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Sie haben den Zittvitzern Lesen und Schreiben beigebracht

Zittvitz Sie haben den Zittvitzern Lesen und Schreiben beigebracht

Das Ehepaar Basedow lebt und unterrichtete lange Jahre in der alten Schule

Zittvitz. An einem Sommertag 1951 schauten die Junglehrer Johanna und Günter Basedow von einem Hügel auf die Schule von Zittvitz herab. Was sie sahen, gefiel ihnen nicht.

Denn im Rohrdach des Fachwerkhauses aus dem 19. Jahrhundert klafften riesige Löcher. „Komm, lass uns umdrehen“, sagte der junge Günter zu seiner Braut. Doch die ließ sich von dem Anblick nicht so leicht abschrecken. „Mein Mann hat mir gehorcht“, erinnert sie sich 65 Jahre später schmunzelnd. Und so traten die beiden am 1. September 1951 ihren Schuldienst in der Schule an.

Der Start ins Berufsleben war alles andere als einfach: Das junge Paar bezog ein Zimmer der Schule, gleich neben den Unterrichtsräumen. In der ersten Zeit versuchte man, die Öfen mit nassem Torf zu beheizen. Die Kinder kamen oft übermüdet zum Unterricht, weil sie zu Hause mit anpacken mussten. Der Weg zur Schule war alles andere als bequem, denn nur ein holpriger Landweg führte ins Dorf. Das junge Lehrerpaar, das 1954 heiratete, musste im Unterricht viel improvisieren. Damals, so erläutert der heute 85-jährige Günter, hieß es: „Du bist Lehrer, sieh zu, wie Du fertig wirst.“

1976 schloss die Schule ihr Tore, bis 1990 unterrichteten die Basedows in Bergen. Nebenbei zogen sie fünf Kinder groß. Eine Tochter und ein Sohn sind bereits verstorben. „Das war das Schlimmste, was wir je erlebt haben“, sagt Johanna Basedow. Zur Familie gehören heute sieben Enkel und fünf Urenkel. Im Herbst kommt die ganze Familie traditionell auf Rügen zusammen. „Über Weihnachten werden wir von den Kindern abgeholt.“

Nach der Wende zog sich das Paar nicht etwa aufs Altenteil zurück. Johanna widmete sich vielmehr dem Verfassen von plattdeutschen Texten und Gedichten und trat mit einer Laienspielgruppe auf. Günter hingegen führte viele Jahre Reisegruppen zu den Sehenswürdigkeiten auf dem Darß, auf Usedom und vor allem auf Rügen. „Wir haben beide etwas gefunden, was uns ausfüllte“, resümiert Johanna diese Zeit.

Susanna Gilbert

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