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Stammhändler verlässt Wochenmarkt im Streit

Sassnitz Stammhändler verlässt Wochenmarkt im Streit

Rostocker bekommt keine Ausnahmegenehmigung zum früheren Standabbau / Ordnungsamt besteht auf Einhaltung der Marktzeiten

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Blick auf den Sassnitzer Wochenmarkt, der immer mittwochs zwischen dem Busbahnhof und der Bachstraße besucht werden kann.

Quelle: C. Niemann

Sassnitz. Eigentlich sollte Walter Müller am Mittwochvormittag in Sassnitz sein. Seit 1993 kam der Rostocker regelmäßig mit seinem Verkaufswagen auf den Wochenmarkt, um Fleisch anzubieten. Doch auf Lamm, Wild, Frischgeflügel wie Hühner, Gänse und Enten müssen die Sassnitzer Kunden jetzt verzichten. „Ich muss mir das nicht mehr antun“, sagt der 64-Jährige. Jedenfalls nicht in Sassnitz. Während er weiter die Märkte in Rostock, Stralsund und Warnemünde anfährt, macht er um die Hafenstadt einen Bogen. Ein solches Gebahren der zuständigen Behörden habe er an keinem anderen Standort erlebt.

Das Sassnitzer Ordnungsamt hat gegen Müller ein Ordnungswidrigkeitsverfahren angestrengt, weil er den Markt mittwochs eine Stunde vor dem Ende verlassen wollte. Das will das Amt nicht durchgehen lassen und pocht auf die Einhaltung der Marktsatzung. Die legt nicht nur die Marktzeiten fest, sondern auch, dass die Händler die Stände die gesamte Zeit über öffnen müssen und nicht früher ab- oder später aufbauen dürfen. Im Falle des Mittwochsmarkts bedeutet das, dass alle Anbieter von 8 bis 15 Uhr vor Ort sind. Walter Müller zuckt mit den Schultern. Er sei immer gegen 14 Uhr aus Sassnitz abgefahren, weil er es logistisch nicht anders einrichten könne. Schließlich habe er als Rostocker einen der weitesten Anfahrtswege nach Sassnitz. Jahrelang habe das niemanden gestört, dabei war das Marktende seinerzeit sogar auf 18 Uhr festgesetzt, wie sich Müller erinnert. Er habe das gegenüber der Marktleitung begründen können und die machte in seinem Fall eine Ausnahme.

Aber nicht offiziell. Anträge auf eine dauerhafte Ausnahmegenehmigung wurden von der Stadtverwaltung abgelehnt. „Die Ausnahme kann und darf nicht zur Regel werden. Ohnehin haben wir das Marktende von einst 18 schon auf 15 Uhr vorgezogen“, sagt Vera Wilke, Leiterin des Ordnungsamtes. Deshalb sei Willi Müller ermahnt worden, seinen Fleischstand bis zum Ende des Marktes zu öffnen. Das habe nichts mit Schikane zu tun, sondern mit Kundenfreundlichkeit. „Die Besucher erwarten die gesamte Zeit über das volle Angebot.“ Das sei nicht zu garantieren, wenn jeder Händler seinen Stand auf- und abbaue wann er wolle. Ohne solche Regelungen würde sich ein Markt früher oder später totlaufen. „Aber der Markt in Sassnitz wird von den Einwohnern gut angenommen“, schätzt Vera Wilke ein. Auch wenn es nicht mehr ganz so viele Anbieter wie zu den Hoch-Zeiten seien: Der Markt in Sassnitz sei der einzige seiner Art auf ganz Rügen.

Mit der Art und Weise, wie die Verwaltung mit den Händlern umgehe, seien auch andere nicht einverstanden, ergänzt Christoph Müller, der Sohn des Rostockers. „Neben meinem Vater halten auch weitere Markthändler die Situation für nicht länger tragbar. So wollen beispielsweise die Textilien- und Bücherhändler Carola und Hartmut Raatz aus Stralsund sowie der Kleinartikelhändler Thomas Zander aus Demmin einen Termin beim Bürgermeister vereinbaren, um über die Probleme zu sprechen“, heißt es in einem Schreiben von Christoph Müller an die OSTSEE-ZEITUNG.

Willi Müller hat seinen Kunden seinen Schritt auf Handzetteln erklärt. Eigentlich wollte er erst nächstes Jahr in Rente gehen und all die Jahre sei er gern nach Sassnitz gekommen. „Vielleicht wird das ja noch mal was“, hofft er. „Als Händler oder als Urlauber.“

Die Marktsatzung

Im Paragrafen 10 der „Satzung zur Regelung des Wochenmarktverkehrs in der Stadt Sassnitz/Wochenmarktsatzung“ aus dem vergangenen Jahr heißt es im Punkt 1: „Zugewiesene Standplätze müssen am Markttag bis 7 Uhr eingenommen werden (. . . ).

Unter Punkt 3 steht: „Die Beräumung eines Standplatzes während der Öffnungszeiten durch den Standinhaber ist nicht gestattet. Über Ausnahmen in begründeten Einzelfällen entscheidet das Ordnungsamt. Zuwiderhandlungen können mit einem Marktverweis geahndet werden.“

Von Maik Trettin

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