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Tierpark: Rückbau ist vom Tisch

Sassnitz Tierpark: Rückbau ist vom Tisch

Sassnitzer Stadtvertreter kassieren Beschluss für „Schrumpfversion“

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Ist das der Stein des Weisen oder eine Futterrübe? Bache Susi untersucht im Sassnitzer Tierpark das runde Ding, das ins Gehege geworfen wurde. Und zeigt schmatzend an: Schwein gehabt.

Quelle: Dieter Lindemann/archiv

Sassnitz. Die Miene von Frank Kracht hellt sich auf. Erleichtert quittiert der Sassnitzer Bürgermeister das Abstimmungsergebnis: Vom moderaten Rückbau des Tierparks in der Hafenstadt ist keine Rede mehr. Die Stadtvertreter haben dem Rathaus-Chef am Dienstagabend den Auftrag erteilt, die Zwei-Millionen-Euro-Ausbauvariante für die Anlage am Steinbachweg weiter zu planen.

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Sassnitzer Stadtvertreter kassieren Beschluss für „Schrumpfversion“

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„Ich ziehe den Antrag zurück und bringe dafür einen neuen ein.“ Kurz und bündig, aber konsequent und forsch, reagierte Norbert Thomas (CDU), Präsident der Stadtvertretung, auf einen Widerspruch des Bürgermeisters. Den hat Frank Kracht gegen den Mitte März von der Stadtvertretung gefassten Beschluss eingelegt. Mit dem stoppten die Kommunalpolitiker mit Stimmenmehrheit das Projekt für eine komplette Neugestaltung des Tierparks, der von der Schließung bedroht ist, weil viele Gehege nicht mehr den EU-Zoorichtlinien entsprechen. Die Stadtvertreter erteilten der Verwaltung den Auftrag, die Planung für dieses Vorhaben einzustellen. Stattdessen beauftragten sie den Bürgermeister, ein Konzept für einen moderaten Rückbau der Anlage zum Heimattiergarten zu erarbeiten (die OZ berichtete).

„Das ist eine völlig neue Herangehensweise, für die eine neue Planung aufgelegt werden soll“, sagte Frank Kracht. Während das von der Verwaltung vorgelegte Konzept zur grundhaften Erneuerung des Tierparks für rund zwei Millionen Euro ausfinanziert sei – das Projekt ist unter Berücksichtigung einer mündlichen Zusage für eine 90-prozentige Förderung im Haushalt eingestellt – „verursacht ihr Beschluss neue Kosten, die gar nicht geplant sind“, begründete Kracht seinen Widerspruch. Zum einen kostet neue Planung Geld, zum anderen ist fragwürdig, ob das Land statt Ausbau auch einen Rückbau fördern würde. Wenn nicht, würde das gesamte Finanzierungsmodell für die Tierpark-Umgestaltung wie ein Kartenhaus zusammenfallen.

„Wir haben die Kuh doch schon vom Eis“, betonte Stadtvertreter Peter Kordes (FDP-Mandat). Nach dem März-Beschluss wurde eine Arbeitsgruppe aus Verwaltung und Stadtvertretern gebildet. Die hat nach einer Lösung gesucht. „Wir haben jetzt ein Konzept mit belastbaren Zahlen“, lobte er das Ergebnis der Arbeit dieser Gruppe. Die Lösung sieht die Rückkehr zu den von der Verwaltung vorgelegten Plänen für eine grundhafte Erneuerung des Tierparks vor. Kostenvorgabe: rund zwei Millionen Euro. Zudem soll die Verwaltung nach Möglichkeiten suchen, um weitere 500000 bis 600000 Euro für Sozial- und Quarantänestation, Futterküche, eine neue Umzäunung, einen Abenteuerspielplatz sowie Ausgang zum Wanderweg zur Waldhalle zu deckeln. „Mit diesem Geld können wir Dreckecken verschwinden lassen“, kommentierte Peter Kordes. Seinen Angaben zufolge kann mit diesem Konzept künftig auch der Zuschuss der Kommune für den Tierpark – aktuell muss die Stadt jedes Jahr rund 220000 Euro zuschießen – drastisch reduziert werden. „Bereits um 100000 Euro im ersten und auf nur noch rund 35000 Euro im fünften Jahr“, so Kordes. Kalkuliert werde dabei mit einem Besucheranstieg von derzeit rund 30000 auf 50000 im Jahr und mit einer „moderaten Erhöhung“ der Eintrittspreise, teilte Leon Kräusche, Leiter Wirtschaftsförderung in der Stadtverwaltung, auf OZ-Nachfrage mit, ohne konkrete Zahlen für den Eintritt zu nennen. Die Forderung der Stadtvertreter, den Zuschuss auf maximal 65000 Euro zu deckeln, wäre damit erfüllt.

„Genau dieses Konzept, auf das sich die Arbeitsgruppe verständigt hat, steht im neuen Antrag, den ich für die CDU-Fraktion einreiche“, betonte Norbert Thomas. Und erntetet vom SPD-Fraktionsvorsitzenden Norbert Benedict ein: „Ich bin empört.“ Seiner Ansicht nach stand der im März beschlossene Antrag , dem der Bürgermeister widersprochen hat, erneut zur Debatte. „Der kann nicht einfach auf die Schnelle durch einen neuen Antrag ersetzt werden.“ Er schlug vor, für die Planung der „Schrumpfversion“ das im Haushalt vorgesehenes Geld für eine Stadtzeitung einzusetzen. Doch diesen Haushaltsposten hat der Bürgermeister per Vermerk gesperrt.

Mit seinem Vorpreschen überraschte Norbert Thomas auch Finanzausschuss-Vorsitzende Anja Schwanck. „Das ist Überrumpelungstaktik“, kritisierte sie d und meldete Zweifel an, dass die Variante, für die die 90-prozentige Förderung in Aussicht gestellt ist, die einzige Option sein soll. Beide wurden aber überstimmt. Die Mehrheit der Stadtvertreter votierte für den CDU-Antrag und damit für die Zwei-Millionen-Ausbauvariante.

Udo Burwitz

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