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Zweiter Stapellauf für „die Heimliche“

Sassnitz Zweiter Stapellauf für „die Heimliche“

Klaus-Peter Blum und Rudger Vierling bauten das Modell eines als Flugsicherungsschiff genutzten Kuba-Kutters.

Sassnitz. Er nennt sie „die Heimliche“. Über das Schiff, das sich Klaus-Peter Blum als Vorlage für sein aktuelles Modell ausgewählt hatte, konnte er zunächst kaum etwas in Erfahrung bringen. In der Fachliteratur hatte der Sassnitzer einen Text über ein Flugsicherungsschiff mit dem Namen „Hugo Eckener“ und ein paar Fotos davon gesehen.

Doch weder seine Modellbaufreunde noch die Werften, die er anschrieb, konnten ihm weitere Auskünfte zu diesem Schiffstyp geben. Dass es jetzt seinen zweiten Stapellauf — im Maßstab 1:50 — feiern konnte, verdankt Klaus-Peter Blum dem Marinemuseum auf dem Dänholm. Dort fanden sich neben weiteren Angaben zu dem Flugsicherungsschiff der Volksmarine auch einige Schwarz-Weiß-Kopien zum Aufbau.

Den Plänen zufolge handelte es sich um den Typ der so genannten Havanna-Kutter, die in den 70er Jahren auf der Wolgaster Werft für Kuba gebaut wurden. 15 von ihnen lieferten die Wolgaster an den karibischen Inselstaat. Der 16. Kutter wurde zu einem Flugsicherungsschiff für die Nationale Volksarmee umgebaut. Der Schiffkörper, die Antriebsanlage, der Heckslip, die Brücke und zwei Ladebäume wurden original übernommen. Anfang 1971 wurde das Schiff in Dienst gestellt und der 1. Flottille zugeordnet. Seine Aufgabe bestand in der Flugsicherung und Flugleitung der Luftstreitkräfte beziehungsweise der Luftverteidigung der NVA in den küstennahen Gewässern. Das Flugsicherungsschiff wurde aber unter anderem auch zur Bergung von Menschen und Geräten auf See eingesetzt. Ab 1982 stufte man es als Bergungsschiff ein. Es bekam die Bezeichnung U33 und später A15. 1989 wurde das Schiff außer Dienst gestellt und nach Holland verkauft.

Zwei Jahre haben er und sein Güstelitzer Modellbaufreund Rudger Vierling wieder und wieder zusammengesessen und an dem Modell gebastelt. „Bauzeichnungen von den Kubakuttern zu erhalten, war nicht allzu schwierig“, sagt Klaus-Peter Blum. Rudger Vierling, der von Beruf Bootsbauer und Fachmann für Polyesterverarbeitung beim Bootsbau war, fertigte den Rumpf und das Deck an. Um die Aufbauten kümmerte sich dann wieder der Sassnitzer. „Die Aufbauten nach den vorhandenen Fotos zu fertigen, war eine echte Herausforderung“, sagt Blum. Etwa 1000 Einzelteile von bis zu einem Millimeter Größe fertigte er an und fügte sie zusammen. Nervenaufreibend sei es gewesen, so Blum, der mitunter bis spät in die Nacht in seiner „Werft“ saß.

Das Schiff hat den grauen Anstrich der Volksmarine-Schiffe bekommen und wurde mit einem Elektromotor ausgerüstet. Es wird für Regatta-Wettkämpfe in der Klasse F2 eingesetzt. Am 25. Mai, zur Freundschaftsregatta des Modellsportclubs Rügen, soll das Flugsicherungsschiff „Hugo Eckener“ zum ersten Mal zu Wasser gelassen und einer Bewertung unterzogen werden.

Klaus-Peter Blum will derweil weiter zur Geschichte des Schiffes forschen. „Es würde mich freuen, wenn sich ehemalige Besatzungsmitglieder des Flugsicherungsschiffes mit mir in Verbindung setzten würden, um mir Informationen und Fotos zukommen zu lassen“, sagt der Modellbauer. Damit könnte er womöglich Aufbauten anfertigen, die noch viel näher am Originalschiff lägen.

Daneben wird der Sassnitzer die nächsten Monate benötigen, um sich mit den Mehrzweckschiffen „Atair” und „Wege“ auf die diesjährige Weltmeisterschaft der Schiffsmodellbauer, die vom 9. bis 15. August in Königsberg stattfindet, vorzubereiten.

Kontakt ☎ 03 83 92/2 23 75

Dieter Lindemann

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Sassnitz/Wolgast
Die Schiffmodellbauer Klaus-Peter Blum (links) und Rudger Vierling in der Blum-Werft mit dem Modell Flugsicherungsschiff „Hugo Eckener“.

Im Maßstab 1:50 ließen die Sassnitzer den auf der Wolgaster Werft entstandenen Flugsicherungskutter „Bruno Eckener“ der DDR-Volksmarine wiederauferstehen.

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