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Rügen Vermummte Angreifer überfallen Fußballspieler
Vorpommern Rügen Vermummte Angreifer überfallen Fußballspieler
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12:12 23.07.2018
Polizeieinsatz. Quelle: Agentur 54°
Prora

Prügelei statt Fairplay: 20 bis 25 Vermummte haben in der Nacht zu Samstag auf einem Zeltplatz in Prora auf der Insel Rügen eine sächsische Fußballmannschaft angegriffen. Die Polizei ermittelt nun gegen Mitglieder eines Freizeitfußballteams aus Rostock, die auch dort übernachteten, teilt das Polizeipräsidium in Neubrandenburg mit. Vorwurf: Verdacht auf Landfriedensbruch. Pikant: Fairness und Spaß sollten in Prora eigentlich im Mittelpunkt stehen – beide Teams nehmen am Bundes-Finale des Turniers „Fairplay Soccer Tour 2018“ teil. Schirmherrin: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

Der Konflikt begann bereits am späten Freitagabend: Die jungen Leute aus Sachsen wären von Spielern des Teams aus Rostock angepöbelt worden, erklärt René André Bernuth, Koordinator für das Bundesfinale. Anlass: „Ein Fantrikot“, sagt Bernuth. Das hätte wohl den Rostockern „nicht gefallen“. Die Folge: Sicherheitskräfte mussten die Kontrahenten auf dem Zeltplatz trennen, die Spieler wurden „verwarnt“, so Bernuth.

Doch der Konflikt war damit nicht beendet: Am Samstagmorgen gegen 2.30 Uhr wurde die Polizei per Notruf informiert, dass 20 bis 25 Vermummte auf eine Gruppe von fünf bis sechs Mitgliedern der sächsischen Mannschaft eingeschlagen hätten. Vier sächsische Kicker – 22 bis 26 Jahre alt – wurden im Gesicht verletzt. Einer erlitt zudem Prellungen im Gesicht und am Oberkörper und musste ins Sana-Krankenhaus nach Bergen gebracht und stationär aufgenommen werden.

Die Polizei suchte das Gelände ab, zunächst ohne Erfolg. Später ergab sich dann ein Tatverdächtiger. Der Verdacht gegen weitere Beteiligte müsse noch erhärtet werden, heißt es von der Polizei.

Bundesfinal-Koordinator Bernuth beteuert, dass die Rostocker Spieler nicht selbst an der Prügelei beteiligt gewesen seien. Jedoch: Sie hätten wohl „Freunde angerufen“. Die Kicker wurden aber vom Turnier ausgeschlossen und mussten den Zeltplatz verlassen, die Polizei lief auf dem Gelände Streife.

Am Samstag ging das Turnier ohne weitere Zwischenfälle zuende, am Montag traten alle Kicker die Heimreise an. Insgesamt waren etwa 300 Spaß- und Freizeit-Teams mit etwa 2000 Sportlern und Angehörigen aus ganz Deutschland dabei. Der 23-jährige Verletzte aus dem sächsischen Team konnte die Klinik wieder verlassen.

Das Bundes-Finale der „Fairplay Soccer Tour“ fand bereits zum achten Mal in Prora statt – „und auch nächstes Jahr sind wir wieder hier“, verspricht Koordinator Bernuth. Bundesweit beteiligten sich – neuer Rekord – 22 000 Spieler.

Bei einer weiteren Schlägerei auf einem Campingplatz in Zinnowitz (Usedom) sind bereits am Freitagabend drei junge Männer verletzt worden. Einer der Männer habe ein Messer gezogen und einem anderen eine Schnittwunde am Unterarm zugefügt – er selbst erlitt einen Kieferbruch.

Thomas Luczak

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