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Siedlung im Schatten der Fürstenburg

Prisvitz Siedlung im Schatten der Fürstenburg

Kein Straßenlärm dringt mehr in das wenige Meter von der B 96 gelegene Prisvitz. Zumindest erst einmal bis zum Sommer.

Prisvitz. Kein Straßenlärm dringt mehr in das wenige Meter von der B 96 gelegene Prisvitz. Zumindest erst einmal bis zum Sommer. Denn solange ist die „Rügen-Autobahn“

wegen Erweiterungsarbeiten auf Höhe des Ortes gesperrt. Die wenigen Häuser dies- und jenseits der Bahnstrecke liegen in einem uralten Siedlungsgebiet, am Rande einer von der letzten Eiszeit wohl geformten Landschaft. Wer den unweit gelegenen Mühlenberg mit seinen 24 Metern Höhe erklimmt, hat eine beeindruckende Sicht auf die Insel Pulitz und den Kleinen Jasmunder Bodden, auf das Hügelgräberfeld südwestlich von Buschvitz sowie auf den kugelrunden See Ossen, an dessen gegenüber liegendem Ende Prisvitz liegt.

Der Ortsname deutet darauf hin, dass sich hier einst eine Gruppe slawischer Siedler niedergelassen hat: Das altslawische Prisvitz bedeutet nämlich „Leute des Price“. Die Lage war gut gewählt, konnten doch die ersten Prisvitzer Schutz auf dem nicht weit entfernten Rugard, der ranischen Fürstenburg, suchen, wenn die Lage brenzlig wurde.

Erst 1300 wurde die Siedlung aktenkundig: Damals verpfändet Witzlaw II. eine Hebung, also Abgaben, aus „Priceuicz“ dem Lübecker Bürger Arnold Pape. Von 1338 bis zur Reformation kamen die Prisvitzer Einkünfte dem Kloster Bergen zugute. Das Gut war seit dem 14. Jahrhundert im Besitz der Familie von Bonow. 1699 starb mit Bogislav Moritz von Bonow dieses rügensche Uradelsgeschlecht aus. Drei Jahre später wechselte der Besitz an die Familie von Barnekow auf Kubbelkow, bei der er bis 1836 blieb. Seit dem 16. Jahrhundert bestand Prisvitz überhaupt nur noch aus einem Gutshof.

sg

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