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Rügen Voll elektrisch quer durchs Land
Vorpommern Rügen Voll elektrisch quer durchs Land
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00:00 19.08.2014
Die Münchner Otto Schönbach, Michael Paul und Maria Ehmann mit ihren Renault-E-Mobilen Twizy sowie Sven Herrmann aus Hagelberg im Fläming mit seinem Citroen Berlingo Full Electric beim Zwischenstopp in Nipmerow. Quelle: Dieter Lindemann
Nipmerow

Hektisch geht es bei den sieben Autofahrern, die gerade auf dem Campingplatz in Nipmerow einen Zwischenstopp machen, nicht zu. Sie haben Zeit. Wenigstens drei Stunden. So lange dauert es, bis ihre Autos vollgetankt sind — mit Strom. Sechs Besitzer des Elektromobils „Twizy“ von Renault und ein Fahrer eines elektronisch angetriebenen Citroen Berlingo haben sich am 6.

August in München zu einer Tour quer durch Deutschland aufgemacht und dabei auch Rügen einen Besuch abgestattet.

Nürnberg, Leipzig, Berlin, Greifswald — das sind nur einige Stationen der Tour, an der die Fahrer und ihre Elektroautos auftankten. Wo sie Pause machten, ob an der Autobahnraststätte, in einem Dorf oder wie in Nipmerow auf einem Campingplatz — schnell wurden die „Elektro-Piloten“ von Kindern und Erwachsenden umringt, die viele Fragen hatten und sich auch gern zu einer Probefahrt einladen ließen, wie Otto Schönbach erzählt. Der 38-Jährige ist von Beruf Bühnenmeister und hat sich in das nur 2,30 Meter lange und 1,20 Meter breite Gefährt verliebt. Er möchte mit dieser Fahrt beweisen, dass die kleinen Flitzer auch für große Touren taugen Mitstreiter für das Vorhaben fand er über das Internet. Gemeinsam machten sie sich an die Grobplanung für die Fahrstrecke. „Entscheidend ist nämlich, dass im richtigen Moment auch eine Steckdose vorhanden ist, um die Batterie wieder für die nächste Etappe laden zu können“, erinnert Otto Schönbach.

Genau das macht lange Touren in Deutschland aber auch so schwierig. Nach etwa 100 Kilometern brauchen die Elektrofahrzeuge den „Saft aus der Dose“. In Deutschland, so Schönbach, gebe es leider nur sehr wenige öffentliche Ladestationen. „Ich würde sogar sagen, Deutschland ist in dieser Hinsicht Schlusslicht in Europa.“ Allein in der norwegischen Hauptstadt Oslo beispielsweise finde man 1400 solcher Elektroanschlüsse, in München dagegen gerade einmal 25. „Und davon wurden die ersten schon wieder stillgelegt, weil es keine Förderung vom Staat mehr gibt“, ärgert sich der E-Mobil-Fahrer. So sei es noch schwerer, andere Menschen vom Vorteil dieses Antriebs zu überzeugen. Denn bei aller Begeisterung und Neugierde — natürlich sind Otto Schönbach und seine Mitstreiter während der Fahrt überall auch auf Skeptiker gestoßen. „Die hatten oft schon viel über E-Autos gelesen und gehört, aber meist noch nie in einem gesessen.“

Die siebenköpfige Mannschaft der Elektro-Karawane hat dagegen rund 1400 Kilometer von Bayern bis auf die Insel zurückgelegt. Dabei waren sie durchschnittlich 50 bis 60 Kilometer pro Stunde schnell.

Völlig ausreichend, wie Otto Schönbach findet. Durch die offenen Seitenfenster habe man eine optimale Aussicht und könne bei diesem Tempo die vorbeiziehende Landschaft so richtig genießen. Auf der Autobahn hörte der Spaß dann allerdings auf. Um keinen Stau zu verursachen, fuhren die Elektro-Fahrer nicht in Kolonne, sondern einzeln. „Das war manchmal richtig erschreckend, wenn ein Lastwagen vorbeirauschte“, sagt Schönbach, der auch von einer kleinen Panne berichten muss — allerdings nicht an den Autos. Die sollten auf dem Zeltplatz in Kleinmachnow südlich von Berlin aufgetankt werden.

„Als ich das Kabel in die uns zugewiesene Schukosteckdose steckte, brannte die Sicherung durch und der ganze Campingplatz lag im Dunkeln“, erzählt der Fahrer des Elektro-Renault. Dabei reiche zum Laden der Batterie jede gewöhnliche Steckdose, die mit mindestens 10 Ampere abgesichert ist. Im Rathaus der Kommune wurde den Abenteurern dann geholfen.

Die wollten ursprünglich von Rügen mit der Fähre nach Schweden, haben ihren Plan aber geändert und bewegen sich jetzt weiter in Richtung Hamburg. Natürlich rein elektrisch. „Das Fahrzeug hat so viele Vorzüge, dass ich als Stadtmensch nie wieder ein Auto mit einem Verbrennungsmotor kaufen würde“, zeigt sich Otto Schönbach von dem Konzept überzeugt.

Als Stadt- mensch würde ich nie wieder ein Auto mit Verbrennungsmotor kaufen.“Otto Schönbach, München



Dieter Lindemann

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