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Schleudersitz Störtebeker: Nächster Regisseur nimmt Platz

Ralswiek Schleudersitz Störtebeker: Nächster Regisseur nimmt Platz

Schwerins Schauspielchef Peter Dehler inszeniert das nächste Piraten-Stück. Damit bekommen die Festspiele den fünften Spielleiter innerhalb von nur 16 Monaten.

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Peter Dehler leitet künftig die Störtebeker-Festspiele...

Ralswiek. Das war ein kurzes Intermezzo: Nach nur einer Inszenierung geht Regisseur Kai Maertens schon wieder von Bord der Ralswieker Piratenkogge. Sein Nachfolger steht schon fest: Peter Dehler, Schauspieldirektor des Mecklenburgischen Staatstheaters Schwerin, wird 2014 für das neue Störtebeker-Stück „Gottes Freund“ auf der Naturbühne in Ralswiek die Regie führen.

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Peter Dehler leitet künftig die Störtebeker-Festspiele...

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Die Entscheidung stehe intern bereits seit langem fest, bestätigte gestern Peter Hick, Intendant der Störtebeker-Festspiele. „Ich habe Maertens schon eine Woche nach der Premiere per Mail mitgeteilt, dass er sich neu orientieren möge, weil es bei uns keine Wiederholung der Zusammenarbeit gibt.“

Der Posten scheint mittlerweile zum Dauerschleudersitz geworden zu sein, denn Maertens ist innerhalb von 16 Monaten bereits der fünfte Regisseur. Seit 2011 dreht sich das Personalkarussel bei den Störtebeker-Festspielen. Damals hatte sich Regisseur Holger Mahlich nach neun Jahren vom Ensemble verabschiedet, weil er sich auf eigene Projekte konzentrieren wollte. Von Nachfolger Krystian Martinek trennte sich die Geschäftsführung während der Proben 2012 wegen künstlerischer Differenzen und holte Mahlich während des laufenden Produktionsprozesses zurück.

Auch vom langjährigen Störtebeker-Darsteller Sascha Gluth, der in diesem Jahr als Regisseur vorgesehen war, hatte sich Peter Hick wegen Meinungsverschiedenheiten überraschend kurzfristig noch vor dem Saisonstart getrennt (die OSTSEE-ZEITUNG berichtete) und dafür TV-Schauspieler und Theaterregisseur Kai Maertens ins Boot geholt. Doch offenbar war Hick auch mit dessen erster Freiluftinszenierung nicht zufrieden.

Eine Begründung für seine neuerliche Personalentscheidung gab Hick nicht, verwies aber auf den „Spagat zwischen Kunst und Kommerz“, den sein Unternehmen beschreiten müsse.

„Für mich war eine Woche nach der Premiere bereits klar, dass ich gehen würde“, bestätigt auch Maertens. Zu den Gründen für seinen Abgang wollte er sich nicht äußern: „Ich hatte hier eine schöne Zeit, jetzt geht man aber wieder getrennte Wege.“

Das tut auch Vorgänger Sascha Gluth, der mittlerweile mit dem Kapitel Störtebeker abgeschlossen hat. „Wer die Musik bezahlt, bestimmt auch, was gespielt wird. An einem normalen Theater wäre das sicher nicht passiert“, kommentiert er den Weggang Maertens. „Die Entscheidung sollte jeder für sich selbst interpretieren, sie spricht auf jeden Fall Bände.“

Von dem Personalwirrwarr lässt sich Peter Dehler bei seiner neuen Aufgabe nicht abschrecken: „Es ist eine tolle Herausforderung und passt sehr gut in mein Profil.“ Seit 1999 leitet der Regisseur das Schauspielensemble in der Landeshauptstadt und inszenierte dort bislang regelmäßig auch Open-Air-Produktionen.

Er wolle die neue Aufgabe für mehrere Jahre übernehmen, ohne dabei Abstriche an seiner Theaterarbeit in Schwerin zu machen, sagt der 50-Jährige. „Diese Bedingung war mir sehr wichtig. Die Proben in Ralswiek laufen vom 11. Mai bis zum 21. Juni 2014, das ist ein überschaubarer Zeitraum.“

Peter Dehler: Schauspieler, Regisseur, Autor
Geboren 1963 in Leipzig, lernte Peter Dehler Elektriker, spielte in einer Rockband und begann als Liedermacher und Schauspieler am Poetischen Theater „Louis Fürnberg“ Leipzig.


1986 — 1990 studierte er an der Schauspielhochschule „Ernst Busch“ Berlin.

Seit Anfang der 1990er Jahre Regisseur in Schwerin, dann in Berlin, seit 1999 Schauspieldirektor in Schwerin.

Neben Inszenierungen als Autor von Schauspielen und Kabarettprogrammen sowie als Bearbeiter („Der Glöckner von Notre Dame“, „Solo Sunny“, „Olsenbande“) erfolgreich.

 

Dietrich Pätzold, Stefanie Büssing und Jens-Uwe Be

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