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Rügen Scheinchen zur Geburt: Göhren zahlt Baby-Prämie
Vorpommern Rügen Scheinchen zur Geburt: Göhren zahlt Baby-Prämie
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00:00 31.01.2018
Göhren

In vielen Gemeinden der Insel Rügen gibt es bereits ein Begrüßungsgeld für Neugeborene. Nun setzt auch Göhren auf eine Willkommensgeste. Ab sofort werden auch dort Babys mit Scheinchen begrüßt: 250 Euro bekommt jeder neue Erdenbürger im Ostseebad. Dass diese Baby-Prämie eingeführt wird, haben die Gemeindevertreter auf ihrer Sitzung am Montagabend einstimmig beschlossen. Die Regelung gilt rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres.

„„Das Begrüßungs- geld für Babys war eines meiner Ziele, die ich mir vor meinem Amtsantritt gestellt habe.“Bürgermeister Wolfgang Pester

Bürgermeister Wolfgang Pester ist hocherfreut. „Das war eines meiner Ziele, die ich vor meinem Amtsantritt gestellt habe.“ Es sei der erste von zehn Punkten seines Wahlprogramms gewesen. „Das Begrüßungsgeld wäre richtungsweisend und unterstreicht die Familienfreundlichkeit des Ostseebades“, liest Pester von einem Flyer vor, mit dem er damals auf Stimmenfang ging. Das war vor dreieinhalb Jahren.

Die Einführung eines Begrüßungsgeldes für Babys war bereits im Jahre 2014 Thema im Gemeinderat. Seinerzeit fand sich dafür allerdings keine Mehrheit. Der Gemeinde war damals ein Haushaltssicherungskonzept auferlegt worden. „Das haben wir immer noch. Aber trotz des defizitären Haushaltes können wir uns das erlauben. Die Summe sollte nicht das Problem sein und könnte über höhere Einnahmen an anderer Stelle eingespielt werden“, meint Bürgermeister Wolfgang Pester.

Man gehe derzeit von einer finanziellen Ausgabe für die Gemeinde in Höhe von rund 1500 Euro im Jahr aus. Im letzten Jahr wurden im Ostseebad Göhren fünf Kinder geboren, im Jahr davor waren es sechs Kinder und im Jahr 2014 insgesamt vier Neugeborene. Nachdem der Sozialausschuss im November grünes Licht für die Baby-Prämie gegeben hatte, folgte nun auch die Gemeindevertretung diesem Votum.

Das Begrüßungsgeld wird in Göhren ab dem ersten Kind gezahlt. Beantragen können es Eltern, die mit Hauptwohnsitz im Ostseebad gemeldet sind. Die Auszahlung erfolgt per Überweisung gegen Vorlage von Belegen mit Ausgaben für den Nachwuchs. Zudem wird den Eltern eine farbige Babyurkunde zugesandt – die Jungs bekommen eine hellblaue, die Mädchen eine rosafarbene.

Das größte Rügener Ostseebad hatte als erste Gemeinde 2007 ein Begrüßungsgeld für Neugeborene in Höhe von 250 Euro eingeführt. Der Grundsatzbeschluss dazu auf Initiative der SPD-Fraktion wurde schon drei Jahre vorher gefasst, doch eine Finanzierung musste erst erarbeitet werden. Immerhin: In Binz werden jährlich rund 30 Geburten gezählt – das sind 7500 Euro. Dem Binzer Vorbild folgten dann Sellin (ab dem zweiten Kind), Samtens, Lancken-Granitz, Baabe, Wiek, Ummanz, Putgarten, Poseritz, Neuenkirchen und Hiddensee.

Bares, Gutscheine und Kinderfonds für alle

500 Euro zahlt die Gemeinde Putgarten für jedes Baby. So viel gab es auch von 2010 bis 2013 in Poseritz, als der damalige Bürgermeister Michael Burmeister (1940 – 2014) die Prämie aus eigener Tasche zahlte. Jetzt gibt es 100 Euro. 250 Euro sind es in Binz, Samtens, Wiek, Baabe, Sellin (ab 2. Kind), 100 Euro in Bergen, Neuenkirchen, Lancken-Granitz und auf Hiddensee. Die Ummanzer zahlen 300 Euro. Sassnitz zahlt pro Baby 100 Euro in einen Fonds, der allen Kindern zugutekommt.

Gerit Herold

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