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Umstritten: Hotelwürfel im Stadthafen

Sassnitz Umstritten: Hotelwürfel im Stadthafen

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So könnte es im Sassnitzer Stadthafen zwischen Hafenkontor (im Hintergrund) und dem Fischereimuseum (vorne) künftig aussehen: Auf der Freifläche zwischen den Gebäuden soll an der Kaikante ein Hotel gebaut werden.

Quelle: Udo Burwitz/planungsbüro

Sassnitz. Die Planer sind schon bei der Arbeit. Sie feilen an den Plänen zur weiteren Bebauung des Stadthafens in Sassnitz und setzen dabei am Computer auch ein Hotel auf die Freifläche zwischen dem Hafenkontor und dem Fischerei- und Hafenmuseum. Der Entwurf, der einen dreigeschossigen Neubau in Würfelform vorsieht, ist umstritten – auch bei Stadtvertretern. „Dieser Bau ist mir ein Dorn im Auge. Die Bebauung reicht soweit in den Hafen rein, dass Besucher künftig auf eine Wand zulaufen, wenn sie ihr Auto im Parkhaus abgestellt haben“, kritisiert SPD-Fraktionsvorsitzender Norbert Benedict.

Dieser Bau ist mir ein Dorn im Auge.“Norbert Benedict, SPD-Fraktionschef

Gegen diese Wand will Norbert Schult, Fraktionschef der Linken, gar nicht erst laufen. „Das Baufeld soll aus dem Bebauungsplan gestrichen werden“, beantragte er in der jüngsten Sitzung der Volksvertretung, in der sich die Kommunalpolitiker mit dem Entwurf für die dritte Änderung des Bebauungsplans für den östlichen Teil des Stadthafens beschäftigten.

Für die Entwicklung des maritimen Anlegers wurde zwar bereits ein städtebaulicher Wettbewerb initiiert. Doch das ist lange her. Nach zehn Jahren soll der Bebauungsplan für diesen Hafenbereich jetzt überarbeitet werden. Denn für Baufelder, die im alten und bis dato gültigen B-Plan ausgewiesen sind, gibt es inzwischen konkrete Vorhaben. Zum Beispiel für gläserne Vorbauten im Pavillonstil an den gastronomischen Einrichtungen in dem „lange Reihe“ genannten Gebäude, vor dem der Rean-Kran an der Kaikante steht. Diese eingeschossigen Vorbauten sollen die Gästen auf den Terrassenplätzen vor Wind und Wetter schützen. Oder für einen Spielplatz vor dem alten Güterbahnhof, in dem die Bäckerei Peters das Hafencafé betreibt. „Und für das Hotel zwischen Hafenmuseum und Hafenkontor gibt es auch einen potenziellen Investor“, so Stadtvertreter Stefan Grunau (CDU-Mandat).

Für ihn macht der Hotel-Neubau genau an der Stelle zwischen Hafenkontor und in Verlängerung der langen Reihe neben dem Fischerei- und Hafenmuseum Sinn. „Mit diesem Gebäude wird die Trennung zwischen Funktions- und Erlebnisbereich im Stadthafen hergestellt.“ Zum Funktionsbereich zählte er das Parkhaus, die daran vorbeiführende Straße durch den Hafen und die Abfallentsorgung, die in Containern entlang der Hangmauer des Stadthafens hinter der langen Reihe „versteckt“ werden soll. Die Kaikante vor der langen Reihe soll Flaniermeile werden.

„Mit dem Hotelbau grenzen wir dieses Areal klar vom Funktionsbereich ab und schließen damit die noch vorhandene Lücke zwischen langer Reihe und dem Hafenkontor“, sprach sich Stefan Grunau vehement gegen den Antrag von Norbert Schult aus, das Baufeld zu streichen. „Wir schmieden 15 Jahre lang Pläne. Jetzt kommt einer, der sagt, er würde es machen. Jetzt stoßen wir alles wieder um“, fragte er:

„Welche Außenwirkung hat das auf Investoren in punkto Verlässlichkeit der Stadt?“ Zudem würde das Schleifen des Baufeldes bedeuten, dass die Kommune eigenes Vermögen vernichte. „Denn der Verkauf des Baufeldes bringt der Stadt Geld.“

Svea Lehmann (Linke) kann sich eine Bebauung des Platzes mit einem „Beherbergungsbetrieb“, wie es im Planentwurf heißt und für den der Hauptausschuss eine Ferienwohnung-Nutzung ausschließt, zwar vorstellen. „Aber nicht in dieser Baulinie.“ Der Neubau soll nämlich nach vorne zur Kaikante versetzt, an die lange Reihe anschließen. Genau diese Platzierung lasse Besucher gegen die Wand laufen, stimmte sie Norbert Benedict zu. „Wir müssen eine Flucht mit der langen Reihe hinbekommen“, forderte sie und schlug vor, dass nur das Untergeschoss des Dreigeschossers in der jetzt vorgesehenen Breite errichtet wird. Es soll mit den gläsernen Vorbauten an den Gaststätten der langen Reihe abschließen. Die Obergeschosse sollen bis auf die Flucht der langen Reihe zurückgenommen werden und in der Höhe mit deren Traufbereich abschließen. Damit würde ein Hotelbau in L-Form entstehen. Während Norbert Schult sich mit seinem Antrag nicht durchsetzen konnte, wurde dieser Vorschlag als Änderung in den Vorentwurf zum B-Plan aufgenommen, der damit eine Mehrheit in der Stadtvertretung fand.

Udo Burwitz

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