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Sassnitz feiert seinen „Größenwahn“

Sassnitz Sassnitz feiert seinen „Größenwahn“

Auch wenn Rügen keine Hauptstadt mehr hat — für den Sassnitzer „Alt-Bürgermeister“ Dieter Holtz, wie ihn sein Nachfolger im Amt, Frank Kracht, gestern titelte, steht ...

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SASSNITZ

Christian Hußmann (67/l.) und Gunter Dreischlang (75), beides Sassnitzer Urgesteine, schauen sich die „Lebens(t)räume mit Meerblick“ an, wie das gestern im Rathaus vorgestellte, neue Sassnitz-Buch titelt. Fotos (4): Udo Burwitz

Sassnitz. Auch wenn Rügen keine Hauptstadt mehr hat — für den Sassnitzer „Alt-Bürgermeister“ Dieter Holtz, wie ihn sein Nachfolger im Amt, Frank Kracht, gestern titelte, steht fest: „Mit dem Eigenartigen, das Sassnitz hat, könnten wir sagen, dass wir die heimliche Hauptstadt sind.“ Denn Rügens Hafenstadt habe Einzigartiges zu bieten. Entstanden oder im alten Glanz neu aufpoliert wurde vieles davon in den vergangenen 25 Jahren. Die Sassnitzer feiern 25 Jahre Stadtsanierung — mit einem Buch „Hafenstadt Sassnitz — Lebens(t)räume mit Meerblick“, das gestern Nachmittag im Rathaus der Öffentlichkeit präsentiert wurde.

OZ-Bild

Auch wenn Rügen keine Hauptstadt mehr hat — für den Sassnitzer „Alt-Bürgermeister“ Dieter Holtz, wie ihn sein Nachfolger im Amt, Frank Kracht, gestern titelte, steht ...

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Ein Viertel Jahrhundert Stadtsanierung füllt eine Menge Seiten. 186 sind es exakt. Eigentlich sei es gar nicht die Idee gewesen, ein Buch herauszubringen, sagte Carsten Schwarzlose, Abteilungsleiter der BIG-Städtebau Stralsund, die dafür im Auftrag der Kommune verantwortlich zeichnet. „Doch die Sanierungsmaßnahmen gehen schon so lange und es ist so vieles geschaffen worden. Da läuft manches Gefahr, in Vergessenheit zu geraten.“ Zumal in Rügens Hafenstadt gleich in zwei Sanierungsgebieten kräftig investiert wurde und wird. Bereits 1991 wurde Sassnitz in das Städtebauförderprogramm aufgenommen, zu Beginn mit dem Sanierungsgebiet der Altstadt, der Stadthafen folgte als zweites Areal.

Hand aufs Herz: Wissen jene Stadtvertreter, die gleich nach der Wende die Weichen für die Entwicklung stellten, heute noch exakt, wann die von ihnen beschlossene Satzung für die Sanierung der Altstadt in Kraft trat? Das Buch gibt Auskunft — am 16. Juni 1992. Und nicht nur das: In dem Band werden die Erfolge von 25 Jahren Stadtsanierung anschaulich wiedergegeben, denn er ist reich bebildert. Obendrein und dank der engagierten Mitarbeit von Ulrike Jager und Juliane Voigt erfährt der Leser auch, wer hinter den wieder in altem Glanz neu erstrahlten Altstadt-Villen wie „Fernsicht“

oder „Hertha“ wohnt. Die Hausherren, deren Familien Sassnitz-Geschichte seit dem frühen 19. Jahrhundert mitgeschrieben haben, werden vorgestellt. Carsten Schwarzlose: „Ich wünsche mir, dass dieses Buch bei vielen Sassnitzern auf dem Nachttisch liegt.“

Wie viel Geld in einem Viertel Jahrhundert Stadtsanierung innerhalb des Förderprogramms verbaut wurde, bleibt das Buch allerdings schuldig. Auf Zahlen scheinen die Macher der „Lebens(t)räume mit Meerblick“ bewusst verzichtet zu haben. „In der Altstadt sind es jedes Jahr rund eine Million Euro.“ Matthias Granitzky von der GSOM, treuhänderischer Sanierungsträger für die Altstadt, konnte sie gestern liefern. Fast 100 private Maßnahmen an Häusern wurden gefördert, unter anderem 38 Straßenabschnitte saniert.

Eine der wichtigsten Aufgaben für das Sanierungsgebiet Stadthafen sei es gewesen, den maritimen Anleger mit dem Stadtzentrum für Fußgänger gut zu verbinden, erinnerte der ehemalige BIG-Chef Peter Boje. Gelöst wurde diese Aufgabe mit dem „Balkon am Meer“, wie die Fußgängerbrücke auch bezeichnet wird, die vom Rügenplatz in den Stadthafen führt. „Als das Projekt für den Brückenbau auf dem Tisch lag, haben wir ihm den Arbeitstitel ,Größenwahn‘ gegeben“, blickte Boje zurück. 2010 bekam der Baumeister für das geschwungene Bauwerk sogar den Brückenpreis. „Wir sind eine eigenartige Stadt im positiven Sinne, weil wir etwas haben, was andere nicht haben“, kommentierte Dieter Holtz, der mehr als zwei Jahrzehnte Stadtsanierungsgeschichte als Bürgermeister mitgeschrieben hat. Seinem Nachfolger Frank Kracht, der das Amt Ende 2015 übernommen hat, und den Stadtvertretern schrieb er ins Stammbuch, dafür Sorge zu tragen, „dass das Geschaffene erhalten bleibt“.

Jahr für Jahr eine Million Euro investiert

24 Millionen Euro wurden innerhalb des Förderprogramms der Stadtsanierung allein in der Sassnitzer Altstadt verbaut. Dabei wurden unter anderem fast 100 private Maßnahmen gefördert, um die Villen im Bäderstil neu erstrahlen zu lassen.

1000 Exemplare wurden vom Buch „Hafenstadt Sassnitz — Lebens(t)räume mit Meerblick“ gedruckt. Erhältlich ist es ab sofort gegen eine Schutzgebühr von 15 Euro in der Stadtbibliothek und der Touristen-Information im Stadthafen Sassnitz.

Von Udo Burwitz

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