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Seine Kraftquelle ist die Natur

Streu Seine Kraftquelle ist die Natur

Heilpraktiker Michael Klett schöpft in seinem Wohnort Kraft für die Arbeit.

Streu. Klangschalen, Trommeln oder Räucherstäbchen sucht man in der Praxis von Michael Klett vergebens. Der Behandlungsraum ist eher nüchtern – ein Schreibtisch, Schränke und Stühle gruppieren sich um eine Liege. Der Heilpraktiker braucht nicht viel mehr als Kopf und Hände, um mit seinen Patienten zu arbeiten. „Ich bin Pragmatiker, kein Esoteriker“, sagt Klett, der seine Praxis Anfang dieses Jahres von Binz in die Räumlichkeiten des Bergener Sportstudios „RügenFIT“ verlegt hat. Hier versucht er Menschen „das zurück zu geben, was sie meist erst vermissen, wenn sie es nicht mehr haben – ihre Gesundheit“. Erholung findet der 47-Jährige im Kreise seiner Familie. Mit ihr bewohnt er in Streu ein renoviertes ehemaliges Gesindehaus, dessen weitläufiger Garten bis ans Ufer des Kleinen Jasmunder Boddens reicht.

Dort gibt es Natur pur. Sie ist für Klett die wichtigste Kraftquelle. Ihr und dem, „was sie für die Heilung von Menschen vorgesehen hat“, gilt sein Interesse seit vielen Jahren. Die Erkenntnis, dass alles mit allem verbunden ist, macht er sich auch in seiner Arbeit als Heilpraktiker zunutze. „Wir sind eine Einheit aus Körper, Geist und Seele.“ Deshalb interessiert er sich auch für das seelische Befinden und das soziale Leben derjenigen Menschen, die zu ihm mit körperlichen Beschwerden kommen. Seine Arbeit ziele auf Ursachenbekämpfung, nicht nur auf die Behandlung der Symptome, betont er.

Während etwa ein Patient mit einem schmerzhaftem Fersensporn vom Arzt mit Geleinlagen, Stoßwellen oder dem chirurgischen Messer behandelt wird, schaut Klett nach einer Fehlbelastung des Beines.

„Zuhören können ist die Grundlage eines jeden Beratungsgesprächs“, betont er. Seine Schwerpunkte liegen in der Behandlung von Schmerzen und Allergien, in der Überwindung von Phobien, im Abbau von Stress und der Entwöhnung von Süchten. Er arbeitet vorwiegend mit den Händen, auch wenn hin und wieder Schröpfgläser zum Einsatz kommen. Als gelernter Masseur behandelt er die Triggerpunkte, also jene lokal begrenzten Muskelverhärtungen der Skelettmuskulatur, die für viele Rückenschmerzen verantwortlich sind. Als Chiropraktiker beseitigt er Blockaden.

Und als Hypnotiseur versetzt er seine Patienten in eine Trance, damit sie vom Glimmstengel loskommen, ihr Essverhalten korrigieren oder Ticks überwinden. „Wer hypnotisiert ist, ist nicht hilflos“, betont er, „sondern kann sich jederzeit selbst aus der Trance heraus holen.“ Hypnose sei ein durchaus natürlicher Zustand und nichts anderes als eine Tagträumerei, wie sie wohl jeder schon mehrfach auf langen Autofahrten erlebt habe. In diesem entspannten Wachzustand ließen sich emotionale Blockaden lösen und die Ursachen für bestimmte Verhaltensmuster aufdecken, erklärt Klett.

„Ich gebe keine Heilversprechen“, betont einer, der keine Probleme damit hat, Patienten an andere Therapeuten oder Ärzte zu verweisen, wenn sich kein Erfolg in der Behandlung einstellt. Ohnehin kämen viele erst, „wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist“. Auch fehle es allgemein noch am Bewusstsein für unkonventionelle Heilmethoden.

„Es ist schwer, von der Praxis allein zu leben“, sagt der geborene Binzer, der auch schon als Integrationshelfer in der Schule gearbeitet hat und sich als Box-Co-Trainer im Schulsport engagiert. „Die Kosten für eine Behandlung sind überschaubar.“

Ein harmonisches Familienleben in paradiesischer Umgebung ist für Michael Klett der perfekte Ausgleich zum Alltagsstress: Seit 2003 lebt er in dem malerischen Haus in Streu. Seine Frau Mandy hatte er drei Jahre zuvor in der Silvesternacht zur Jahrtausendwende kennen gelernt. Geheiratet wurde vor mittlerweile zehn Jahren im Jagdschloss Granitz.

Beim Zersägen eines Baumstammes nach der Trauung wurde das junge Paar von einem NDR-Team gefilmt. Die Szene konnten sie später im Fernsehen Revue passieren lassen. 2009 machte die Geburt der Zwillinge Mia und Ria das Familienglück vollkommen. „Die beiden zicken sich manchmal an, aber eigentlich sind sie unzertrennlich“, sagt der stolze Papa.

Zu Beginn ihres Lebens in Streu waren die Kletts die einzigen Jungen im Dorf. Das hat sich gründlich geändert. Die ideale Lage ziemlich genau zwischen Bergen und Binz hat mittlerweile einige junge Familien angezogen.

Die wissen die Vorzüge des kleinen Ortes zu schätzen: kurze Wege zur Arbeit, viel Platz zum Spielen für die Kinder und eine Traumlage am Wasser. Gemeinsam haben Bewohner einen Steg ins Wasser gebaut, an dem entlang ihre kleinen Boote liegen. Der Dorfnachwuchs trifft sich mal in dem einen, mal in dem anderen Garten. Besonders beliebt ist das Klett´sche Trampolin, auf dem sich nicht nur die Kinder gern austoben.

Susanna Gilbert

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