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Rügen Schlimmer Fall von Tierquälerei auf Rügen?
Vorpommern Rügen Schlimmer Fall von Tierquälerei auf Rügen?
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14:13 25.03.2019
An dem Plattenweg von Kaiseritz nach Neklade hat ein Urlauber tote Katzen gefunden. Quelle: Uwe Driest
Kaiseritz

Handelt es sich um einen grausamen Akt von Tierquälerei oder sind die beiden toten Katzen, die ein Urlauber in der vergangenen Woche fand, eines natürlichen Todes gestorben und anschließend beerdigt worden? Urlauber Uwe Wagner hatte Fotos zweier Tiere auf seine Facebookseite gestellt. Die Katzen habe er gefunden, als er auf einer Fahrt entlang der B196 eine Pause in Kaiseritz eingelegt habe, um mit seinem Hund einige Schritte zu gehen. „Da liegen dort doch wirklich, wie es aussieht, totgequälte Katzen“, schreibt Wagner. „Weil der dunklen Katze bis zur Hälfte das Fell abgezogen wurde“, ginge er davon aus, dass es sich um Menschenwerk handeln müsse. „Warum sollten Wildtiere das Fell rausreißen, aber dann nicht vom Fleisch fressen?“

Bei dem zweiten Tier will Wagner, der selber Sportschütze sei, Ein- und Austrittswunde erkannt haben. Er glaube daher, dass es sich um eine Schusswunde handele. „Ich bin natürlich kein Tierarzt, kein Forensiker, kein Spurenexperte und auch nicht dabei gewesen, als den Katzen das widerfahren ist. So wie jeder andere weiß auch ich nicht genau, was da tatsächlich los ist“, räumt Wagner ein. Jedenfalls sei zumindest eines der Tiere so gepflegt gewesen, „dass man davon ausgehen kann, dass es eine Hauskatze war und diese bestimmt vermisst wird“. Die Nachricht verbreitete sich rasch in den sozialen Netzwerken und, wurde 2137 mal geteilt und erhielt 571 Kommentare von vielfach fragwürdigem Inhalt.

„Bei uns ist zu dem Sachverhalt keine Anzeige eingegangen“, sagt Landkreissprecher Olaf Manzke. Die Tiere seien zum Zeitpunkt des Vorfindens bereits erkennbar seit Längerem tot gewesen. „Bei der geöffneten Körperhöhle der Katze mit dem roten Fell kann Tierfraß nicht ausgeschlossen werden, worauf die Fellreste in unmittelbarer Umgebung hindeuten.“ Da für Katzen weder eine Kennzeichnungs- noch Registrierungspflicht bestünde, wären auch Täter oder Katzenhalter kaum zu ermitteln. Auch lägen keine entsprechenden Anfragen von Haltern vor. Manzke weist darauf hin, dass das Töten eines Wirbeltieres ohne vernünftigen Grund eine Straftat darstellt, die mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe geahndet wird.

Auch der Bergener Polizei lag keine Anzeige vor. Die Beamten wurden auf Nachfrage jedoch von Amts wegen tätig und fanden nur noch eine der Katzen vor. Allerdings sei auch wegen des fortgeschrittenen Verwesungsgrads nicht zweifelsfrei zu erkennen, dass die Tiere drangsaliert worden sein könnten, so Bernd Leistikow vom Polizeihauptrevier in Bergen. Den Kadaver nahm die Polizei mit. Den hatte Burkhard Jung aus Kaiseritz während eines Spaziergangs mit seinem Schwiegersohn zuvor noch gesehen. Er habe sich daran erinnert gefühlt, dass es vor mehreren Jahren im Dorf einmal geheißen habe, dass Katzenjäger unterwegs seien, die es auf deren Felle abgesehen hätten. „Damals hatten wir selber noch sieben Katzen und hielten eine Zeit lang nach fremden Transportern Ausschau“, so Jung.

„In Kaiseritz liefen früher immer viele Katzen umher, aber seit einiger Zeit sieht man eigentlich keine mehr“, meinen Gisbert und Ingeborg Falasch. „Vielleicht lassen die Leute ihre Katzen ja nicht mehr frei laufen?“ Ihr eigene Katze sei vor längerer Zeit vielleicht in eine Falle geraten, vermuten sie. „Jedenfalls war sie eines Tages verschwunden, kam erst nach einem Vierteljahr zurück und zog ein lahmes Bein hinter sich her.“ Eine weitere Katze sei ins Feld gelaufen und dann spurlos verschwunden. „Ich habe damals bis hin nach Neklade alles abgesucht“, erzählt Ingeborg Falasch. Böse Zungen würden vermuten, die Katzen könnten abgeschossen worden sein.

„Wir erhalten fast täglich Meldungen über getötete und gequälte Katzen", bestätigt Judith Pein von der Tierschutzorganisation Peta, die ebenfalls über den Fund informiert worden war. Peta setzt nun eine Belohnung in Höhe von 1000 Euro für Hinweise aus, die zur Ergreifung etwaiger Täter führen.

Uwe Driest

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