Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Rügen Schädel und Knochenreste beim Buddeln im Garten entdeckt
Vorpommern Rügen Schädel und Knochenreste beim Buddeln im Garten entdeckt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:10 30.09.2016

Bei Erdarbeiten auf einem Grundstück am Rande der Bergener Altstadt sind am Mittwoch menschliche Überreste gefunden worden. Konkret handelt es sich um einen relativ komplett erhaltenen Schädel, um Reste einer Schädeldecke, einen Unterkiefer und weitere Knochenfragmente. Sie kamen zum Vorschein, als ein Hausbesitzer die Außenanlagen auf seinem Grundstück an der oberen Sundstraße herrichtete. Nachdem sich immer mehr Überreste fanden, informierte er die Polizei.

Ein Schädel, Fragmente einer Schädelplatte und Knochenreste wurden bei Erdarbeiten in Bergen gefunden. Quelle: Polizei

Die konnte gestern zur Geschichte des Fundes noch nicht viel Konkretes sagen. Nach einer ersten Begutachtung durch die Kriminalpolizei vermuten diese, dass der oder die Tote schon vor geraumer Zeit verstorben sein muss. „Wir gehen davon aus, dass die sterblichen Überreste schon eine ganze Weile dort im Boden gelegen haben müssen“, sagte Polizeisprecherin Antje Unger gestern auf Nachfrage der OZ.

Völlig unklar ist, wie die Überreste der Toten dorthin gelangten. Das Wohn-Grundstück, auf dem sie am Mittwoch gefunden wurden, war über viele Jahre Teil eines Areals zwischen Damm- und Sundstraße, das ganz unterschiedlich genutzt wurde. „Das Gelände gehörte in früheren Zeiten zum Lyzeum, einer Höheren Töchterschule“, sagt Karl Zerning, der gemeinsam mit seiner Frau Barb seit Jahren die Bergener Stadtgeschichte erforscht. Später hätten es die Nationalsozialisten der Insel als Zentrale genutzt. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs zog die Polizei in das Hauptgebäude ein und etablierte dort das Volkspolizeikreisamt. Auf dem Außengelände befanden sich damals noch Baracken, erinnern sich die Zernings. Mitarbeiter des Pass- und Meldewesens hatten dort ihren Sitz, später wurde es zeitweise vom Rügener Landratsamt als Verwaltungsgebäude genutzt.

Eines habe es aber ganz sicher dort nie gegeben: einen Friedhof. „Jedenfalls nicht seit dem Mittelalter“, sagen die Zernings. Bis dahin lässt sich relativ gut nachvollziehen, wo die Bergener ihre Toten beisetzten. So habe es im 16. und 17. Jahrhundert dort, wo sich heute die Freiwillige Feuerwehr befindet, den Sankt-Jürgen-Friedhof gegeben, auf dem unter anderem Leprakranke bestattet wurden.

Bis zum Jahre 1830 fanden Beisetzungen auf dem Kirchhof statt. Dann, so Karl Zerning, wurde der Friedhof an der heutigen Billrothstraße, die damals noch Klosterstraße hieß, angelegt. Als die Einwohnerzahl nach dem Ende des Krieges durch viele Flüchtlinge stieg und zahlreiche Opfer beerdigt werden mussten, richtete man den heutigen Neuen Friedhof am Stadtrand in Richtung Tilzow ein.

Nachweise über Beisetzungen auf dem Gelände, auf dem jetzt die menschlichen Überreste gefunden wurden, seien ihnen nicht bekannt, so Barb und Karl Zerning übereinstimmend. Ob sich dort noch mehr Knochen und Schädel befinden, kann zurzeit niemand sagen. Der Hausbesitzer musste die Erdarbeiten vorgestern vorläufig einstellen. Die Kripo wird die gefundenen menschlichen Überreste zur Rechtsmedizin nach Greifswald bringen. Dort erhofft man sich durch genauere wissenschaftliche Untersuchungen Aufschluss über das Alter und damit vielleicht auch über die Herkunft der Knochen.

Maik Trettin

Aloys und Ingrid Schüring schufen sich ihr Zuhause im Herrenhaus von Dumsevitz

30.09.2016

Norbert John wurde 1959 in Wreechen geboren und zog als Zehnjähriger mit seiner Familie nach Garz.

30.09.2016

Michael Roggow in der ehemaligen Schnitterkaserne

30.09.2016
Anzeige