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Seesteg: Bürgerentscheid vorgeschlagen

Sassnitz Seesteg: Bürgerentscheid vorgeschlagen

Sassnitzer sollen selbst entscheiden, was mit dem gesperrten Wahrzeichen passiert

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„Für mich ist die Entscheidung, ob Abriss oder Neubau, eine Nummer zu groß. Die Sassnitzer Bürgerinnen und Bürger sollen über ihr Wahrzeichen am Tag der Bundestagswahl entscheiden. Und dann werden wir sehen, wie die Einwohner abstimmen und werden diese Entscheidung umsetzen. Norbert Thomas (CDU)

Sassnitz. . Was wird aus dem gesperrten Seesteg? Bei der Entscheidung über die Zukunft des maroden und seit Monaten gesperrten Bauwerks in Sassnitz sollen die Hafenstädter nicht nur ein Wörtchen mitreden, sondern gleich mal selbst entscheiden. Das hat Norbert Thomas, Präsident der Stadtvertretung vorgeschlagen. Er regte im Fachausschuss für Ordnung, Sicherheit, Verkehr und Umwelt an, zur Zukunft des seit dem vergangenen September wegen Baufälligkeit gesperrten Seestegs eine Bürgerbefragung durchzuführen.

 

OZ-Bild

Seit September vergangenen Jahres ist die Aussichtsplattform gesperrt. Der Abriss des Bauwerks droht.

Quelle: Foto: Christian Niemann

Was machen wir mit dem rund 105 Meter langen Seesteg, der unterhalb der Altstadt in die Ostsee ragt und zu den Sassnitzer Wahrzeichen zählt? Mit dieser Frage beschäftigen sich jetzt die Gremien der Stadt. Den Anfang machte in dieser Woche der Ordnungsausschuss. Dessen Mitglieder berieten in ihrer Sitzung über eine Studie zum maroden Seesteg, angefertigt von der Architekten- und Ingenieurunion Stralsund GmbH. Diese Studie hatte die Kommune nach einer Brückenprüfung im vergangenen Spätsommer in Auftrag gegeben. Bei den damals durchgeführten Untersuchungen am Bauwerk wurden Pilzbefall am Bodenbelag und der Unterkonstruktion sowie Risse an der Betonkonstruktion festgestellt. Letztere sind „Alterungsschäden“, die bereits vor Jahren bei einer Sichtprüfung erkannt wurden, aber jetzt erst genauer untersucht wurden.

Zwei Zahlen beherrschten die Diskussion im Ordnungsausschuss: Laut den Unterlagen kostet ein Abriss des Bauwerks 385000 Euro. Die Kosten für einen Neubau würden nach Angaben des Unternehmens 730000 Euro betragen. „Bei diesen Summen ist keine weitere Diskussion notwendig“, kommentierte Dorothea Holtz (Linke) diese Zahlen. Sie sprach sich für den Abriss des Bauwerkes aus. Ihre Begründung: „Es bleibt schließlich nicht nur bei den angeführten Zahlen. Bei einem Neubau muss man an die Folgekosten denken.“ Ihre Meinung teilte Ilona Wünscher (fraktionslos): „Die Folgekosten für einen Neubau sind bisher gar nicht geklärt worden.“

Steffen Schröers von der Alternativen freien Wählergemeinschaft führte den desolaten Zustand des Seestegs vor allem auf fehlende Investitionen in der Unterhaltung zurück. „Wir selbst haben 2012 Geld dafür gespendet.“ Passiert sei nichts. „Die Gelder wurden in den letzten Jahren nicht ausgeschöpft“, so Schröers. Seinen Angaben zufolge habe die Hafenbetriebs- und Entwicklungsgesellschaft (HBEG), die das Brückenbauwerk auf der Grundlage eines mit der Stadt geschlossenen Vertrages bewirtschaftet, jährlich 3000 Euro für die Unterhaltung eingeplant. Er bezweifelt, dass die Summe ausgeschöpft wurde und ist sich sicher, dass es bei jährlichen Investitionen nicht zu dieser Sperrung gekommen wäre.

„Der Seesteg konnte nie so genutzt werden, wie eigentlich geplant“, machte Dorothea Holtz deutlich. Ursprünglich sollten am Steg Ausflugsschiffe anlegen. Doch die mussten nach der Fertigstellung der Brücke in den 90erJahren aufgrund zu geringer Wassertiefe am Brückenkopf am Bauwerk vorbeifahren. So diente der Seesteg bis zur Sperrung nur als Aussichtsplattform und Badebrücke für Jugendliche.

Jetzt droht dem Wahrzeichen von Sassnitz der Abriss. „Die Frage ist, ob wir uns dazu entscheiden können, hier Ersatz zu schaffen“, machte Schröers deutlich. Er favorisiere eine Variante aus verzinktem Stahl, die an diesem Tag aber nicht zur Diskussion stand. Für Norbert Thomas (CDU) ist diese Entscheidung „eine Nummer zu groß“. Er regte an, am Tag der Bundestagswahl die Einwohner über die Zukunft des Seestegs abstimmen zu lassen. Dieser Vorschlag fand breiten Zuspruch im Ausschuss. Jetzt beraten andere Fachausschüsse zum Seesteg. Das letzte Wort hat die Stadtvertretung.

Christian Niemann

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