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Rügen Sassnitzer Seifenkisten am schnellsten
Vorpommern Rügen Sassnitzer Seifenkisten am schnellsten
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00:05 18.10.2017
Geschicklichkeit war vor allem in den zwei Kurven gefragt, die dieses Jahr zum Parcours beim Seifenkistenrennen gehörten. Quelle: Foto: Marc Dransch
Sagard

Eine Seifenkiste? Olaf Perleberg denkt kurz nach und schüttelt den Kopf: „Nee, sowas hatten wir als Kinder nicht, glaube ich.“ Diesen „Mangel“ aus Kindertagen gleichen der Sassnitzer und seine Freunde als Erwachsene aus. Als Team „Klein Helgoland“ haben sich Perleberg sowie Claas Buettler, Henry und Philip Strehlow, Andreas Harm, Michel Brestel und Thomas Kursikowski ein Renngefährt gebaut. Mit ihrem Flitzer holten sie am Wochenende beim Herbstfest in Sagard den Pokal in der „Profi“-Wertung: Keiner kam beim Seifenkistenrennen auf der Schulstraße so schnell ins Ziel wie der Wagen der „Klein Helgoländer“.

Teams aus der Hafenstadt dominierten beim Rennen in der Sagarder Schulstraße

Mädels am Steuer

Platzierungen (Auswahl):

Gesamtpokal (Ergebnisse aus Bierkrugstemmen und Seifenkistenrennen): Team GTS II aus Sagard

Seifenkisten Kinder: Paula und Johanna Zinkhahn aus Sagard

Seifenkisten Amateure: Alina aus Schleswig-Holstein

Seifenkisten Profis: Team „Klein Helgoland“ aus Sassnitz

Designpreis für die schönste Seifenkiste: Partnerfeuerwehr aus Nindorf am Walde

An Konkurrenz mangelte es ebenso wenig wie an Zuschauern. Weit über 2000 Besucher sahen, wie die Fahrer der 38 Mannschaften in ihren Seifenkisten von der Rampe starteten und mit dem Schwung die abgesteckte Strecke zurücklegten. Zwei Kurven mussten sie in diesem Jahr durchfahren; im vergangenen Jahr war es nur eine. „Da braucht man schon fahrerisches Können“, sagt Bürgermeister Sandro Wenzel. Fahrer Olaf Perleberg kann das bestätigen: „Dadurch, dass zwei Teilnehmer gleichzeitig fahren, ist der vorgegebene Parcours enger.“ Die Seifenkisten lassen in der Regel aber nur einen geringen Lenkeinschlag zu. Das sorge dann für den Nervenkitzel.

Bremsen komme nicht infrage, um den Schwung nicht zu verlieren. „Du weißt aber vorher nie genau, ob du die Kurve schaffst oder nicht.“ Denn ein Training gibt es dabei nicht. Die „Klein Helgoländer“

haben im Vorfeld im Sassnitzer Gewerbegebiet ein paar Probeläufe von einer Behelfsrampe aus unternommen. „Aber die Bedingungen in Sagard sind ganz andere.“ Zum einen sei die Rampe dort viel höher, zum anderen der Untergrund ein rauer und grobporiger Beton.

Olaf Perleberg kann Auto fahren und segeln. Eine Seifenkiste zu steuern, sei aber etwas ganz anderes. „Da kommt es auf ganz viele Details an, wie den richtigen Luftdruck für den jeweiligen Untergrund, die richtige Trimmung und ähnliches.“ Nach dem dritten Platz beim Lauf im vergangenen Jahr hatten die Sassnitzer noch an mehreren kleinen Stellschrauben gedreht und ihren aus vorgefertigten Kunststoffschalen zusammengebastelten Wagen optimiert. Beim Rennen müsse man dann auch ein bisschen auf das Glück und den richtigen Schwung hoffen. „Gas geben ist ja nicht“, sagt Olaf Perleberg schmunzelnd.

Das Seifenkistenrennen ist der vermutlich spektakulärste Teil des Sagarder Herbstfestes, das sich nach dem Karneval zur zweitwichtigsten Veranstaltung im Kulturkalender des Jasmunder Ortes gemausert hat. Ein 45-köpfiges Organisations-Team aus Gemeindevertretern, Sportlern, Feuerwehrleuten und anderen Aktiven beginnt schon ein Jahr im Voraus mit der Vorbereitung, sagt Bürgermeister Sandro Wenzel.

Dabei wird kein Rennen lediglich ein Aufguss der Vorjahresveranstaltung. Bei der diesjährigen Auflage konnten die Teilnehmer und Interessenten die aktuellen Zeiten der Fahrer sofort im Internet nachlesen. Im kommenden Jahr, wenn das Herbstfest am 28. und 29. September gefeiert wird, sollen die Kisten noch schneller vorankommen. „Wir wollen die Rampe höher und breiter bauen“, kündigt Wenzel an. Im kommenden Jahr werde es nur noch Doppelstarts geben. Das sei für die Fahrer spannender und für die Zuschauer an der Strecke interessanter.

Letztere drückten vor allem den Startern aus ihren Heimatorten die Daumen. Bei den Kindern gewannen die Schwestern Paula und Johanna Zinkhahn aus Sagard. Mit dem fünfjährigen Paul Wüstenberg aus Glowe kam der jüngste Teilnehmer auf einen beachtlichen dritten Platz in der Kinderwertung. Und auch wenn bei den Profis die ersten drei Plätze nach Sassnitz gingen – den Gesamtsieg ließen sich die Sagarder nicht nehmen. Mit den beim Bierkrugstemmen erkämpften Punkten machte das Sagarder Team GTS II die fahrerischen Patzer wett und sicherte sich den Gesamtpokal.

Vielleicht bieten die Sassnitzer ihren Nachbarn aus Sagard bald Revanche an. Was in dem Ort auf die Beine gestellt werde, sei grandios, loben die „Klein Helgoländer“, deren Ehrgeiz geweckt ist. „Wir wollen uns zusammensetzen und sehen, ob wir hier in der Stadt im Rahmen einer bestehenden Veranstaltung auch einen Parcours aufbauen und ein Seifenkistenrennen starten können“, sagt der Sassnitzer Olaf Perleberg. Die fahrbaren Untersätze seien ja da. „Und es wäre schade, wenn die nur einmal pro Jahr benutzt würden.“

Maik Trettin

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