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Rügen Seeadler könnte Bau eines Windparks verhindern
Vorpommern Rügen Seeadler könnte Bau eines Windparks verhindern
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16:20 14.03.2019
Ein Seeadler hat jetzt ein neues Gebiet für Windräder auf Rügen verhindert (Symbolbild). Quelle: Dpa
Gingst

Ein Seeadlerhorst könnte jetzt den möglichen Bau eines Windparks in Gingst auf der Insel Rügen verhindern. Weil ein Horst der Vögel im Pansevitzer Wald gesichtet worden sei, könne das in Gingst geplante Windeignungsgebiet nicht ausgewiesen werden, teilte die Bürgerinitiative Gingst „F.E.I.N. (Für Eine Intakte Natur) ohne Windgiganten“. „Wir freuen uns nicht nur über den Schutz für die Seeadler, sondern auch darüber, dass diese einzigartige Landschaft erhalten bleibt“, heißt es von der Initiative. Die Gruppe hat den Fund des Seeadlerhorstes am Donnerstag den zuständigen Behörden mitgeteilt.

„Der Fund des Horstes liegt knapp eine Woche zurück. Wir haben am Mittwoch durch einen Fachmann den Baum markieren lassen“, sagt Gerlinde Bieker von der Bürgerinitiative. Der Standort die Brutstätte wurde bereits dem Landkreis sowie dem Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie (Lung) mitgeteilt. Im Lung wurde dieser Fund in eine Kartei aufgenommen. Auch im Landkreis ist diese Mitteilung eingetroffen. „Der Fund des Adlerhorstes wird jetzt ernsthaft durch Mitarbeiter geprüft“, sagt Kreis-Sprecher Olaf Manzke. Derzeit werde auch geprüft, das Schutzgebiet zu erweitern. In der nächsten Zeit soll es dazu eine Entscheidung geben. „Neue Erkenntnisse können immer zu neuen Entscheidungen führen“, sagt Olaf Manzke.

Initiative sucht Kontakt zu Grundeigentümer

Mitglieder der Initiative haben gestern Kontakt zum Grundeigentümer aufgenommen und ihn auf das Landesnaturschutzgesetz MV hingewiesen. Dort steht im Paragraf 36, dass es verboten ist, in der Horstschutzzone I und im Umkreis ab 100 bis 300 Meter um den Standort in der Zeit vom 1. März bis zum 31. August land-, forst- und fischereiwirtschaftliche Maßnahmen durchzuführen. „Ich habe bisher nur eine E-Mail von der Bürgerinitiative erhalten und warte nun ab, bis ich eine Benachrichtigung von den Behörden erhalte. In den kommenden Tagen wird sich die Frage klären“, sagt Grundeigentümer Alvo Graf zu Knyphausen.

Dieses Gebiet ist wichtig für eine Vielzahl von Tieren, erklärt Gerlinde Bieker. Neben Seeadlern finde man in der Gegend Rotmilane, Bussarde, Schwarzspechte, Sperber, Kraniche, Wildgänse und viele andere Vogelarten. „Hier führt eine Vogelschutzroute vorbei. Unter anderem haben wir hier auch drei Moorgebiete, wo sich die Rohrweihe und die Kornweihe angesiedelt hat“, sagt sie. Obwohl dies seit Langem bekannt sei, wurde dieses Gebiet bisher nicht als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Die Bürgerinitiative hofft, dass der Landrat diese Entscheidung nun trifft.

Im Ort kommt die Nachricht gut an

Im Ort kommt die Meldung der Initiative gut an. „Ich hatte den Adler schon in meinen Einwendungen erwähnt und freue mich, dass der Horst nun gefunden wurde, der ein Ausschlusskriterium für die Windanlagen bedeutet. Das glaube ich allerdings erst, wenn ich es schwarz auf weiß habe. Nun wird hoffentlich wieder Ruhe in der Gegend einkehren“, sagt etwa der Gingster Ladenbesitzer Lothar Seewald. Auch der 71-jährige Rüdiger Stengel ist froh über das Engagement der Bürgerinitiative: Wir haben schon die Anlagen bei Kluis. Die stören mich zwar nicht, näher sollen sie aber nicht kommen. Den Lärm brauchen wir nicht in der Nähe eines Friedwalds, wo Tote ruhen sollen. Die Gegend soll Natur bleiben.“ Petra Dittrich, Buchhändlerin im Ort, ist sich sicher, dass die Anlagen bereits stehen würden, wenn die Bürger nichts unternommen hätten.

Ladeninhaberin Dagmar Höger hat keine Einwände gegen solche Anlagen, wenn der Strom bei ihnen angekommen wäre. „Da es aber für uns nichts bringt, finde ich schön, dass sie nun nicht kommen“, sagt sie. Anders hingegen sieht es Willi Zenke (87): „Man muss ja auch daran denken, dass wir die Kohle ersetzen müssen. Wo es geht, sollten deswegen Windanlagen gebaut werden. Woher soll der Strom sonst kommen?“

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