen. Jene Grundstückseigentümer, die es betrifft, müssen dafür zahlen. Von ihnen wird der Abwasserbeitrag verlangt — 4,20 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche.

Kosten kommen auch auf die anderen Grundstückseigentümer zu, vor deren Haustür das Historische Kopfsteinpflaster durch das neue Asphaltband ersetzt wird. Sie müssen sich an der Finanzierung des Straßenausbaus beteiligen und laut Satzung der Kommune in Abhängigkeit der Geschosshöhe ihrer Häuser mit Beiträgen von etwa 1,50 bis 2,50 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche rechnen.

Die Pläne für das Vorhaben sind längst zu Papier gebracht. Doch Sandro Wenzel wartet mit einem Änderungsvorschlag auf: „Wir wollen den Gehweg hochwertiger gestalten“, kündigte er den Anwohnern an.

Laut Planunterlagen soll der auf dem Bauabschnitt eigentlich mit Betonsteinen gepflastert werden. Der Bürgersteig an der Bebelstraße, der vom Markt bis zum Beginn des Ausbauabschnitts an der Brücke führt, sei aber edler. Er wurde innerhalb der Sanierungsmaßnahmen im historischen Ortskern mit Granit gestaltet, erinnerte Wenzel. „Er soll auch eine hochwertige Fortsetzung finden — mit einem Gehweg der Nationen“, erläuterte Wenzel, was hinter dieser Idee steckt. Die Gemeinde will den neuen Bürgersteig auf dem Bauabschnitt mit Steinen aus verschiedenen Ländern pflastern lassen. Italien, Indien, Vietnam und Angola — mit einem Lieferanten hat Sandro Wenzel bereits Kontakt aufgenommen. „Von dem könnten wir Steine aus 20 Ländern rund um den Globus bekommen“, sagt er. Die sollen dann abschnittsweise auf dem Gehweg verlegt werden. Das kostet natürlich. Deshalb geht der Bürgermeister bereits Klinken putzen bei Unternehmen in Sagard und der Region. Sie sollen die Mehrkosten als Sponsoren übernehmen. „Denn für die Anwohner soll das Ganze kostenneutral sein“, betonte er. „Wenn wir das Geld zusammen haben, könnte die Idee Wirklichkeit werden.“

 



Udo Burwitz

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