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Rügen Schwedenschanze verkommt zur wilden Müllkippe
Vorpommern Rügen Schwedenschanze verkommt zur wilden Müllkippe
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00:05 29.06.2016
Monika Pich im Graben der Schwedenschanze. Der steinerne Tisch erinnert an das Freizeit-, Erholungs- und Sportzentrum, das dort 1977 eingeweiht wurde. Jetzt ist das Areal total verwahrlost. Quelle: Jens-Peter Woldt

Scherben über Scherben: Vermutlich gibt es in ganz Stralsund keine Fläche mit einer noch größeren Glassplitterdichte. Die Schwedenschanze in Knieper Nord oberhalb des Anglerhafens am Ende der Sundpromenade verkommt immer mehr zu einer wilden Müllkippe. Dabei war die „Hexi“ – unter diesem Namen kennen viele alteingesessene Stralsunder das Areal – einst ein beliebtes Naherholungsgebiet.

Daran kann sich auch Monika Pich noch sehr gut erinnern. „Ich war oft mit meinen Schülern hier“, sagt die heute 72-jährige ehemalige Kunsterzieherin. Wenn sie jetzt über die zugewachsenen Wege stolpert, kommen ihr fast die Tränen. Feuerstellen, Matratzen, Müllsäcke, Flaschen und immer wieder Dinge, von denen man eigentlich gar nicht wissen möchte, wofür sie verwendet wurden, liegen herum.

Dabei zeugen scheinbar unverwüstliche steinerne Tische und Bänke noch immer von viel besseren Zeiten, die die „Hexi“ in den späten 70er- und 80er-Jahren erlebt haben muss. Eine recht breite Treppe, die vom Weg entlang der Kleingärten hinab in die Tiefen der Schwedenschanze führt, lässt zumindest erahnen, dass einst viele Stralsunder dort Ruhe und Entspannung gesucht haben. Jetzt sind die Stufen von Brennesseln überwuchert, das Geländer ist verrostet und verbogen. Der einzige wirklich noch nutzbare Teil des 1977 eingeweihten Freizeit-, Erholungs- und Sportzentrums ist die Fläche für Ballspiele an der Großen Parower Straße, wo auch einige Tischtennissplatten stehen. Bereits im Mai 2015 schilderte Monika Pich das Problem in einem Brief an Bürgerschaftspräsident Peter Paul (CDU).

Dabei schlug sie auch vor, die Schwedenschanze in einen Hundespielplatzlatz zu verwandeln. Gleichzeitig brachte sie erneut den Wunsch vieler Hundefreunde ins Gespräch, die letzten 50 Meter des neuen Strandbads in einen Hundestrand umzuwandeln.

Zwei Monate später erhielt sie schriftliche Antwort vom Präsidenten. Fazit: Kritik berechtigt, Wünsche nachvollziehbar und wörtlich: „Leider kann die Stadt aus finanziellen Gründen diese Arbeiten kurzfristig nicht umsetzen und auch noch keinen Termin benennen, wird aber das Ziel weiter verfolgen.“ Ein Hundespielplatz in Stralsund werde noch geprüft, die Schwedenschanze einbezogen. Der Hundestrand wird abgelehnt, weil der Strand insgesamt einfach zu kurz sei.

Die Stadtverwaltung hat sich auf Anfrage der OZ aktuell nocht nicht zu dem Thema geäußert, will es aber noch in dieser Woche tun.

Jens-Peter Woldt

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