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Seedorfer Badestelle für immer im Schilf verloren?

Seedorf Seedorfer Badestelle für immer im Schilf verloren?

Für die Wiederbelebung des Strandabschnitts an der Having wäre ein enormer Aufwand nötig / Biosphärenreservat und Gemeinde Sellin erneuern derzeit den Steg bei Moritzdorf

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Die Ranger Gregor Rohde, Heinz Steinfeldt, Thomas Papke und Kurt Scherrer (v. l.) bei Sanierungsarbeiten am Steg bei Moritzdorf. Die Sanierungsarbeiten sollen noch im März abgeschlossen werden.

Quelle: Stefan Woidig, Biosphärenreservatsamt Südost-Rügen

Seedorf. Es wäre zu schön, aber die Zeichen für eine Wiederbelebung der früheren Seedorfer Badestelle an der Having, wie von Einheimischen erhofft, stehen schlecht. Vor mehr als einem Jahrzehnt tummelten sich an dem Strandabschnitt am „Weißen Berg“ noch Kinder und Erwachsene im Wasser. Doch mittlerweile hat das Schilf die Oberhand gewonnen und die Badestelle verschluckt. Auch die knapp vier Meter hohe Düne mit ihrem feinen Sandstrand, die diesem Landschaftsfleckchen den Namen gab, ist mittlerweile verschwunden.

Ein vom Biophärenreservat Südost-Rügen initiierter Vororttermin mit Vertretern der Gemeinde Sellin, zu dem der Ortsteil Seedorf gehört, brachte statt Ermutigung Ernüchterung. „Dort ist kein Bestand mehr und nur noch wilde Natur. Es wäre ein erheblicher Eingriff in die Natur, wofür eine Verträglichkeitsprüfung notwendig wäre. Es sieht schlecht aus“, hatte Matthias Scheibe, Vorsitzender des Ortsteilausschusses der Gemeindevertretung, nach der Begehung bilanziert.

Auch Cathrin Münster, Leiterin de Biosphärenreservatsamtes, muss zurückrudern: „Dort ist nichts mehr zu erkennen, der Schilfgürtel ist inzwischen 100 Meter breit. Die Badestelle kann man nicht einfach schnell wieder herrichten.“ Vielmehr sei von einer großen Bautätigkeit auszugehen, für die ein naturschutzrechtliches Verfahren notwendig sei. Neben den Naturschutzbelangen sei es auch finanziell „ein richtig großer Aufwand“, so Münster.

Der Seedorfer Wolfgang Mühle hatte sich bis vor ein paar Jahren bemüht, die seit der Wende geschrumpfte Badestelle mit einfachen Mitteln zu bewirtschaften und frei zu halten. Doch es gab auch Streitigkeiten zwischen Gemeinde und Biosphäre, was in diesem Uferbereich erlaubt ist und was nicht.

„Man hätte am Ball bleiben müssen“, sieht Cathrin Münster auf beiden Seiten Versäumnisse. Ebenso Sellins Bürgermeister Reinhard Liedtke. Für ihn ist das Thema noch nicht endgültig vom Tisch.

„Vielleicht finden wir doch noch eine Möglichkeit“, so Liedtke.

Wieder in Schuss gebracht wird indes der Wanderweg zwischen Seedorf und Moritzdorf. Ranger des Biosphärenreservates haben bereits mit der Erneuerung der Stegabschnitte auf der Wanderroute — eine der schönsten der Insel — begonnen. Insgesamt werden die Stege auf einer Länge von etwa 170 Metern saniert.

Dazu wird zunächst der marode Belag entfernt, um die Unterkonstruktion auf Schäden zu prüfen. „Schadhafte Holzpfosten werden ausgetauscht und durch witterungsbeständige Pfähle aus Recycling-Kunststoff ersetzt. Anschließend wird eine neue Tragkonstruktion aus besonders witterungsstabilen Eichenbohlen montiert. Den neuen Stegbelag bilden Bretter aus Lärchenholz“, informiert Stefan Woidig von der Biosphärenreservatsverwaltung.

Die Sanierung der Stege ist ein Gemeinschaftsprojekt von Biosphärenreservat und Gemeinde Sellin, die das Baumaterial finanziert und logistische Unterstützung leistet. Die Sanierungsarbeiten sollen noch im März abgeschlossen werden. „Rechtzeitig zu Saisonbeginn können dann Einheimische und Gäste die einzigartige Natur mit ihren besonderen Tier- und Pflanzenarten auf dem ufernahen Wanderweg zwischen Seedorf und Moritzdorf wieder hautnah erleben“, so Woidig.

 



Gerit Herold

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