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Werder: Alter Geflügelstall verschwindet

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Marode Gebäude auf dem Wirtschaftshof des Nationalparkamtes Jasmund werden abgerissen

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Der Blick durchs Fenster in den ehemaligen Geflügelstall auf dem Wirtschaftshof des Nationalparkamtes Jasmund in Werder ist schon zum Ausblick geworden, weil die gegenüberliegenden Wände samt Dach bereits verschwunden sind. Das Gebäüde wird abgerissen.

Quelle: Fotos: Udo Burwitz

Werder. Jörg Hochgräber dirigiert seinen Kollegen im Bagger zur nächsten Wand. Der große Greifer packt zu, es knirscht. Eingehüllt in eine große Staubfahne kracht die Mauer zu Boden. Mitten im Nationalpark Jasmund ist der Abrissbagger in Aktion. Die schwere Technik rückt der Bausubstanz auf dem Wirtschaftshof des Nationalparkamtes Jasmund in Werder zu Leibe.„Wir reißen ab im großen Stil. Gleich mehrere Gebäude sollen verschwinden“, sagt Jörg Hochgräber, Mitarbeiter des Abbruchunternehmens Döring aus Zingst.

OZ-Bild

Marode Gebäude auf dem Wirtschaftshof des Nationalparkamtes Jasmund werden abgerissen

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Katrin Bärwald spricht von „Ersatzneubau“. „Denn es wird nicht nur abgerissen. Es sollen auch neue Gebäude errichtet werden. Der Wirtschaftshof des Nationalparkamtes wird modernisiert“, beschreibt die Sprecherin der Amtsverwaltung des Nationalparks Vorpommern die in Werder gestartete Großinvestition. Vor dem Neubau wird abgerissen. „Einige Gebäude des Komplexes sind marode und erfüllen nicht mehr die heute geltenden Sicherheitsstandards“, begründet Katrin Bärwald. Außerdem würden gar nicht alle mehr gebraucht werden. Der Wirtschaftshof des Nationalparkamtes Jasmund soll sich „gesund schrumpfen“. Ursprünglich im Zusammenhang mit dem Bau der ehemaligen Revierförsterei Werder Ende des 19. Jahrhunderts als Vier-Seiten-Hof errichtet, wurden zu DDR-Zeiten auf dem Gelände neue Gebäude sogar für eine landwirtschaftliche Nutzung gebaut. Zum Beispiel ein Geflügelstall. Das Nationalparkamt übernahm den gesamten Komplex von der Forstverwaltung.

„Vom alten Geflügelstall ist schon mehr als die Hälfte verschwunden“, sagt Jörg Hochgräber. Vor zwei Wochen rückte er mit seinen Kollegen und mit schwerer Technik in Werder an, um mit den Abrissarbeiten zu beginnen. Zurückgebaut wird nicht nur die besagte Stallanlage. Abgerissen werden sollen auch ein unmittelbar an den Stall angrenzender Zweigeschosser sowie ein weiterer Flachbau aus DDR-Zeiten, der Hof zudem großflächig entsiegelt werden.

„Bis Ende März sollen die Abrissarbeiten abgeschlossen sein“, sagt Lothar Strobel, Mitarbeiter für Bau und Liegenschaften in der Amtsverwaltung des Nationalparks Vorpommern, beim Blick auf den Bauablaufplan. „Der alte Pferdestall, vis-á-vis der ehemaligen Oberförsterei links auf dem Hof bleibt aber stehen“, betont er. Das Gebäude mit seinen Grundmauern aus Feldsteinen, in dem in der Vergangenheit die für Holzarbeiten eingesetzten Rückepferde untergebracht waren, stamme sozusagen noch aus der Gründerzeit von Werder. „Es steht unter Denkmalschutz und wird weiter genutzt werden.“

Lothar Strobel schlägt im Bauablaufplan das den Abrissarbeiten folgende Neubau-Kapitel auf. Eine kleine Werkzeughalle, in der auch die Kühlzelle für Wild untergebracht sein wird, ein überdachtes Holzlager sowie eine Halle für die Technik des Nationalparkamtes, zu der ein Traktor, Anhänger und Maschinen für den Wegebau und deren Instandhaltung wie Schleppegge und Schiebeschild gehören, soll neu errichtet werden. „Zum Jahresende wird das Ersatzneubau-Projekt in Werder abgeschlossen sein“, kündigt er an.

Drei Jahrhunderte Forstgeschichte

300 Jahre Forstgeschichte wurden auf dem Werder geschrieben. Die Anfänge datieren ins Jahr 1725. Damals wurde der Holzeinschlag in der Stubnitz von einem Heidereiter kontrolliert. Der hieß David Bade, hatte seinen Sitz aber in Sagard. Zur besseren Kontrolle hielt es die Königliche Regierung für erforderlich, für den Heidereiter ein Haus vor Ort zu errichten. Gebaut wurde es auf dem Werder. Im Frühjahr 1726 konnte Bade einziehen. Doch nur elf Jahre später brannte das Haus nebst Scheune ab. Ein Neubau folgte. 1790 gehörten neben dem Wohnhaus eine größere Scheune mit angebautem Pferdestall, zwei Viehkofen, ein Wagen-Schauer sowie Brunnen und Obstgarten zur Hofanlage.

Vermutlich nach 1824 übernahm der Staat das Forstgehöft Werder und errichtete eine Oberförsterei. Davon kündet heute noch das 1887/88 errichtete Forstamt. Es wurde 2007 im Zuge der Fusion der Forstämter Rügen und Abtshagen aufgegeben.

Udo Burwitz

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