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Sassnitz will Markt-Zufahrt neu regeln

Sassnitz Sassnitz will Markt-Zufahrt neu regeln

Vorsicht Lkw: Die Verbindungsstraße zum Netto zwischen Haupt- und Bachstraße gilt seit Jahren als gefährlich und Staufalle

Sassnitz. Sie ist zu schmal und verursacht Stau: Die Zu- und Abfahrt zum Netto-Markt zwischen der Haupt- und der Bachstraße in Sassnitz steht nicht nur bei Einwohnern in der Kritik. Auch Urlauber quittieren entsetzt und mit einem Kopfschütteln das Geschehen, das sich auf den Straßen vor ihren Augen abspielt. Seit Jahren bewegen sich Fußgänger und Autofahrer hier gleichermaßen auf gefährlichem Terrain. Das Gefahrenpotenzial wollen die Stadtvertreter jetzt beseitigen – durch eine geänderte Verkehrsführung.

Die Szenerie spricht Bände: Ein Lkw, der Waren am Netto-Markt angeliefert hat, verlässt den Parkplatz in Richtung Hauptstraße. Als er auf die Zu- und Abfahrt auffährt, ergreifen Fußgänger die Flucht.

Eigentlich wollten sie zum Markt. Um sich aber der Gefahr nicht auszusetzen, vom Lkw womöglich erfasst zu werden, drehen sie rasch wieder um. Selbst für Fußgänger und Lkw ist die Verbindungsstraße schon zu schmal. Dabei ist die Straße sogar für den Begegnungsverkehr ausgelegt. Laut aktueller Verkehrsregelung sollen Fahrzeuge von beiden Seiten, also von der Haupt-, als auch von der Bachstraße zum Markt zufahren und in umgekehrter Richtung auch wieder abfahren können. Daran ist in dieser Situation gar nicht zu denken. Die Folge: Auf der Hauptstraße gibt es Stau. Die Schlange wird immer länger. Der Grund: Direkt vis-á-vis der Einmündung der Verbindungsstraße befindet sich an der Hauptstraße eine Parktasche. Weil ein dort abgestellter Bulli nur wenige Zentimeter auf die Straße ragt, kommt der Brummi nicht rum. Der Fahrer muss mehrfach vor- und zurücksetzen.

„Die Ecke ist extrem gefährlich“, moniert Norbert Benedict, SPD-Fraktionsvorsitzender in der Stadtvertretung. „Wir sollten nicht länger tatenlos zusehen. Ein Kur- und Erholungsort kann sich solche Gefährdungen auf Dauer nicht leisten.“ Die Sozialdemokraten wollen auch nicht länger zusehen. Mit einem Antrag zur Änderung der Verkehrsführung unternahm die Fraktion in der jüngsten Stadtvertretersitzung einen Vorstoß, um das Gefahrenpotenzial zu beseitigen.

Die Fraktion plädiert nicht etwa für einen Ausbau der Verbindungsstraße. Das ist gar nicht möglich, denn auf die Grundstücke links und rechts der Fahrbahn hat die Kommune gar keinen Zugriff, sie befinden sich in Privathand. Genau deshalb zwängt sich die Fahrbahn auch nur mit der sprichwörtlichen Handtuchbreite zwischen diese Grundstücksgrenzen. Das gefährliche an diesem „Handtuch“: Es müssen sich Autofahrer teilen – mit Rollstuhlfahrern und Kinderwagen. Für beide gibt es gar keine andere Zugangsmöglichkeit zum Einkaufsmarkt, denn die Treppenrampe an der Hauptstraße ist viel zu steil.

Dennoch hat die SPD eine Lösung parat: Aus der Verbindungsstraße zwischen Haupt- und Bachstraße soll eine Einbahnstraße werden. Fahrtrichtung: Von der Hauptstraße erfolgt die Zufahrt zum Netto, die Abfahrt über die Bachstraße. Durch diese Regelung wäre auch Platz für Fußgänger, Kinderwagen und Rollstuhlfahrer geschaffen. Für die soll an der Einbahnstraße links auf der Fahrbahn ein geschützter Streifen durch Markierungen geschaffen werden.

Das würde die Gefahr im Verkehr am Netto-Markt zwar entschärfen, räumt Stadtvertreter Günther Mach ein. „An anderer Stelle nimmt die Gefahr durch diese Verkehrsregelung aber zu“, gab er zu bedenken.

„Alle, die vom Netto wieder abfahren, müssen über die Bachstraße und somit am Rewe und der Rügen-Galerie vorbei. Eine der jetzt schon am stärksten frequentierten Stellen im Stadtgebiet.“ Auch die Mitglieder der Fraktion der Alternativen freien Wählergemeinschaft können sich mit dem SPD-Vorschlag nicht anfreunden. „Davon halten wir sehr wenig. Stattdessen sollte eine zweite Zufahrt zum Netto angestrebt werden“, so Fraktionsvorsitzender Thomas Kursikowski.

Die Sozialdemokraten drückten bei ihrem Vorschlag gleich auf die Tube. „Die Realisierung ist noch vor der Sommerpause sicherzustellen“, hieß es im Antrag. „Ob diese Verkehrsänderung möglich ist, kann ich fachlich prüfen. Für die Beschilderung ist allerdings die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises zuständig“, sagte Bürgermeister Frank Kracht. „Bis zum Saisonbeginn ist das nicht durchsetzbar.“

Die Sozialdemokraten bewog seine Einschätzung wiederum zu einer Antragsänderung. Aus „bis zur Saison“ wurde: „Die Realisierung ist bis zum Sommer anzustreben.“ Mit Stimmenmehrheit bekam die Stadtverwaltung den Auftrag, die Umwidmung der Verbindungs- in eine Einbahnstraße jetzt mit den zuständigen, anderen Behörden zu prüfen.

Udo Burwitz

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