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Rügen Sie sind Serienstars: Die Hiddenseer und ihre Insel
Vorpommern Rügen Sie sind Serienstars: Die Hiddenseer und ihre Insel
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00:00 26.08.2016

Premiere auf dem söten Länneken mit einem durch und durch regionalen Produkt: Im Seglerhafen von Kloster ist die erste Folge von „Hiddensee – Die Serie“

erstmals zu sehen. Filmemacher Jörg Mehrwald hat keine Dokumentation gedreht, wie sonst üblich. Er setzt auf die Mischung: 30 Prozent Soap, 30 Prozent Komödie, 30 Prozent Doku und 10 Prozent Reserve. „Für einen Film in dem Schauspieler, Kabarettisten, Insulaner und Touristen miteinander spielen, als wäre das normal, muss man ein eigenes Format erfinden und sich nicht ganz so ernst nehmen, sonst geht das nicht“, begründet Mehrwald. Er hat die Regie und die Kamera geführt, war für den Schnitt verantworlich.

Im vergangenen Jahr trommelte er die Einheimischen um Bürgermeister Thomas Gens zusammen, präsentierte seinen Plan. Die Reaktion: Sie stimmten skeptisch grinsend ein, dass sie nun Schauspieler werden sollten. So spielen der Kioskbesitzer, der Bürgermeister, die Hafenbar-Chefin, die Kurdirektorin, der Kurkartenkontrolleur, der Buchhändler und andere ihre Rollen. Vor allem die Rettungsschwimmer überraschten Mehrwald, da sie mit ihm am Strand und am Frühstückstisch drehten, als wären sie in einer RTL-Soap. Hier kam Mehrwald zugute, dass er selbst vier Jahre in einem Einzelzimmer in den Rettungsschwimmerunterkünften in Vitte verbrachte und man ihm vertraute.

Alle Dialoge kamen spontan und wurden nur thematisch vorgegeben. „Meine Protagonisten müssen Spaß am Drehen haben, auch wenn es Stress ist“, sagt Mehrwald, der in den vergangenen zwei Jahren vier Doku-Produktionen auf Hiddensee fertig gestellt hat.

Die Doku über den Klosteraner Buchhändler Andreas Arendt war die erste einer neuen Reihe, andere über Lebensgeschichten auf der Insel sollen folgen.

Aber auch Profis stehen bei „Hiddensee – Die Serie“ vor der Kamera. Mehrwalds Bühnenkollege im Kabarett „Lach- & Nordlichter“, Wolfram von Stauffenberg, der in Kinofilmen und TV-Serien besetzt wird, spielt mit und ein prominenter Rostocker Kabarettist und Comedian wird für einige Lacher sorgen.

„Michael Ruschke sagte mir spontan gegen Mitternacht zu, als ich ihn von Vitte nach Kloster zu Fuß ins Quartier brachte“, sagt Mehrwald. Der Weg hat sich gelohnt, denn Ruschke brillierte als „Bierprüfer“ in einer Paraderolle und selbst die Insulaner snacken ein paar Sätze Dialekt im Film mit ihm. „Die Leute sollen hören, wie man hier spricht“, sagt Mehrwald trocken.

Die Kosten? Mehrwald winkt ab. „Alle müssen es richtig wollen, Geld haben wir nicht und Förderung bekommst du für solche Projekte vom Land sowieso nicht.“ Immerhin hat er es in diesem Jahr trotzdem mit Hiddensee in Sönke Wortmanns Warner-Bros-Film „Deutschland – dein Selbstporträt“ geschafft.

Mehrwald will den ersten lockeren Serienteil jedes Jahr weiter führen und professionalisieren. Aus dem Augenzwinkern in Teil 1 soll ein Serienformat werden. „Ich bleibe dabei, MV braucht eine eigene Serie von hier. Vielleicht treffe ich mal die richtigen Leute im Land mit Möglichkeiten und Budget, bis dahin drehen wir auf Hiddensee“, sagt Mehrwald, der vor kurzem nun auch ein Hiddenseer geworden ist.

Für seine nächste abendfüllende Doku sammelt und arbeitet er bereits seit einem Jahr: „Hiddensee – der Kinofilm“.

OZ

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