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Sassnitz: Stadt soll Seesteg-Blick retten

Sassnitz Sassnitz: Stadt soll Seesteg-Blick retten

Wirtschaftsausschuss fordert Regiewechsel für Erhalt der wegen Baufälligkeit gesperrten Seebrücke

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Die Sperrung des Seestegs ist für Urlauber ein Schock.“Peter Klemm, Mitglied Tourismusausschuss

Sassnitz. Es ist eines der beliebtesten Fotomotive für Sassnitz-Besucher – das Panorama der Altstadt. Einfangen lässt es sich in seiner ganzen Pracht trockenen Fußes aber nur vom Seesteg am Fuße der Altstadt. Doch zum Brückenlauf für den besten Fotografen-Standpunkt können Einheimische wie Urlauber seit etwa zwei Wochen nicht mehr starten, denn die Stadt hat das rund 105 Meter lange Bauwerk wegen Baufälligkeit gesperrt (die OZ berichtete). Um das zu ändern, fordert der Wirtschafts- und Tourismusausschuss der Kommune einen „Kommandowechsel“ auf der Brücke.

OZ-Bild

Wirtschaftsausschuss fordert Regiewechsel für Erhalt der wegen Baufälligkeit gesperrten Seebrücke

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Die Stadt soll wieder selbst Regie führen und den mit der Hafenbetriebs- und Entwicklungsgesellschaft (HBEG) geschlossenen Betreuungsvertrag zum Unterhalt des Bauwerkes lösen, schlagen die Ausschussmitglieder vor.

„Das ist ein Schock für die Urlauber“, kommentierte der Sassnitzer Peter Klemm die Seesteg-Sperrung. „Das ist ein unhaltbarer Zustand“, pflichtet Stadtvertreterin Christine Zillmer (CDU) bei. „Abriss oder Sanierung? Wie wollen wir mit dem Bauwerk umgehen?“, fragte sie und setzte als Ausschussvorsitzende den Seesteg außer der Reihe und zusätzlich in der jüngsten Sitzung des Gremiums gleich auf die Tagesordnung.

„Der Seesteg ist nur das aktuellste Beispiel für eine Entwicklung, mit der ich mich absolut nicht anfreunden kann“, strich Ausschuss-Mitglied Peter Klemm heraus. Die Zeichen für diese Entwicklung seien unübersehbar. „Absperrbänder.“ Sie mussten nach schleichendem Verfall an der Brücke am Birkengrund ebenso gezogen werden wie am Eingangsgebäude des Tierparks, wo Besucher ihre Eintrittskarten jetzt aus einem Container erhalten, zählte er Beispiele auf.

Klaus Schütt wundert das nicht. Er habe seit Februar im Ausschuss bereits mehrfach auf dringende Pflegemaßnahmen an der Serpentine zum Stadthafen aufmerksam gemacht. „Ich warte noch heute auf eine Antwort aus der Verwaltung. Nichts ist passiert“, übte er harsche Kritik. „Für mich ist das eine arrogante und schlampige Arbeitsweise.“

Der Seesteg ist für Klaus Schütt ein „Stück Kultur“, das zum Erholungsort Sassnitz gehöre. „Er muss erhalten bleiben. Viele alte Bilder zeigen einen Seesteg am Fuße der Altstadt“, erinnerte der Sassnitzer, dass um das aktuelle Bauwerk schon bei seiner Planung in den 1990er Jahren heftig gestritten wurde. Die Stadtvertretung habe sich schließlich zum Bau durchgerungen, „obwohl damals klar war, dass die Ostsee an der Stelle zu flach ist, damit Schiffe am Steg anlegen können“. Schütt schlug den Bogen in die Gegenwart und konstatierte: „Wer so etwas haben will, muss auch Reparaturen einplanen.“

Sanierung statt Abriss. Für den Erhalt des Seestegs sei gewiss die große Mehrheit, mutmaßte Stadtvertreter Nils Peters (CDU) und fand seine Vermutung durchs Votum des Ausschusses bestätigt, dessen Mitglieder sich dafür aussprachen. „Doch wie gehen wir vor?“

Bislang hat die HBEG den Hut für den Unterhalt des Seestegs auf. Dafür hat die Stadt mit ihrer 100-prozentigen Tochtergesellschaft einen Betreuungsvertrag geschlossen. Laut Peters wurden jedes Jahr mehrere Tausend Euro für Wartung und Pflege des Seestegs zur Verfügung gestellt. An dem führen Experten gegenwärtig eine Brückenprüfung durch. Die Untersuchung ist zwar noch nicht abgeschlossen. Doch schon die ersten Ergebnisse waren alarmierend. Pilzbefall am Bodenbelag und der Unterkonstruktion sowie Risse an der Betonkonstruktion wurden festgestellt. Letztere sind nicht neu, sondern schon „Alterungsschäden“, die bereits vor Jahren bei einer Sichtprüfung erkannt wurden. Doch damals fehlte das Geld für detailliertere Untersuchungen, wie sie die Experten jetzt vornehmen. Und deren erste Ergebnisse sind ernüchternd: Sie sehen die Stand- und Verkehrssicherheit des Bauwerks gefährdet. Deshalb wurde es gesperrt.

Für den Seesteg „muss die Stadtvertretung mehr Druck machen“, betonte Nils Peters. Unter der aktuellen Regieführung für die Brücke sieht er die Kommunalpolitiker aber nicht am Drücker. In der HBEG sei die Stadtvertretung nur mit zwei Mitgliedern im Aufsichtsrat vertreten. „Und ich glaube nicht, dass in punkto Seesteg bei der HBEG jetzt eine Revolution passiert“, bezeichnete er den mit dem Unternehmen geschlossenen Betreuungsvertrag als „Fehler, den wir korrigieren sollten“. Peters regte an: „Der Seesteg muss zurück in die Verantwortung der Stadt. Die sollte ihn wieder übernehmen und die Bauverwaltung einen Vorschlag zur Rettung des Stegs erarbeiten. Bei dieser Konstellation kann die Stadtvertretung mehr Druck machen.“ Die Ausschussmitglieder folgten seinem Vorschlag.

Udo Burwitz

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