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Sie nehmen den Müttern die Last von deren Schultern

Glowe Sie nehmen den Müttern die Last von deren Schultern

Familie Jäcker leitet seit 22 Jahren die Ostseeklinik Königshörn

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Familie wird bei Gerhard und Thomas Jäcker (r.) groß geschrieben. Sie führt seit 1994 die Kurklinik im Ort.

Quelle: Susanna Gilbert

Glowe. „Schule giebts hir auch“, hat ein ABC-Schüler wohl etwas missmutig ins Gästebuch geschrieben. Ansonsten wird der kleine Patient während der Kur in der Ostseeklinik Königshörn in Glowe nicht viel zu meckern gehabt haben. Die Mutter-Kind-Klinik liegt direkt am Ostseestrand. Eine Sporthalle, ein Spielhaus, eine Minigolfanlage sowie Fußball- und Spielplätze, Malutensilien, Fahrräder und eine Bücherei lassen bei den Kindern während ihres dreiwöchigen Aufenthalts wohl kaum Langeweile aufkommen. Zudem sorgen Ärzte, Psychologen, Sozialpädagogen, Physio-, Musik- und Sporttherapeuten sowie Diätassistenten dafür, dass Körper und Seele der Kinder und ihrer Mütter genesen können. Zwei Mal im Jahr kuren auch Väter mit ihren Kindern in Glowe.

Es geht familiär zu in der 1994 eröffneten Kurklinik der Familie Jäcker. Die 104 Apartments mit insgesamt 312 Betten sind meistens belegt. Sieben Mitglieder der Familie Jäcker arbeiten in leitender Position für den Klinikbetrieb, an ihrer Spitze der 77-jährige Gerhard Jäcker als Geschäftsführer. Auch dessen Neffe Thomas, Miteigentümer der Klinik, war von Anfang an mit dabei. „So etwas aufzubauen“, sagt der gelernte Nachrichtentechniker , „das war eine Herausforderung.“ Der Sinn einer Mutter-Kind-Klinik liegt für den 59-Jährigen auf der Hand: „Psychische Erkrankungen nehmen zu“, weiß der Manager, denn die Klinik wirkt seit 2008 an einem Forschungsprojekt der Medizinischen Hochschule Hannover mit. „War davon vor zehn Jahren jeder dritte Kurgast betroffen, so liegt der Anteil heute bei 70 Prozent.“

Bei den Müttern sei vor allem ein „mütterspezifisches Belastungssyndrom“ festzustellen, aber auch Krankheiten des Bewegungsapparates, der Haut und der Atemwege. Bei den Kindern herrschen ebenfalls Atemweg- und Hautprobleme vor. Zudem zeigten viele Verhaltensauffälligkeiten. Ein Ziel der Kur ist es, „dass die Mütter mal Zeit haben, sich um ihre Kinder zu kümmern“. Denn sie sind unentbehrlich, hängt von ihnen doch das Wohlergehen der ganzen Familie ab. Thomas Jäcker ist mit seiner Arbeit zufrieden, „wenn in die Augen der Frauen am Ende der Kur der Glanz zurück gekehrt ist“.

Susanna Gilbert

OZ

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