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Rügen Schimmel-Frust statt Urlaubslust im Feriendomizil in Lauterbach
Vorpommern Rügen Schimmel-Frust statt Urlaubslust im Feriendomizil in Lauterbach
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05:07 23.03.2013
Vor der Verhandlung: Marvin, Margit und Frank Müller warten im Bergener Amtsgericht mit Fotos vom Ferienhaus in Lauterbach. Quelle: Steffi Büssing

Einen schöner Urlaub auf der Insel hatte Familie Müller aus Hessen im Juli vergangenen Jahres geplant. Doch schnell wurde aus Urlaubslust Urlaubsfrust, denn schon beim Eintreten in die übers Internet gemietete Ferienwohnung in Lauterbach sei der Familie ein muffiger Schimmelgeruch entgegengeschlagen. Sie wechselte ihr Domizil und klagte gegen den Vermieter, weil dieser das Geld nicht erstatten wollte. Nun muss Frank P. der Familie die Miete ersetzen — das entschied Richter Hauke Schäfer gestern vor dem Bergener Amtsgericht.

Feuchte Wände in mehreren Zimmern, Wasser, das durch den Kaminschacht tropft, eine sich zum Teil ablösende Tapete — so schildert Familie Müller vor dem Richterstuhl den Zustand ihrer Lauterbacher Ferienwohnung. „Als wir hereingekommen sind, schlug uns sofort ein starker muffiger Geruch entgegen. Die Wand hinterm Sofa war dunkel und schimmelig“, beschreibt Margit Müller ihren Eindruck von der Wohnung. Was für die Familie erschwerend hinzukommt: Sohn Marvin ist Allergiker und leidet unter Asthma. „Ich habe es da drinnen kaum ausgehalten, die Luft war erdrückend“, erinnert sich der 20-Jährige.

Für die Müllers ist schnell klar, dass sie nicht in der Wohnung bleiben wollen. „Wir haben dann den Vermieter angerufen und ihn gebeten, uns das Geld zu erstatten“, sagt Frank Müller. Dieser rechtfertigt die Feuchtigkeit mit starken Regenfällen in den vergangenen Tagen. „Der Schimmel ist an einigen Stellen übergestrichen worden“, argumentiert Frank Müller vor Gericht. „So etwas kommt nicht von einem Regen“, ist er sich sicher. Schließlich habe Frank P. die Müllers auf den nächsten Tag verwiesen, weil er so schnell keine Entscheidung treffen könne.

Noch am selben Abend habe die Familie eine andere Ferienwohnung in Lauterbach bezogen. Als sie den Vermieter einen Tag später aufsuchte, habe er nicht geöffnet, obwohl er zuhause gewesen sei, sagt Marvin Müller aus, der ihn auf dem Balkon gesehen haben will. Auch am nächsten Abend habe die Familie bei dem Vermieter vor verschlossenen Türen gestanden, obwohl dieser in seiner Wohnung telefoniert habe, so die Familie.

Aus der Sicht von Frank P. stellt sich die Situation anders dar. Mit Frank Müller habe er kein sach- liches Gespräch führen können. „Ich hatte Angst vor diesem Mann, mein Herz hat gepocht, er hat versucht in meine Wohnung einzudringen“, beschreibt er jenen Abend. Es sei ihm nicht ums Geld gegangen: „Ich hätte die Wohnung sofort wieder vermieten können, es war schließlich Hauptsaison, aber der Tonfall ging eindeutig unter die Gürtellinie“, so der Vermieter, der schließlich die Polizei gerufen habe.

Eine gütliche Einigung, bei der beide Parteien die Hälfte der Miete — exakt 356,40 Euro für den Zeitraum vom 14. bis zum 18. Juli — zahlen sollen, lehnt Frank Müller ab. „Wir haben die Wohnung nicht genutzt und möchten unser Geld zurückhaben“, sagt der 50-Jährige, der für die Verhandlung mit Ehefrau Margit und Sohn Marvin aus Fuldabrück im Landkreis Kassel angereist ist. „Wir haben extra den weiten Weg zurückgelegt, auch, um andere Urlauber vor solchen Vermietern zu schützen“, so Müller.

Er gehe davon aus, dass die Mängel in Form von Wassereinbruch und muffigem Geruch auch tatsächlich vorgelegen hätten, sagt Richter Hauke Schäfer einige Stunden nach der Verhandlung. „Der Beklagte muss die 356,40 Euro und 20 Euro für den Aufwand der Rechtsverfolgung zahlen“, erklärt er daher das Urteil.

Als Begründung führt er an, dass die Familie die Mängel schon am ersten Tag festgestellt und das Geld zurückgefordert habe und damit vom Vertrag zurückgetreten sei. „Dieser Rücktritt wird durch die Mängel eindeutig gerechtfertigt, selbst, wenn sie aus der aktuellen Situation entstanden und nur kurzfristig aufgetreten sind“, sagt Hauke Schäfer zur Erklärung. Der Vermieter habe auf jeden Fall die Pflicht, für einen ordnungsgemäßen Zustand der Wohnung zu sorgen.

Serie

Gerichtsbericht

Heute aus dem

Bergener

Amtsgericht:

Urlauber verklagen Vermieter wegen feuchter Ferienwohnung

Streitwert vor Gericht
356 Euro war der Streitwert, wegen dem Familie Müller nun vor das Bergener Amtsgericht zog.

Stefanie Büssing

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