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Vorschlaghammer regiert am Haus der Jugend

Sagard Vorschlaghammer regiert am Haus der Jugend

Abrissarbeiten an der Ruine des einstigen kulturellen Zentrums der Gemeinde am Markt in Sagard begonnen

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Mit einem Bauzaun ist das Haus der Jugend in Sagard für den Abriss abgesperrt. Am Giebel vom einstigen Tanzsaal steht die Rüstung.

Sagard. Im Zentrum von Sagard wird viel Staub aufgewirbelt. Der steigt aus bereits scheibenlosen Fensteröffnungen am ehemaligen Haus der Jugend auf. „Jetzt ist es endlich soweit: Der Schandfleck verschwindet“, kommentiert Bürgermeister Sandro Wenzel (Bündnis für Rügen) die aufsteigenden Staubfahnen. Sie kündigen das Verschwinden eines Schandflecks an. Die Gemeinde lässt die Ruine vom ehemaligen Haus der Jugend am Markt abreißen. Der Startschuss für den Rückbau ist gefallen.

 

OZ-Bild

Mit dem Vorschlaghammer klopft Christian Berndt am Haus der Jugend die alten Ziegel aus dem Gefach der Giebelwand, die per Hand abgetragen wird.

Quelle: Fotos: Udo Burwitz

Teure Ruine

84000 Euro investiert die Gemeinde in den Abriss der Ruine vom ehemaligen Haus der Jugend am Markt. Das marode Gebäude hat sie im Herbst 2015 für eine Abstandszahlung von 28000 Euro vom Vorbesitzer erworben.

Die Giebel des riesigen Gebäudekomplexes sind eingerüstet. Christian Berndt steht ganz oben auf der Rüstung und schwingt den Vorschlaghammer. Mit dem klopft er Ziegel für Ziegel aus dem Gefach.

„Alles Handarbeit“, sagt der Bauarbeiter, der für das Sagarder Abbruchunternehmen SAW den Vorschlaghammer schwingt. Die ortsansässige Firma, deren Geschäftsführer der Bürgermeister ist, hat bei der erst am vergangenen Donnerstag vorgenommenen Vergabe den Zuschlag von den Gemeindevertretern für den Abriss bekommen. „Hier kann kein Bagger ran“, begründet Vorarbeiter Christopher Hönicke die Handarbeit. Die Giebel können nicht ruckzuck mittels moderner Technik abgerissen werden, weil zwischen ihnen und den Nachbarhäusern kaum das sprichwörtliche Handtuch dazwischen passt. Die Gebäude stehen zu dicht, die angrenzenden Häuser könnten bei einem Baggereinsatz beschädigt werden. Diese Gefahr soll ausgeschlossen werden, weshalb zunächst zu Vorschlaghammer und Brecheisen gegriffen wird, erläutert er.

„Der Abrissbagger wird erst Ende Oktober anrücken“, kündigt Sandro Wenzel an. Das hängt mit dem zurzeit laufenden Ausbau der Bebelstraße zusammen. Für den 25. Oktober sei die Asphaltierung der Kreuzung Schulstraße/Bebelstraße vorgesehen. Erst wenn diese Arbeiten erledigt sind, kann der Verkehr über diese Kreuzung in die Bebelstraße umgeleitet werden. Über die rollt er gegenwärtig noch aus der entgegengesetzten Richtung und damit vorbei am Markt und am Haus der Jugend. Genau in dieser Fahrtrichtung müsse die Bebelstraße aber für den Baggereinsatz beim Gebäudeabbruch gesperrt werden, erläutert der Bürgermeister und datiert das Abriss-

ende auf „die dritte Novemberwoche“.

Um das Verschwinden des Schandflecks mitten im Zentrum hat die Kommune jahrelang gekämpft. Erst im Herbst des vergangenen Jahres konnte sie von den Voreigentümern die Immobilie erwerben, die im 19.

Jahrhundert mal eine Schankwirtschaft beherbergte und 1957 zum „Theater der Solidarität“ sogar mit Tanzsaal als kulturelles Zentrum der Gemeinde umgebaut wurde, bevor sie seit Anfang der 1990er Jahre leer stand. Was die Kommune mit ihrem erkauften Filetgrundstück in bester Lage nach dem Abriss anfangen will, ist derzeit allerdings noch offen. „Das entscheiden wir noch“, so Wenzel.

Udo Burwitz

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