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Rügen Von China nach Rügen: Dino-Park baut neue Riesen auf
Vorpommern Rügen Von China nach Rügen: Dino-Park baut neue Riesen auf
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02:24 28.03.2014
Der hat Biss, sagt Rüdiger Kunkel, Inhaber des Dinosaurierparks Rügen bei Bobbin, und schaut dem neuen Albertosaurier-Modell aus China in den Schlund. Quelle: Udo Burwitz
Bobbin

Wie lange braucht ein Albertosaurier von China bis an den Ostseestrand? „Zu lange“, sagt Rüdiger Kunkel. Doch der Inhaber des Dinosaurierlandes Rügen kann der Nachbildung so eines Giganten aus der Urzeit schon in den Rachen greifen. Das Ungetüm aus Latex hat die weite Reise aus Fernost bis auf Deutschlands größte Insel unbeschadet überstanden. Der Dino-Park auf Rügen rüstet auf. Mit neuen Modellen aus China, die werden im Erlebnispark bei Bobbin aufgestellt.

„Wir modernisieren, wir wollen erweitern“, sagt Rüdiger Kunkel. Die Zeitreise in die Vergangenheit vor mehr als 65 Millionen Jahren, die Insulaner und Rügen-Urlauber seit mittlerweile sechs Jahren im Dino-Park bei Bobbin unternehmen können, soll noch interessanter und erlebnisreicher werden. Dafür investiert Kunkel gut 400 000 Euro. Das Land unterstützt, es fördert die Modernisierung und Erweiterung des Parks mit 160 000 Euro. Für das Geld sollen die etwa 120 alten Modelle gegen neue ausgetauscht werden. „Die alten waren nur gemietet, ihr Zustand nicht mehr der beste. Die neuen kommen aus China, sie werden in Zigong produziert“, betont der „Herr“ der Dinos, dass am Ende sogar 140 bis 150 Modelle im Park stehen sollen, dessen Rundweg zudem um 400 Meter verlängert wird.

„Gut 30 Prozent der neuen Modelle sind bereits eingetroffen“, sagt Kunkel, der mit seinen Mitarbeitern den Aufbau gestartet hat. Der bereits aufgestellte Albertosaurier soll Besucher künftig sogar anbrüllen. „Acht Modelle — auch das ist neu — werden beweglich sein, mit den Schwänzen wedeln, den Köpfen nicken und Urschreie von sich geben können.“ Das zur Energieversorgung notwendige Stromkabel ist bereits verlegt.

„Eigentlich wollten wir schon viel weiter sein“, räumt Rüdiger Kunkel unumwunden ein, die Arbeiten hinken dem Zeitplan hinterher. Ursprünglich sollten sie zur Saison abgeschlossen sein. Das sei nicht zu schaffen. „Geschäfte mit China brauchen Zeit, viel mehr Zeit als gedacht“, sagt er. Rund 30 Tage dauert allein der Schiffstransport von China nach Deutschland. „Doch wenn der Zoll auf beiden Seiten Dinosaurier liest, wird supergründlich kontrolliert.“ Inklusive Wartezeit koste das gut und gerne noch mal 15 bis 20 Tage. „Und mit der Produktion fangen die Chinesen auch erst an, wenn sie Geld sehen.“ Auch dieser Geldfluss koste Zeit, bis es nach der Überweisung in Fernost angekommen sei, vergehen schon mal zehn Tage. „Den Zeitfaktor haben wir unterschätzt“, schlussfolgert Kunkel nach den Erfahrungen, die er mit den ersten beiden von sieben geplanten Modell-Transporten gesammelt hat. Das Umsetzen des Projektes werde noch Monate dauern, er rechnet mit einem Abschluss erst zum Saisonende.

Die Zeitreise in die Vergangenheit will Rüdiger Kunkel Besuchern dennoch ermöglichen. „Auch wenn die Modelle nicht komplett sind, der Aufbau läuft — wir öffnen den Park zum 1. April.“ Weil die Gäste dann nicht voll auf ihre Kosten kommen, brauchen sie auch nicht den vollen Eintritt zahlen. „Die Preise werden reduziert“, kündigt Rüdiger Kunkel an.

Das erste Dino-Museum Asiens besucht

1987 wurde bei Zigong, einer Millionenstadt in der südwestchinesischen Provinz Sichuan, das erste Dionsaurier-Museum Asiens eröffnet. Den Anlass dafür gaben große Mengen Saurierfossilien, die in den 1980er Jahren dort ausgegraben wurden. Rüdiger Kunkel hat das Museum 2012 besucht und die Kontakte zu den chinesischen Partnern geknüpft, die die neuen Modelle für Rügens Dino-Park produzieren.
120 Sauriermodelle werden zurzeit im Dino- Park bei Bobbin gegen neue Exponate ausgetauscht. Vorgesehen ist außerdem eine Verlängerung des vorhandenen und 1,1 Kilometer langen Rundweges um 400 Meter. Der Park wird am 1. April eröffnet. Weil noch gebaut wird und Modelle nicht komplett sind, zahlen Erwachsene statt 7,50 Euro nur fünf Euro, Kinder statt 4,50 nur 3,50 Euro Eintritt.
www.dinosaurierland-ruegen.de



Udo Burwitz

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