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Rügen Sie halten zusammen – bei der Ausbildung und in der Freizeit
Vorpommern Rügen Sie halten zusammen – bei der Ausbildung und in der Freizeit
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00:01 30.11.2017
Auf dem Drehleiterfahrzeug sitzt es sich gut: Das Team der Jugendfeuerwehr Sassnitz. Quelle: Foto: Anne Ziebarth
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Sassnitz

Eine Gruppe Jugendlicher drängt ausgelassen in den Raum der Jugendfeuerwehr Sassnitz. Wehrführer Sven Teschulat steht im Flur des Feuerwehrgebäudes und überblickt die Schar der Jungs und Mädchen. „Guten Tag“, „Guten Tag“, „Hallo“. Einer nach dem anderen strafft die Schultern, hebt den Blick und begrüßt den Chef. „Auf eine vernünftige Begrüßung bestehe ich“, sagt Teschulat mit einem Lächeln. „Feuerwehrkameraden sollten sich immer grüßen. Klappt nicht immer, aber wir arbeiten dran.“

Ich hatte wundervolle Zeiten in der Jugendfeuerwehr. Auch wir haben damals ganz viel zusammen in der Freizeit unternommen. Das schweißt zusammen. Jenny Zerbst (21), Freiwillige Feuerwehr Sassnitz
Technik interessiert mich und Feuerwehrfahrzeuge sind einfach das Beste. Ich möchte gerne in den aktiven Dienst und könnte mir gut vorstellen Maschinist zu werden Fabian Danowski, Jugendfeuerwehr Sassnitz

21 Kinder sind zurzeit in der Jugendfeuerwehr – damit gehört Sassnitz zu den größten Jugendwehren auf der Insel Rügen. „Wir versuchen ständig, neue Mitglieder für die Jugendfeuerwehr zu gewinnen“, sagt Teschulat. „Dafür lassen wir uns Einiges einfallen. Das jährliche Kinderfest in Sassnitz ist zum Beispiel von uns mitentwickelt worden. Hier können schon die Kleinsten Kontakt zur Feuerwehr aufnehmen.“ An den Jungen und Mädchen der Jugendfeuerwehr schätzt er nicht nur deren ausgesprochene Neugier auf alles was mit „Feuerwehr“ zu tun hat, sondern auch die Kameradschaft der Jugendlichen.

„Der Großteil verbringt auch die Freizeit gemeinsam, das ist ein ganz besonderer Zusammenhalt“, sagt Teschulat.

Das kann Jenny Zerbst bestätigen. Die 21-Jährige ist vor vier Jahren von der Jugendfeuerwehr in den aktiven Dienst der Freiwilligen Feuerwehr Sassnitz gewechselt. „Oben“ bei den Großen sei es toll, an ihre Zeit in der Jugendfeuerwehr erinnert sich die junge Frau aber immer noch gern zurück. „Das waren wundervolle Zeiten. Spiele, Wettkämpfe, das ganze neue Feuerwehr-Wissen“, erzählt sie. „Auch wir haben damals ganz viel zusammen in der Freizeit unternommen. Das schweißt zusammen.“

So sehr, dass bis auf ein, zwei Mitglieder der Jugendfeuerwehr alle ihre Kameraden und Kameradinnen von damals in den aktiven Dienst gewechselt sind. Im vergangenen Jahr meisterte die 21-Jährige den Sprechfunklehrgang, in diesem Jahr war der zum Atemschutzträger dran. „Man muss schon körperlich und mental fit sein“, sagt sie und lacht. „Aber ich bin zum Beispiel nur 1,58 Meter groß. Wenn ich diese Ausbildung schaffe, schaffen andere das auch.“

Der besondere Zusammenhalt in Sassnitz fasziniert auch schon die Kleinen. „Ich habe ein wenig pausiert und wollte mehr Zeit für Freunde und andere Hobbys haben“, sagt Jugendfeuerwehr-Mitglied Jonas Behnke. „Aber dann bin ich doch wieder eingetreten. Die Kameraden und das ganze Feuerwehrgefühl haben mir doch zu sehr gefehlt“, bekennt der Elfjährige.

Neben Jugendwart Sebastian Will betreut auch Anita Lahfeldt die Jugendfeuerwehr Sassnitz. „Wir hatten unheimliches Glück“, sagt Teschulat. „Anita ist Erzieherin und hat bereits vorher bei einer anderen Feuerwehr diesen Job gemacht. Als sie auf die Insel Rügen gezogen ist, haben wir uns sehr über die Verstärkung gefreut.“ Bei der Arbeit mit den Jugendlichen setzen die beiden auf eine gute Mischung: Spielerische Elemente sollen sich mit Theorie und Praxis abwechseln. Klar ist aber auch, dass die jungen Menschen auch lernen müssen, Verantwortung und Durchhaltevermögen zu zeigen.

Zum 60-jährigen Jubiläum der Stadt Sassnitz in diesem Jahr hat sich die Jugendfeuerwehr richtig ins Zeug gelegt und einen Kuchenbasar organisiert. „Das haben sie selbstständig und gut hinbekommen“, lobt Teschulat. „Dafür gab es dann auch eine Belohnung. Die älteren Kameraden haben für die Jugendfeuerwehr gegrillt.“

Das Spendengeld möchte die Sassnitzer Jugendfeuerwehr für den Aufbau einer Wettkampfausrüstung nutzen. „Bislang haben wir nur sporadisch an Wettbewerben teilgenommen“, sagt Will. „Erstmal sollte man das Grund-ABC der Feuerwehr draufhaben, finde ich. Aber wir planen, im kommenden Jahr bei Wettbewerben dabei zu sein.“ Hierfür wird ein Löschwasserbecken benötigt. Bei den Wettkämpfen geht es nämlich unter anderem darum, einen „Löschangriff nass“ zu legen, hierfür muss Wasser aus einem Becken durch verschiedene Schläuche gepumpt und in eine Zieleinrichtung gespritzt werden.

Neben den Wettkämpfen sind auch die blankpolierten Feuerwehrwagen in der Halle für die Kinder ein Anziehungspunkt. „Feuerwehrfahrzeuge sind einfach das Beste“, meint Fabian Danowski aus Sassnitz.

„Die Drehleiter (Anm.: das Fahrzeug mit Drehleiter) mit ihrer auf 30 Meter ausfahrbaren Leiter ist bestimmt das beeindruckendste Fahrzeug, unser neuer Manschaftstransportwagen für die Höhenrettung mit permanentem Allradantrieb ist aber auch nicht schlecht.“ Die Feuerwehr Sassnitz ist die einzige freiwillige Wehr im Land, die über eine Höhenrettungstruppe mit spezieller Ausbildung und Ausrüstung verfügt, als Schwerpunktfeuerwehr ist sie an vielen größeren Einsätzen auf der Insel beteiligt. „Bis jetzt sind wir in diesem Jahr 106 Einsätze gefahren“, informiert Wehrführer Teschulat.

„Das ist kein Pappenstiel.“

Für das zukünftige Bestehen der freiwilligen Feuerwehr ist die Jugendtruppe unabdingbar. Doch die Begeisterung für die Feuerwehr ist offensichtlich vererbbar. „Wenn mein 7-jähriger Sohn Damian mit der elektrischen Eisenbahn spielt, fliegt die nach kürzester Zeit vom Gleis, damit die Spielzeug-Feuerwehr ausrücken kann“, berichtet Sven Teschulat nicht ohne Stolz.

Helfen bringt Freude für die Jugendfeuerwehr

In diesem Jahr sammelt die OSTSEE-ZEITUNG Rügen für die Jugendfeuerwehren auf der Insel. Ob Wettkampfausrüstung, T-Shirts oder Ausflüge – Geld ist bei den Jugendwehren knapp. Dabei sind die Jugendfeuerwehren, gerade im ländlichen Bereich, oft einzige Anlaufstelle für die Kids, hier lernen sie nicht nur Verantwortung zu übernehmen sondern auch Kameradschaft kennen. Wir finden dieses Engagement spitze und wünschen uns, dass viele Spenden zusammen kommen, um die Zukunft der Jugendwehren langfristig zu sichern.

Spendenkonto:

IBAN:DE30150505000000053953 Kontonummer: 53953

Bank: Sparkasse Vorpommern

BLZ 15050500

Betreff: Helfen bringt Freude

Anne Ziebarth

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