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Schulneubau soll energieautark werden

Sellin Schulneubau soll energieautark werden

Selliner Jugendliche entwickeln in ihrem Projekt „GreenSellin“ ein Konzept für eine nachhaltige Schule

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Einfall statt Abfall: Henrike Wilcke testet das von Lehrer Paul Reiß aus Schrott gebastelte Windrad.

Quelle: Fotos: Steffi Besch

Sellin. Die Schüler der 7G der Selliner Christophorusschule bekamen zu Beginn der gestrigen Physikstunde gleich eine kleines Experiment präsentiert. Lehrer Paul Reiß führte ein funktionstüchtiges kleines Windrad vor, das er aus Schrott wie Plastikrohr, Fahrradlampe und -dynamo gebastelt hatte. Mithilfe eines Ventilators wurde der Wind simuliert, das Windrad begann sich zu drehen und Strom zu produzieren. Zunächst schloss der Lehrer eine LED-Lampe, dann eine herkömmliches Leuchtmittel an, das im Gegensatz zu Ersterer nur ein wenig glimmte. „Mit der normalen Glühbirne brauchst du mehr Strom“, wirft einer der 20 Schüler ein. „Schönes Ding“, antwortet Lehrer Paul. „Das war die Erkenntnis.“

OZ-Bild

Selliner Jugendliche entwickeln in ihrem Projekt „GreenSellin“ ein Konzept für eine nachhaltige Schule

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Dem 25-Jährigen, der die Klasse in Physik und Mathe unterrichtet, ist es wichtig, neben der sehr theoretischen Vermittlung von Formeln, Physik praktisch zu lehren. „Beim selber machen und ausprobieren lernt es sich am besten“, ist sich der Putbuser sicher.

Dass er damit durchaus Recht hat, beweist ein aktuelles Projekt seiner Eleven. Die haben nämlich beim Thema erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit Feuer gefangen. „Wir hielten Vorträge über verschiedene Energieformen und in einem fiel der Satz, dass man ja auch öffentliche Gebäude, zum Beispiel Schulen, mit alternativer Energie ausrüsten könnte. Da fragten wir uns alle sofort, warum wir keine Kollektoren auf dem Dach haben“, erzählt Malte Burvitz von der Geburtsstunde des Projektes „GreenSellin“ vor etwa drei Wochen. Eine Frage, die sie direkt an Direktor Hans Windmeier weiterreichten. Schulterzuckend verwies dieser auf eventuelle Umsetzungen bei einem geplanten Schulneubau im Seepark. Seien die Entwürfe der Schüler gut, würden sie berücksichtigt werden.

„Herausforderung angenommen, dachten wir uns und legten sofort los. Wir haben eine Internetseite mit Interviews und Umfragen erstellt, Zeichnungen und architektonische Vorschläge und unsere Ideen von Solarenergie und Windkraft veröffentlicht. Wir haben auch ein Logo designt“, sagt Laureen. „Das muss alles Hand und Fuß haben. Schließlich müssen wir die Erwachsenen von dem überzeugen, was wir wollen und vor allem davon, dass wir es umsetzten wollen und können.“

Die Erwachsenen – das sind zunächst einmal Direx Windmeier und Sellins Bürgermeister Reinhardt Liedtke. Ihnen soll nun eine Mappe präsentiert werden, die das Konzept für einen energieautarken und nachhaltigen Neubau in Sellin, eine nicht nur energetisch gesehen sondern auch optisch originelle Schule, umfangreich erklärt und fordert. „Wir stellen uns zum Beispiel auch einige runde Räume vor, eine Glaskuppel. Einfach etwas, das Sellin noch nicht hat“, sagt Laura Hartmann.

Auch bei der Inneneinrichtung sollen nach Vorstellung der Schüler neue Verfahren zum Einsatz kommen. Aquaponik zum Beispiel. Die Methode, die Techniken der Aufzucht von Fischen in Aquakultur und der Kultivierung von Nutzpflanzen in Hydrokultur verbindet. Es handelt sich dabei um einen geschlossenen Wasser- und Nährstoffkreislauf. Das testet derzeit Emily Lüder mit Tomatenpflanzen und kleinen Yellow-Fischen im Aquarium.

„Die Schüler haben Lust mitzugestalten, werden aber nicht gefragt. Daher haben sie nun die Initiative ergriffen und sich viel Arbeit mit dem Thema gemacht. Auch Fächer übergreifend in Deutsch, Englisch und Religion“, sagt Paul Reiß. Es wäre toll, wenn ihre Ideen Beachtung fänden.

• Internetseite zum Projekt: www.grnslln.wix.com

Steffi Besch

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