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Tierpark Sassnitz: Wählerinitiative kämpft für den Erhalt

Sassnitz Tierpark Sassnitz: Wählerinitiative kämpft für den Erhalt

Hafenstädter starten Unterschriftensammlung / 1000 Unterstützer haben bereits unterschrieben

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Die Wildschweine lassen es sich im Tierpark schmecken. Doch dessen Zukunft ist zur Zeit offen.

Quelle: Udo Burwitz

Sassnitz. Die Stadtvertreter diskutieren seit Jahren über die Zukunft von Rügens einzigem Tierpark in Sassnitz. Jetzt bekommen sie Druck von engagierten Hafenstädtern. Die Wählerinitiative für Sassnitz (WfS) macht sich für das Zuhause von Wildschwein, Wolf, Mufflon und Co. in der Anlage am Steinbachweg stark. „Wir fordern den Erhalt des Tierparkes“, sagt WfS-Mitglied Mirko Frost.

„Ich bin für den Erhalt des Heimattiergartens Sassnitz“, können Hafenstädter und Besucher der Stadt auf einem Vordruck lesen, wenn sie am Ortseingang an die Zapfsäule fahren. Dort liegen Unterschriftenlisten mit dieser Forderung in der Tankstelle aus. Die WfS hat die Aktion gestartet. Sie sammelt Unterschriften für den Tierpark. „Auslöser war die letzte Sitzung der Stadtvertretung.

Sie hat uns einerseits dazu veranlasst, klar Position zu beziehen und andererseits die Unterschriftenaktion zu starten“, sagt Mirko Frost, der im vergangenen Jahr ebenso wie Kathrin Stein als Einzelbewerber zur Bürgermeisterwahl angetreten war. Beide unterlagen zwar, engagieren sich aber weiterhin mit Hafenstädtern, die im Zuge des Wahlkampfes die Wählerinitiative gründeten, für die Geschicke in ihrer Heimatstadt. In punkto Tierpark macht Frost für die WfS eine klare Forderung an die Kommunalpolitik auf: „Die Stadtvertreter müssen endlich eine vernünftige Entscheidung treffen.“

Hop oder Top? — die Stadtvertreter drohen: Die Pläne für die Tierparkzukunft sind nach jahrelanger Diskussion zwar zu Papier gebracht. Danach soll das Areal am Steinbachweg komplett neugestaltet werden. Ob die skizzierten Pläne tatsächlich auch umgesetzt werden, scheint nach der letzten Sitzung im Dezember aber offen. Stadtvertreter monierten eine Kostenexplosion. Das 2010 angeschobene Vorhaben sah ursprünglich den Ausbau zu einem „Nationalpark-Tierpark“ vor. Dafür waren zu Beginn 660000 Euro kalkuliert. Die komplette Neugestaltung, die das Ministerium empfohlen und eine 90-prozentige Förderung in Aussicht gestellt hat, wird nach aktuellem Stand aber etwa 2,8 Millionen Euro kosten. Zu teuer, monierten Stadtvertreter angesichts anderer großer und notwendiger Investitionen zum Beispiel in die Schulen immer wieder. Und dies vor dem Hintergrund, dass die Kommune sparen muss. Das Ziel für den Tierpark ist im Haushaltskonsolidierungskonzept klar festgeschrieben: Durch die Neugestaltung der Anlage soll sich der Zuschuss der Stadt für den Tierpark — immerhin rund 220000 Euro im Jahr — reduzieren. Wird das überhaupt erreicht? Nach einem Jahr fragen, forderten die Stadtvertreter in ihrer Sitzung im Dezember schließlich die Verwaltung auf, bis März ein schlüssiges Betreiberkonzept für den neugestalteten Tierpark vorzulegen. Hop oder Top? Von diesem Konzept wollen die Kommunalpolitiker ihre Entscheidung zum Tierpark abhängig machen (die OZ berichtete). In 14 Tagen ist es so weit: Dann tagt die Stadtvertretung erneut.

„Diese Forderung hätte längst aufgemacht sein können“, moniert Mirko Frost, dass durch die monatelange Diskussion nur eines erreicht worden sie: „Das Tierpark-Projekt ist ins Stocken geraten.“ Für die Wählerinitiative sei klar, dass der Tierpark erhalten werden muss. Schließlich habe er mit dazu beigetragen, dass Sassnitz den Titel eines staatlich anerkannten Erholungsortes zuerkannt bekommen hat. Das sehen zahlreiche Hafenstädter und Insulaner ebenso. 1000 haben bereits auf den Listen der vor drei Wochen gestarteten Unterschriftensammlung unterschrieben.

„Erhalten werden kann der Tierpark aber nur, wenn auch investiert wird“, betont Frost. Ohne Investition drohe womöglich sogar das Aus. Sollten die Anlagen und Gehege nicht mehr den EU-Richtlinien entsprechen, müsste der Tierpark eventuell sogar zurückgebaut werden. „Das wollen wir verhindern. Das würde der Stadt nämlich auch enorm viel Geld kosten.“

Das Bekenntnis der Wählerinitiative für den Tierpark bedeute aber nicht automatisch, dass sie auch die millionenschweren Neugestaltungspläne präferiere, betont Mirko Frost. Die WfS spreche sich für eine klare Ausrichtung als Heimattiergarten aus. „Es muss investiert werden. Aber sinnvoll.“ Dafür wollen die WfS-Mitglieder am 15. des Monats die gesammelten Unterschriften an den Präsidenten der Stadtvertretung, Norbert Thomas, übergeben, kündigt Frost an.

 



Udo Burwitz

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Sassnitz
Kamerunschafe und ihre Lämmer tummeln sich im Sassnitzer Tierpark.

Für Erhalt der Anlage in Sassnitz schon 1000 Unterschriften gesammelt.

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