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„ Schokoladenmädchen“ verliebt in Hiddensee

Insel Hiddensee/Dresden „ Schokoladenmädchen“ verliebt in Hiddensee

Sylvia Rodrian ist Stammgast auf Rügens kleiner Schwesterninsel / Zu Hause gibt sie in historischen Gewändern einem Dresdner Original ihr Gesicht

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Die Fotomotive zeigen Sylvia Rodrian am letzten Abend ihres dreiwöchigen Hiddenseeurlaubs am Strand von Vitte. Auch Collie Hündin „Diva“ ist mit dabei.

Insel Hiddensee/Dresden. „Ich bin das Schokoladenmädchen von Dresden, ein Original von Elbflorenz seit über 20 Jahren“, erzählt Sylvia Rodrian (54). Wohl jeder Urlauber der sächsischen Landeshauptstadt ist ihr möglicherweise schon vor dem Dresdner Zwinger, der Frauenkirche oder am Alten Markt in historischen Frauengewändern begegnet. Doch das Herumführen von Touristen ist ein Hobby. Hauptberuflich bildet die Ingenieurin und Managerin Führungskräfte der Wirtschaft in den Bereichen Verwaltung, Werbung und Tourismus aus.

Meer muss unbedingt sein“Sylvia Rodrian ( 54).

Gerade liegen drei Wochen Urlaub auf dem „söten Länneken“ hinter ihr. Beim Strandspaziergang am Abschlussabend, wie bei sämtlichen vorherigen Hiddenseeaufenthalten, ist auch ihre Colliehündin „Diva“

wieder mit dabei. „Die Insel Hiddensee wurde zu meiner zweiten Heimat“, erzählt die Frau mit der Kapitänsmütze und der schweren Bernsteinkette um den Hals.

Dabei hatte sie auch bei ihrem jüngsten Inselaufenthalt wieder bleibende Erlebnisse. „Ich habe mit der Wathose und Kescher im seichten Wasser nahe der Buhnen einen etwa 60 Gramm schweren Bernstein gefunden, den ich anschließend eigenhändig in der Bernsteinwerkstatt von Henry Engels in Vitte bearbeitet habe“, verrät die verheiratete Mutter von drei erwachsenen Kindern und zweifache Oma.

Natürlich fehlte auch ein Besuch auf der Aussichtsplattform des Leuchtturms am Dornbusch nicht. „Wir hatten eine tolle Sicht bis hinüber zur dänischen Insel Mön“, berichtet sie.

Und wie es sich für ein wahres Schokoladenmädchen gehört: „Natürlich esse ich gern Schokolade, doch auf Hiddensee wurde ich im Laufe der Jahre auch zur leidenschaftlichen Fischesserin. Am liebsten in meiner Lieblingsgaststätte ’Buhne XI’ in Vitte. Dort schmeckt der Fisch ganz vorzüglich“, erzählt Sylvia Rodrian.

Im vergangenen Jahr lief ihr in Neuendorf sogar ein Prominenter über den Weg. „Dort habe ich den Schauspieler und Entertainer Ilja Richter getroffen, ein sehr sympathischer und bodenständiger Mensch“, blickt die Dresdnerin zurück. Klappt es aus irgendwelchen Gründen einmal nicht mit dem Urlaub auf Hiddensee, kreuzt sie mit Gatten Karsten, einem Monteur im Autobahnbau, auf der Aida über die Weltmeere. „Meer muss unbedingt sein“, meint Sylvia.

Vermutlich besucht sie Hiddensee aus beruflichen Gründen erst wieder im nächsten Frühjahr. „Im August wird mein Enkel eingeschult, da freue ich mich drauf und wer weiß, vielleicht nehme ich ihn im kommenden Jahr mal mit auf seine Omas Lieblingsinsel“, blickt das Dresdner Schokoladenmädchen schmunzelnd voraus.

Das Schokoladenmädchen

Das Wiener Schokoladenmädchen ist der Titel eines Pastellbildes, welches der Maler Jean-Étienne Liotard wohl zwischen 1743 und 1745 malte. Das Bild zeigt ein Stubenmädchen (wie man die Servierdamen im Kaffeehaus auch nannte) mit einem Tablett auf dem sich ein Glas Wasser und eine Tasse Schokolade befindet.

Der Sammler Francesco Graf von Algarotti kaufte es 1745 im Auftrag des Königs August III. für dessen Dresdner Sammlung. Seit 1855 wurde das Bild (mit Unterbrechung nach dem Zweiten Weltkrieg) hier ausgestellt. Seitdem ist der Begriff Schokoladenmädchen untrennbar mit der Stadt Dresden verbunden. Viele Schokoladen und Kakao-Hersteller nutzten das Bild in abgewandelter Form als Markenzeichen.

Peter Machule

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