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Sagarder Narren auf dem Weg zu Trump

Sagard Sagarder Narren auf dem Weg zu Trump

Neues Programm „New York wartet schon“ im Workshop einstudiert / Aufbauarbeiten in der Turnhalle in vollem Gange

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Licht aus, Spot an! Die Sagarder Karnevalisten wollen ihren großen Ball ins rechte Licht rücken. Siegfried Bruhn vom Elferrat des Faschingsvereins nimmt in der Turnhalle schon mal Platz am Regiepult für einen Test.

Quelle: Foto: Udo Burwitz

Sagard. In Sagard können die Narren zaubern. Mit Muskelkraft heben sie einen mit Sternen voll besetzten Himmel zum Himmel. Der löst sich nicht in Luft auf. Es ist ein Firmament aus Kunststoff, das von einer großen Metallkonstruktion getragen wird, die mit etlichen Scheinwerfern bestückt ist. Mitglieder des Carneval Clubs Sagard (CCS) haben die riesige Konstruktion in der Turnhalle an der Grundschule aufgebaut und den Himmel in den Himmel gehoben. Das mit Sternen besetzte Himmelsgewölbe aus Kunststoff spannt sich wie ein Dach zwischen vier Gittermasten. Licht aus, Spot an! Siegfried Bruhn, Mitglied des Elferrates, sitzt am Technikstand vor mehreren Bildschirmen. „Alles computergesteuert“, sagt er. Ein Fingertipp auf der Tastatur – und schon bricht die Sternstunde am Sagarder Faschingshimmel an.

„Wir greifen in dieser Session tatsächlich nach den Sternen“, sagt René Herzberg. Dabei hat der Vizepräsident des CCS jene im Visier, die die US-amerikanische Flagge zieren. Die Sagarder wollen ins Reich von Donald Trump. „Der CCS in der 37. Session – New York City wartet schon“, lautet das Motto der aktuellen und am 11.11. im vergangenen Jahr eröffneten Saison, die am Aschermittwoch endet.

„Die heiße Vorbereitungsphase für die großen Bälle ist angebrochen.“ Siegfried Bruhn gibt per Tastendruck den nächsten Befehl ein. Grelle Scheinwerfer blenden auf an der Gitterkonstruktion in der Turnhalle. „Schon vor Beginn der Winterferien haben wir mit den Aufbauarbeiten begonnen“, sagt der Sagarder und platziert in der noch leeren Halle schon mal Tische und Stühle für den geplanten Senioren- und Kinderkarneval sowie den großen Kostüm- und den Nachtwäscheball.

„Wir feiern mit alt und jung. Das hat Tradition“, kommentiert Siegfried Bruhn das CCS-Veranstaltungsprogramm für die mittlerweile 37. Session. Dass aus Sagard eine Karnevalshochburg auf Rügen geworden ist, daran habe Ilse „Ille“ Brill ihre Aktien, erinnert er an die Anfänge des närrischen Treibens. „Ille“, die im ehemaligen Jasmunder Hof die Regie führte, bezeichnet Siegfried Bruhn als „Urheberin“. „Sie gab 1980 die Parole aus: Fasching feiern können wir doch auch.“ Dabei hatte sie wohl die Nachbarn in Sassnitz im Blick, die schon fünf Jahre zuvor die fünfte Jahreszeit als festen Bestandteil des Kalenders in der Hafenstadt aus der Taufe gehoben hatten. „Illes“ gewichtiges Wort setzten die Sagarder in die Tat um. Siegfried Bruhn lächelt: „Ich habe von Anfang an mitgefeiert.“

Zunächst als Gast, gehört er schon seit Jahrzehnten dem Elferrat des CCS an, der bei rauschenden Bällen in Marlow und ab dem Jahr 2000 in der großen Halle in Neddesitz schon märchenhaft gefeiert und Reisen bis in die Südsee unternommen hat. Das dritte Mal in Folge wird nun die Turnhalle in Sagard zur großen Bühne für das Faschingsvolk.

Das nimmt der CCS mit auf eine große Reise nach New York. „Das Programm für diese Reise steht“, verspricht René Herzberg „eine bunte Show aus einem Guss – mit Sketchen, Tänzen und Männerballett“.

Unter der Leitung von Andrea König und Ulrike Karger-Herzberg probten Funkengarde, Kindertanzgruppe und andere Mitglieder des Karnevalsvereins bereits fleißig. „Das erste Januar-Wochenende haben wir dafür extra einen Workshop durchgeführt“, sagt René Herzberg. Die Vorbereitungen begannen jedoch viel früher. „Mit der Ideenfindung für das Motto.“ Die Entscheidung für die Reise nach New York sei „eine demokratische“, betont der CCS-Vizepräsident. Gefällt wurde sie bereits im September bei der ersten Sitzung des Elferrates zur Vorbereitung der neuen Session. Die Entscheidung für New York sei purer Zufall gewesen. „Da hatten wir den neuen US-Präsidenten noch gar nicht auf dem Schirm“, sagt René Herzberg und hat ein verschmitztes Lächeln im Gesicht. Schließlich biete sich Trump mit seinem umstrittenen Regierungsstil nicht nur als Zielscheibe für Karikaturisten an. „Wir haben eine gute Wahl getroffen.“

Seit gut drei Wochen läuft der Kartenverkauf. „Läuft super“, freut sich René Herzberg. Die Karten für die großen Bälle seien weggegangen wie die sprichwörtlich warmen Semmeln, 90 Prozent schon verkauft. „Und alle über das Internet. Unser Karnevalclub ist im digitalen Zeitalter angekommen.“ Trotz modernster Technik, die Renato Lehmann aus dem Effeff beherrscht – auf Handarbeit und Muskelkraft können die CCS-Mitglieder nicht verzichten, damit die große Reise starten kann. Siegfried Bruhn, René Herzberg und Co. packen in der Turnhalle an, damit auch alle Närrinnen und Narren auf dem Faschingsdampfer ihren Platz finden. New York, NewYork – die Sagarder kommen.

Faschingsprogramm

50 Mitglieder sind es etwa, die sich im Carneval Club Sagard für die fünfte Jahreszeit in der Jasmunder Kommune ins Zeug legen.

4 Bälle und Faschingsfeiern in der Turnhalle der Sagarder Grundschule stehen in der 37. Session auf dem Programm. Los geht es am 24. Februar mit dem Seniorenkarneval. Einen Tag später steigt der große Kostümball, am 26. des Monats wird Kinderkarneval gefeiert und am 4. März ein großer Nachtwäscheball.

Karten für den Kostüm- und den Nachtwäscheball sowie nähere Informationen gibt es online unter www.carneval-club-sagard.de. Tickets für die Seniorenveranstaltung können telefonisch unter den Rufnummern 2320 oder 3642 (Vorwahl Sagard 038302) geordert werden. Karten für den Kinderkarneval gibt es an der Tageskasse in der Turnhalle.

Udo Burwitz

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