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Sassnitz wird zum Stopp für Jakobspilger

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Das E-Werk rüstet sich für Wanderer, die auf dem Birgitta-Weg von und nach Schweden unterwegs sind.

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Edgar Nagy (49), Pharmaberater aus Sch�nhausen, und Rainer Fink (51), Keramiker aus Bernitt, kamen am Mittwoch um 17 Uhr an und pr�sentierten Pilgerbuch und Pilgerstab.

Quelle: Kay Steinke

Sassnitz. Drei Tage waren sie unterwegs, haben 77 Kilometer Fußmarsch hinter sich. Vorgestern kamen die neun Pilger, die am 7. April in Stralsund gestartet waren, in Sassnitz an. Die Stadt liegt an dem Birgitta-Weg, dessen südlicher Abschnitt mit dieser Tour offiziell eröffnet wurde.

„Birgitta würde heute über Rügen pilgern“, sagte Wilhelm Reichel. Seit mehreren Jahren konzipiert der 68-Jährige die Jakobswege in Mecklenburg-Vorpommern, zwei Jahre hat er an dem Weg über die Insel gearbeitet. „1341 startete die Heilige Birgitta von Schweden in Stralsund zu ihrer Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela“, erklärte er. „Aus Anlass ihres 640. Todestages am 23. Juli bringen wir einen Pilgerstab und ein goldenes Buch nach Lund und weiter nach Vadstena, dem Pilgerzentrum Schwedens.“ Drei der Pilger sind seit gestern mit der Fähre von Mukran in Richtung Trelleborg unterwegs.

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Peter Kordes, Wilhelm Reichel und Pastor Peter Nieber (v.l.n.r.) schildern das Alte E-Werk als Pilgerherberge aus. Fotos (2): Kay Steinke

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Auf ihrer Reise über die Insel machten die Pilger noch mit dem Rügener Winter Bekanntschaft: „Der Weg war ziemlich zugeschneit“, berichtet Edgar Nagy (49) aus Schönhausen. „Bis zu 80 Zentimeter Schnee.“ Seit 2003 nutzt der Pharmaberater das Pilgern zum gelegentlichen Entschleunigen. Er hat sich aber auch aus anderen Gründen dafür interessiert: „Pilgern verbindet die unterschiedlichsten Völker. Alle Wege führen nach Santiago. Im vergangenen Jahr waren 112 Nationen in Spanien unterwegs.“

„Wenn die Pilger aus dem Geschirr sind, humpeln sie. Aber wenn sie den Rucksack wieder aufhaben, geht es weiter“, kommentierte Rainer Finck (51) die Strapazen der vergangenen Tage. „Ich war mir nicht sicher, ob die Route über Rügen locker wird. Die ersten drei Tage sind die schwersten. Und die Infrastruktur auf der Insel muss noch ausgebaut werden. 28 Kilometer mussten wir allein heute schaffen.

Da bleibt wenig Zeit zum Verweilen.“

Einige Highlights konnten die Pilger trotzdem genießen. „Wir hatten schöne Blicke auf den Jasmunder Bodden. Auch die Bäckerei am Strand von Mukran kann ich anderen Pilgern empfehlen“, sagte der Keramiker aus Bernitt.

„Auf Rügen ist die Natur das Besondere“, sagte Wilhelm Reichel. „Aber ein Pilger hat neben dem äußeren auch einen inneren Weg. Je länger er geht, desto stärker wird sein innerer Weg. Unsere Tagesstrecken waren etwas lang. In Garz zum Beispiel gibt es noch keine Pilgerherberge. Mit der Genehmigung des Pfarrers konnten wir einmalig im Gemeindehaus schlafen.“

Da ist Sassnitz einen Schritt weiter: Das „Alte E-Werk“ wird den Pilgern in Zukunft als Herberge dienen. Mit dem Muschel-Aufkleber wurde es nach der Andacht als ein Teil der Jakobswege gekennzeichnet. „Durch die Einfachheit der Quartiere und die räumliche Nähe zu unserer Kirche passt das E-Werk ganz gut als Herberge“, findet Pastor Peter Nieber. „Wir werden uns überraschen lassen, welche Anzahl von Pilgern wirklich in Sassnitz auftaucht. Unserer Gemeinde kann diese Initiative jedenfalls helfen, vielleicht entdecken auch wir etwas an diesem Teil der Spiritualität.“

Ein halbes Jahr unterwegs
4 188 000 Schritte sind es von Sassnitz bis nach Santiago de Compostela (Spanien). Für den kompletten Weg vom schwedischen Vadstena braucht man etwa ein halbes Jahr. Richtige Pilger müssen laut Pilgerausweis 100 Kilometer zu Fuß oder 200 zu Pferd oder auf dem Fahrrad unterwegs gewesen sein, um in Santiago das „Jakobsweg-Diplom“

zu erhalten.

Kay Steinke

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Das E-Werk in Sassnitz auf Rügen wird von der Diakonie betrieben und will nun auch Wanderer aufnehmen, die auf dem Pilgerweg unterwegs sind. Peter Kordes (links), Wilhelm Reichel und Pastor Peter Nieber eröffneten die Einrichtung.

Die Einrichtung in Sassnitz auf Rügen wird von der Diakonie betrieben und will nun auch Wanderer aufnehmen, die auf dem Pilgerweg unterwegs sind. Die ersten sind bereits angekommen.

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