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Sassnitz: Straßenausbau verschoben

Sassnitz Sassnitz: Straßenausbau verschoben

Wegen des Parkhaus-Projektes soll der erste Abschnitt der Straße der Jugend in Sassnitz erst nach der Saison erneuert werden. Verkehrsteilnehmer müssen sich dann auf Vollsperrung der Zufahrt zum Westhafen einstellen.

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Die Zufahrt zum Sassnitzer Westhafen: Das alte Pflaster in der Straße der Jugend gleicht einer Buckelpiste.

Quelle: Dieter Lindemann

Sassnitz. Keine zwei Großbaustellen, die womöglich ein Verkehrschaos produzieren: In der bevorstehenden Saison sollen Besucher des maritimen Anlegers in Rügens einziger Hafenstadt freie Fahrt zum Stadthafen haben. Um das zu sichern, wird eine Großbaustelle erst gar nicht aufgemacht. Vorerst nicht: Sassnitz verschiebt den geplanten Ausbau der Straße der Jugend. Mit den Bauarbeiten auf dem ersten Abschnitt vom Abzweig am Schmetterlingspark bis hinunter in den Westhafen wird nicht sofort, sondern erst nach der Saison, im Herbst begonnen.

„Wir haben das Vorhaben wegen des Parkhaus-Baus zurückgestellt“, begründet Carsten Schwarzlose. Das Projekt sei längst baureif, schon vor drei Jahren seien die Pläne für den Ausbau der Straße der Jugend vom Ingenieurbüro Wastra-Plan erarbeitet worden, erläuterte der Abteilungsleiter der BIG-Städtebau GmbH, treuhänderischer Sanierungsträger der Kommune, den Mitgliedern des Fachausschusses für Wirtschaft und Tourismus in jüngster Sitzung. „Wir könnten die Baumaßnahme morgen ausschreiben, so wie es ursprünglich auch angedacht war.“ Um ein Verkehrschaos zum und im Stadthafen zu vermeiden, werde darauf aber verzichtet. Dass Verkehrsteilnehmer mit Einschränkungen rechnen müssen, wenn die Bauarbeiter in der Straße der Jugend anrücken, steht schon heute fest. „Für die Herstellung der Straßenfläche ist eine Vollsperrung unabdingbar“, kündigte Schwarzlose im Ausschuss an. Weil am anderen Ende des Stadthafens bereits eine Großbaustelle für das neue Parkhaus eingerichtet ist, das bis Ende Oktober fertiggestellt sein soll (OZ berichtete), werde auf die zweite an der Zufahrt zum Westhafen zur Saison verzichtet.

Die Straße der Jugend „ist am Ende ihrer Nutzung angelangt, der Belag ziemlich verdrückt“, beschreibt Carsten Schwarzlose den Zustand der Pflasterstraße zum Westhafen, auf der Lkw und Schwerlast-Transporte deutliche Spuren hinterlassen haben. Den alten Pflastersteinen bescheinigt er dagegen „eine gute Qualität“ und obendrein „eine abgefahrene Patina“. Die soll erhalten bleiben.

Der größte Teil der Steine soll aufgenommen und wieder neu verlegt werden. Auch ein Asphaltband habe als Straßenbelag zur Disposition gestanden. Die Entscheidung sei aber für diese Ausbauvariante gefallen. „Technologisch nicht ideal, weil Pflastern eine längere Bauzeit bedeutet“, so Schwarzlose.

Vor den Straßenbauern sollen aber Tiefbauer im Herbst anrücken. Der Zweckverband Wasserversorgung und Abwasserbehandlung verlegt einen neuen Regenwasserkanal in der Straße der Jugend. Deren Trassenverlauf wird im unteren Bereich etwas geändert. „Die beiden Kurven, fast 90 Grad, kurz vor dem Westhafen werden entschärft“, erläuterte Carsten Schwarzlose. Im Zuge der Bauarbeiten werde rechts neben der Fahrbahn vom Schmetterlingspark aus runter zum Westhafen ein zwei Meter breiter Gehweg errichtet. Der alte Zaun, der die Trasse zum Kurpark Dwasieden begrenzt, verschwindet, dafür ist eine Heckenanpflanzung geplant.

Ausschussmitglied Claas Buettler hat bereits die Saison 2015 im Blick: „Sind die Arbeiten dann abgeschlossen?“, wollte er wissen. „Der Winter ist schlecht kalkulierbar. Auf jeden Fall ist es Ziel, den Straßenbau bis zur Saison 2015 abzuschließen“, entgegnete Schwarzlose. Zur bevorstehenden Saison soll die Maßnahme ausgeschrieben werden. „Dann rechnen wir mit besseren Baupreisen“, informierte er, dass nach dem ersten auch der Ausbau des zweiten Straßenabschnitts bis zur Hauptstraße schon geplant sei und dafür jetzt Förderung beantragt werde.


Förderung zugesagt

440 Meter lang ist der Abschnitt der Straße der Jugend vom Schmetterlingspark bis zum Westhafen, der ab Herbst ausgebaut werden soll. 860 000 Euro sind für das Vorhaben kalkuliert, für das die Stadt bereits eine Förderzusage über 680 000 Euro erhalten hat.

 



Udo Burwitz

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